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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Anfang April - Blick auf Waben aus dem Volk II Anfang April - Arbeiten am Volk I Anfang April - Blick auf Waben aus dem Volk IV
2151 mal angesehen
02.05.2010, 17.15 Uhr

Arbeiten am Bienenvolk im Frühjahr: Ein Erfahrungsbericht

Diesmal habe ich es also anders als im Februar gemacht: Erst zugeschaut und gelesen und dann mal probeweise gehandelt.
Insgesamt betreuen wir - mit unseren eigenen Völkern und denen von ein paar Bauern im Umkreis, die wir zwar betreuen, die uns aber nicht gehören - etwa 50 Bienenvölker. Diese wurden Anfang April dann alle durchgesehen.
Vor der Durchschau wurden allerdings eine ganze Reihe Vorbereitungsmaßnahmen getroffen: Es galt Waben einzulöten, um die Völker durch Zugabe neuer Mittelwände erweitern zu können; Drohnenbaurahmen mussten geputzt werden; dazu noch ein Griff in den Honigwabenschrank, um für schwache Völker Futterwaben dabeizuhaben. Zu diesem Zweck heben wir Honigwaben aus dem Spätsommer/Herbst des letzten Jahres auf.

Im Prinzip geht dann bei der Durchschau alles durcheinander - es gibt keine klare Checkliste, sondern der jahrelang erprobte Imker macht einfach alles gleichzeitig. Ist ja auch irgendwie einfacher
Knapp und kurz, geht das dann etwa so: Raucher ein, Deckel der Trogbeuten auf, einmal Rauch reingepustet und dann erster Überblick von oben. Danach dann ein paar Waben rausgenommen - Bienen da, Brut da, Königin da, Futter da - oder auch nicht da. Wenn einer der Punkte problematisch erscheint, wird etwas genauer geschaut, geprüft, überlegt und dann gehandelt.
Genau hier komme dann ich als Nachwuchsimkerin ins Spiel: Weil ich mir vorgenommen habe erstmal nichts mehr falsch zu machen, bzw. zu denken bevor ich handle, übernehme ich jetzt erstmal nur noch Arbeiten im Nachwuchsimkerinnen-Niedriglohnsektor: Beuten tragen, Beuten mit Waben drin tragen, Trogbeuten Deckel aufmachen, Stockmeißel im Bienenhaus suchen und finden, Raucher halten und ein- und ausschalten, Mittelwände und Baurahmen halten, Mittelwände und Baurahmen auch mal reinhängen, den von mir unter einem Berg Trogbeutendeckel verlegten Stockmeißel nochmal suchen und finden.

Wenn man sich an den Expertenberichten aus der Imkerzeitung und den Büchern orientiert, machen wir dabei alles weitgehend richtig: Starke Völker werden durch Zugabe von ein- bis zwei Mittelwänden und einem Baurahmen erweitert. Schwache Völker bekommen eine Sonderbehandlung: Wenn mit der Königin etwas nicht in Ordnung ist, wird diese ums Eck befördert und beißt sprichwörtlich ins Gras vor dem Bienenhaus. Ist das Volk aber erfolgsversprechend, dann bekommt es ein paar Futterwaben gereicht und gegebenenfalls eine schlupfreife Brutwabe eines Nachbarvolkes. 'Schlupfreif' (also Wabe mit Bienen kurz vor dem Ausschlüpfen) ist wichtig, da dem Schwächling einfach die Kapazität fehlt Brut aufzuziehen - gibt man ihm aber einen Satz schlupfreife Bienen dann kann er mit jungen Arbeitsbienen durchstarten.
Drei schwache Völker hatten wir dieses Jahr zu vermelden und erfreulicherweise keine Krankheiten oder Ausfälle. Zwei der Schwächlinge wurden aufgelöst, zwei Monarchinnen mehr im Bienenhimmel. Der dritte war definitiv das Opfer eines räubernden Nachbarn geworden und darf es dieses Jahr nochmal versuchen. Den Räuber haben wir an einen neuen Standplatz verfrachtet - vielleicht wird das dann einmal mein Stammbienenplatz - mit dem Platznamen "Axis of Evil" .
Erstaunt hat uns, wie gut die Bienen dank der reichen Springkrauteinträge im Herbst über den Winter gekommen sind, denn wir waren uns lange nicht sicher, ob es wirklich Sin nmacht den Springkrauthonig in den Völkern zu belassen. Aber summa summarum haben wir den Honig letztes Jahr den Völkern gelassen. Uns hilft das vor allem Kosten für Futtersirup sparen - und da es scheinbar keine Nebenwirkungen auf die Völker hatte, hoffen wir auch dieses Jahr auf reichen Springkrauteintrag - das wäre dann vielleicht einer der wenigen Sortenhonige, die wir ernten könnten

Auch wenn wir keine größeren Probleme am Jahresstart zu vermelden hatten, hat die ganze Lektüre doch einen direkten Erfolg zu verbuchen gehabt: Eines unserer Bienenhäuser - das wir 2009 als Erbstück erworben haben - ist ein Sorgenkind. Die Erträge dort sind eher mau, obwohl die südliche Hanglage nicht schlecht wäre. In direkter Nähe finden sich allerdings nur stark bewirtschaftete Flächen, viel Mais, viel Gras und insgesamt ist die Lage recht windig. Eine Sache konnten wir dort aber trotzdem verbessern - die Bienen hatten auch weit und breit kein Wasser. Während unsere gesamten anderen Stände mindestens einen kleinen Sumpf irgendwo neben an haben, manchmal auch einen Brunnen, Bach oder Teich - dieses eine Haus hatte rein gar nichts in der Nähe. Jetzt hat es eine eigene Wasserversorgung: Kübel mit Holzbrett drin, an einer Optimierung arbeite ich, wenn ich wieder mal länger zuhause bin und die nächsten Arbeiten anstehen.
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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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Kommentare

02.05.2010 20:41 Bienenfreund
60 Völker, mannomann, da wär ich platt
das Kreuz
Musst Dich fit halten
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