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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Bienenhaus im März bei erneutem Wintereinbruch Ende Februar - Blick in eine Wintertraube Ende Februar - Blick in eine Wintertraube
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19.04.2010, 18.37 Uhr

Arbeiten am Bienenvolk im Frühjahr: Die Ruhe vor dem Sturm

Solange es Winter ist, so lauten die Meinungen aller von mir konsultierten Jahresberichte und Bücher einhellig*, soll man die Bienen in Ruhe lassen. Dies sei wichtig, damit der Wärmehaushalt im Bienenstock nicht durcheinander gerät. Das Öffnen der Kästen verursacht natürlich erst mal kalte Zugluft, das ist schlecht weil die Bienen sich im Winter zu einer wärmenden Traube in der Stockmitte zusammengedrängt halten, einmal um die Brut zu wärmen, aber auch um ihren Energieverbrauch zu minimieren und damit auch ihre Überlebenschance zu steigern. Kalte Luft ist in der Hinsicht also kontraproduktiv. Das Öffnen der Kästen irritiert die Bienen auch gehörig, da jedwedes Eindringen von außen erst mal nichts Gutes verheißt: Mehr oder minder ist damit ja immer irgendwie Raub, vielleicht auch Mord und Totschlag verbunden – weniger dramatisch kann man auch sagen Honigentnahme oder Umweiselung sowie Varroabehandlung. Öffnen führt daher zu Unruhe im Volk und damit erhöhtem Energieverbrauch, was auf alle Fälle zu vermeiden ist. Einigen Berichten zufolge kann ein frühzeitiges Öffnen der Kästen auch dazu führen, dass ein Volk seine Königin ins Jenseits befördert, und auch das will man natürlich nicht riskieren.
Was man allerdings machen kann – zumindest bei Magazinbeuten – ist die Kontrolle der Bodenbretter. Dort sammelt sich das Gemüll des ausgehenden Winters an, entlang dessen sich der Zustand des Volkes erahnen lässt. Bestimmte Bestandteile des Mülls weisen auf bestimmte Probleme hin, und sobald man dann wieder an sein Volk ran kann, kann man zumindest schnell und effizient eingreifen. Dumm nur, dass die meisten unserer Trogbeuten sowas wie ein Bodenbrett nicht haben.

Trotz der wunderbaren Glasfenster, die jeweils den Abschluss unserer Trogbeuten bilden, sah man also bis Anfang März in unseren Trogbeuten nichts. Was neugierige Menschen wie mich dann weniger beruhigt als anspornt, doch mal oben aufzumachen. Und weil ich mit meiner Forschermentalität zumeist erst handle, bevor ich denke**, habe ich mir obige Informationen erst angelesen, als ich mir, nach vorgelegten Tagesbericht von der Jungimkerfront, den Rüffel unseres Familienimkeroberoberhauptes eingefangen habe.

Das schaut dann im Dialog – Ende Februar – etwa so aus:
Tochter [selbstsicher]: Jau, des schaut richtig super aus, wenn man da rein schaut, die sitzen alle wie gepappt in so 'nem großen Bommel.
Chef [irritiert]: Wo reinschaut?
Tochter: Ja bei den Bienen.
Chef [noch irritierter]: Hast da jetzt aufgemacht?
Tochter [immer noch selbstsicher]: Ja, heut nachmittag. Aber von oben, weil von hinten hat man ja nix gesehen.
Chef [irritiert und leicht ärgerlich]: Jetzt hast oben aufgemacht?
Tochter [sich betont kompetent gebend]: Ja genau, des war alles zugepappt wie blöd, aber ich habs aufgekriegt, weil der Stockmeisel war ja da. Aber den Raucher hab ich ned angekriegt, naja, die ham mich eh ned gestochen. Die warn ziemlich ruhig.
Chef: *dezente Sprechpause*
Tochter [ihre Kompetenz unterstreichend]: Ja, und zugemacht hab ich natürlich auch wieder, ohne dass ich eine dabatzt hab.
Chef [ärgerlich]: Mei, bist du ein Depp, des soll man ja grad jetzt ned aufmachen.
Tochter [irritiert]: Oha. Warum?
Chef [ansatzweise verzweifelt]: Ja, weil…

Ab hier gibt es dann jene Erklärung, die ich besser vorher gelesen hätte. Nächstes Mal mache ich es dann anders: Erst denken und dann handeln***, oder erstmal gar nicht handeln und mitdenken, oder nicht handeln und auch nicht denken, oder wie auch immer. Immerhin bin ich in jeder Form lernfähig .

* Durchgeschaut habe ich die Monatsberichte in der ADIZ, über die letzten zwei Jahre von Johann Fischer, Dr. Pia Aumeier und Jovita Lange. Außerdem liegen bei mir zuhause "Der Wochenendimker" von Karl Weiß und "Die Honigbiene - Vom Bienenstaat zur Imkerei" von Armin Spürgin.
Die Monatsberichte gibt es hier: [www.diebiene.de]
**Im Forschungslatein heißt das: Induktives Vorgehen
*** Im Forschungslatein heißt das: Deduktives Vorgehen, die Ergebnisse müssen aber nicht besser sein als beim induktiven Vorgehen.
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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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