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Kaffeehaus, Amharisch Amharisch und Omoro International
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20.04.2010, 02.26 Uhr

Kommunikation

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat, es werden 80 Sprachen gesprochen, Dialekte nicht mitgezählt. Die Amtssprache ist Amharisch, eine semitische Sprache mit einer anderen Schrift. In Adama wie auch in Addis Abeba und der gesamten mittleren Region wird Orominya gesprochen, geschrieben wird diese Sprache mit dem lateinischen Alphabet.
Anzeigen und Schilder sind immer in Amharisch beschriftet, manchmal auch in Orominya oder Englisch oder beides. Die Analphabetenrate ist hoch, deshalb kommen oft noch Bilder dazu. Das hilft auch sprachunkundigen Ausländern, beim ersten Bild weiß man, dass Kaffee serviert wird, im Salon "Haleluya" bekommt der Herr eine schicke Frisur. Der Schriftzug im dritten Bild wird weltweit verstanden.
Ich werde oft angesprochen, wenn ich irgendwo rumstehe und fotografiere, so auch in einer Fahrschule. Ein älterer Kunstmaler, der dort Verkehrszeichen an die Wand pinselte, begann das Gespräch. Sofort gesellten sich einige junge Männer hinzu. Einer von ihnen studiert an der staatlichen Adama University Orominya. Ihn konnte ich fragen, wie in der Schule unterrichtet wird. Amharisch wird zunächst als Fremdsprache unterrichtet, in den oberen Klassen ist es Unterrichtssprache. Kinder, deren Muttersprache Amharisch ist, lernen Orominya. In privaten Schulen wird ab der ersten Klasse Englisch unterrichtet. Kleine Kinder strecken uns auf der Straße die Hand entgegen und fragen "How are you" und "What is your name? Große und kleine Händler rufen "Hi" oder "You". Oft werde ich mit "mother" angesprochen, von Bettlern auch als "sister".
Bei Kellnern oder Taxifahrern sind die Englischkenntnisse meistens gering, bei Händlern oft gar nicht vorhanden. Ich sollte Amharisch lernen, aber die andere Schrift und die vollkommen andere Struktur der Sprache erscheint mir noch als ein unüberwindliches Hindernis.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 74 Jahre,
aus Frankfurt
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Kommentare

23.04.2010 08:22 falada
Sind wir doch auch von dieser "neuen" Technik abhängig...Bekommen doch mache Gegenden keinen Internet -Anschluss...Und doch hat das dort noch eine ganz andere Dimension.
Ich freue mich auf den nächsten Bericht!
04.07.2010 20:08 simientrekker
Die Zeiten haben sich geändert. Und somit auch die Anrede. Bei meinem Start 1980 in Mekele haben die Kinder mir einfach Tilian, Kuba Kuba oder Rascha nachgerufen. Wenn ich dann den Kindern gesagt habe ich sei swiss dann haben sie sofort geantwortet oh iI know sweden!!!!
walter
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