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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: http://www.manomama.de
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27.04.2010, 18.12 Uhr

manomama

Vielleicht wundert ihr euch über dieses seltsamen Titel, den ich heute für meinen Blogeintrag gewählt habe. Vielleicht seid ihr in den Weiten des Internets auch schon selbst auf diesen Namen gestoßen, der für ein soeben gegründetes Unternehmen steht. Natürlich muss es etwas mit diesem Unternehmen auf sich haben, wenn ich es hier vorstelle, und ja, das ist auch so . Um es in einem Satz zusammenzufassen: manomama stellt ökologisch und sozial verträgliche Mode her. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges.

Gründerin und Ideengeberin ist Sina Trinkwalder aus Augsburg. Sie hat 13 Jahre lange in der Werbebranche gearbeitet, in der es vor allem um Absatzzahlen und Gewinnmaximierung geht. In ihr keimte im Laufe der Jahre der Wunsch auf, etwas anders zu machen, um unsere Gesellschaft ein Stück weit zum Besseren zu verändern. Zuerst war nicht klar, welche Produkte man herstellen könnte. Da Augsburg allerdings früher ein großer Textilstandort war, der inzwischen komplett zusammengebrochen ist, entschieden sie Sina und ihre Mitarbeiter dafür, hier wieder Kleidung herzustellen.

So entstand das Konzept manomama, dass den Anspruch hat 100%ig ökologisch und sozial verträgliche Mode herzustellen. Dazu gehört nicht nur die Verwendung von kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle für die Stoffe, sondern auch für Einfassbänder, Nähfäden, sowie die Kleidungsetiketten etc. Wobei das für letztere gar nicht gesetzlich vorgeschrieben, nur der Stoff muss öko sein, um ein Bio-Label zu erhalten. Doch das entsprach nicht der Überzeugung von Sina Trinkwalder. Die Suche nach entsprechenden Lieferanten begann, doch die gab zuerst scheinbar nicht. Es stellte sich heraus, dass alle großen Biomode-Hersteller konventionell hergestellte „Zutaten“ für ihre Kleidung nutzen. Doch für manomama wurde letztenendes doch noch auch Zwirn auch Biobaumwolle gefunden, die Etiketten lassen sie extra produzieren. Das nenne ich konsequent! Auf den Etiketten steht auch ganz genau, welche Inhaltsstoffe in dem Pullover oder dem Shirt enthalten sind – und zwar viel genauer, als es der Gesetzgeber vorsieht.

Doch es geht noch weiter: das Färben der Stoffe geschieht in kleinen Firmen in der Nähe von Augsburg. Natürlich läuft hier ebenso alles streng nach ökologischen Richtlinien ab. Auch genäht wird vor Ort. Hierfür wurden Näher und Schneider aus Augsburg und Umgebung gesucht. Die Löhne sind auf einem recht hohen Niveau mit 12 Euro die Stunde. Die können deshalb gezahlt werden, weil vor allem bei den Transportkosten gespart wird. Die Kleidungsstücke müssen nicht erst um den ganzen Erdball, bevor sie gekauft werden können. Außerdem sollte vor allem Menschen wieder zu einer Arbeit verholfen werden, die damals mit dem Niedergang der Textilbranche in Augsburg ihre Arbeit verloren hatten oder aus anderen Gründen woanders keine Chance haben. Also zum Beispiel Arbeitslose, die vielleicht schon zu alt sind, oder zu lange bereits keinen Job mehr hatten – beispielsweise Frauen, die ihre Kinder aufgezogen haben. Auch Frauen, die wegen ihrer Kinder flexible Arbeitszeiten brauchen, sind willkommen. Bei jedem Kleidungsstück steht übrigens im Etikett, wer es zusammengenäht hat. Auf der Internetseite von manomama kann man dann demjenigen einen Gruß oder ein Dankeschön hinterlassen.

Und wie kommt man nun an diese Kleidungsstücke? Man kann sie ganz einfach unter [www.manomama.de] online bestellen. Es gibt Grundmodelle an T-Shirst, Sweat-Shirts und Kleidern, bei denen dann entschieden werden kann, welche Farbe jeweils der Grundkörper, die Ärmel und die Bündchen bekommen sollen. Dadurch kann man sich das gute Stück ganz individuell zusammenstellen. Auch die Größe ist insofern Variabel, als dass Oberteile jeweils noch 5 cm kürzer oder länger bestellt werden können. Wer die Stoffe und Farben sehen und anfassen möchte, kann zu einem so genannten Mitmachtreff einladen. Dann kommt eine Mitarbeiterin direkt nach ins Haus, und hat Beispielprodukte und Stoffmuster, aber auch Stifte und Designblöcke dabei. So kann man ausprobieren, welche Farbkombinationen einem gefallen oder stehen würden. Also eine Tupperparty für Kleidung .

Es gibt übrigens auch Mode für Babys und Kinder. Und weil die meisten der Mitarbeiter bei manomama Mütter sind, sind diese Strampler und Oberteile so clever konzipiert, dass typische Probleme bei Kinderkleidung behoben wird. So wachsen die Shirts und Babybodies für 1-2 Größen mit, weil es an den Ärmeln speziell eingearbeitet Stofffalten gibt. Bei denen kann man die Nähte auftrennen, so dass die Ärmel danach 4 cm länger sind. Babybodies und Kindershirts haben außerdem am Ausschnitt Keile aus elastischem Bündchenstoff. Damit passt der Kopf durch den Ausschnitt, dieser liegt aber trotzdem noch nah am Hals, so dass die Kleinen nicht frieren. Ebenso ist die Rückseite bei den Kindershirts länger als die Vorderseite, so dass nichts mehr aus der Hose rutschen kann. Hosen haben alle einen bequemen Dehnbund, so dass das An- und Ausziehen ganz schnell geht.
[www.manomama.de]

Ich finde das Projekt auf jeden Fall außergewöhnlich – mutig, engagiert und zukunftsweisend. Ich wünsche Sina Trinkwalder und ihrem Projekt alles Gute! Weitere Infos unter natürlich unter [www.manomama.de] und in manomama-Blog [www.manomama.de] (da kann man die Schritte bis zur Unternehmensgründung noch einmal nachlesen, und es lief nicht alles so glatt, wie es sich hier anhört. Auf jeden Fall lesenswert!)

Einen Artikel habe ich noch hier gefunden:
[www.augsburger-allgemeine.de]

Foto: [www.manomama.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

28.04.2010 10:36 Paradiesgarten

Ein toller Schritt in die richtige Richtung !
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