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Das Leben eines Krümels

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Screenshot http://www.bobbymcferrin.com/
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19.04.2010, 20.40 Uhr

Der Mann mit der Wunderstimme

In meinem heutigen Blogeintrag geht es um einer der wohl begnadetsten Sänger unserer Zeit – Bobby McFerrin. Vielleicht denkt ihr euch: Bobby, wer? Denn genauso ging es mir, als ich den Namen das erste Mal gehört habe. Aber ich wette mit euch, dass ihr zumindest ein Lied von ihm mit 100%iger Sicherheit kennt. Ich sage nur: „Don’t worry, be happy“! Das war sein mit Abstand größter Erfolg, und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass dieses Lied mal einige Zeit lang im Radio totgedudelt wurde, und ich es nicht mehr hören mochte. Inzwischen finde ich es okay, wenn es mal ab und zu irgendwo gespielt wird, allerdings würde ich darüber nicht in Begeisterung ausbrechen.

Gott sei Dank ist „Don’t worry, be happy“ nur ein winziger Bruchteil von Bobby McFerrins Arbeit. Was dieser Mann mit seiner Stimme anstellen kann, ist unfassbar. Er kann damit nicht nur über 4(!!) Oktaven singen, sondern auch die unterschiedlichsten Töne hervorrufen und Instrument täuschend echt imitieren. Man kann ihn ohne weiteres als Musikgenie bezeichnen.

Wahrscheinlich hat er das Talent schon in die Wiege gelegt bekommen – beide Elternteile sind Opernsänder. Er erhält seit frühester Kindheit Musikunterricht, lernt Klarinette und studiert später Klavier. Nach seinem Studium arbeitet er als Musiker und tritt erst mit 27 Jahren auch als Sänger auf. Das lag auch daran, dass er nicht im Schatten seines Vaters stehen wollte, der der erste schwarze Sänger an der Metropolitan Opera war. So entwickelte er auch erst 6 Jahre lange seine Stimmtechniken und hielt sich möglichst von anderen Sängern fern, bevor er sein erstes Solokonzert gab. Es ging ihm darum, einen ganz eigenen Stil, etwas völlig neues zu entwickeln.

Schon bald kam der erste Plattenvertrag und er wurde erfolgreicher Sänger und veröffentlichte in den 80ern mehrere Alben, die sowohl international anerkannt wurden und teilweise auch mit Grammys ausgezeichnet wurden. 1988 kommt mit „Simple Pleasures“ sein erfolgreichstes Album auf den Mark, denn auf diesem befindet sich der Hit „Don’t Worry, Be Happy“. Es wurde weltweit 10 Millionen mal verkauft und erhielt 4 Grammys. Doch McFerrin interessiert sich nicht für den kommerziellen Erfolg und wollte sich nicht von der Welle, die dieses Lied nach sich zog, in eine Schublade stecken lassen. Er weigerte sich sogar, es seit 1988 noch einmal live zu singen.

So nahm er Zuerst eine Auszeit und wandte sich dann der klassischen Musik zu. Bei Leonard Bernstein nahm er Unterricht als Dirigent. 2 Jahre nach seinem großen Hit dirigierte er sein erstes Orchester, was ihm viel wichtiger war. Seitdem hat er mit Vokalmusik, Klassik, Jazz und Musikrichtungen aus den verschiedensten Teilen der Welt experimentiert und weitere Alben veröffentlicht.

Seine Stärken entfaltet er jedoch wohl am besten auf der Bühne. Dann kann er sich musikalisch austoben. Er liebt es, zu improvisieren, die Leute mit seiner einzigartigen Musik zu überraschen und natürlich auch sein Publikum mit einzubeziehen. So sagt er von sich selbst, dass er Studioaufnahmen eigentlich nicht mag, weil im dann die Resonanz des Publikums fehlt. Dabei will er die Menschen nicht nur unterhalten, sondern ihnen auch die Schönheit der Musik näher bringen, egal ob Klassik oder Jazz oder andere Musikrichtungen.

Ich glaube, man sollte in seinem Leben einmal diesen Mann auf der Bühne erlebt haben – auch weil er eine unglaublich positive und fröhliche Ausstrahlung hat. Man weiß genau, dass da ein Mensch steht, der seine Arbeit über alles liebt. Bis dahin kann man sich schon mal ein paar seiner beeindruckenden Auftritte auf Videos anschauen:
[www.youtube.com]
[www.youtube.com]
[www.youtube.com]

Hier noch ein überraschendes und witziges Video, in dem McFerrin dem Publikum anschaulich Musiktheorie näher bringt: [www.ted.com]

[www.bobbymcferrin.com]
[www.jazzecho.de]
[de.wikipedia.org]
[www.stz-online.de]

Hier noch ein paar Tourdaten, an denen er dieses Jahr in Deutschland unterwegs ist:
05.06., Gelsenkirchen, Veltins Arena
15.07., Lörrach, Burghof
18.07., Straubing, Jazz an der Donau
19.07., München, Gasteig

Foto: Screenshot [www.bobbymcferrin.com]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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