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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Selbstraucher Vulkan - Kollektion Selbstraucher Vulkan-  Innenleben I Selbstraucher Vulkan - Frontal
1534 mal angesehen
09.05.2010, 21.54 Uhr

Neuheiten - Selbstraucher Vulkan

Selbstraucher Vulkan

Meine diesjährige Steuerrückzahlung fiel besser als erwartet aus, deswegen stand vor kurzem einmal wieder "Arbeitsstress reduzierendes" Shopping an. Da ich weder ein Fan von Frauenschuhen noch prätentiöser Kleidung bin, musste etwas anderes her: Heavy Metal.
Wir besitzen mittlerweile eine ganze Kollektion von Smokern, allerdings immer dieselbe Sorte - alles Vulkane. Nach einigen Imkergenerationen dürften es mittlerweile 8 Stück verschiedener Altersklassen sein, also war es an der Zeit mein eigenes Exemplar in die Familie einzubringen. Warum wir eine scheinbar genetisch verankerte Vorliebe für diesen Typ von Smoker haben, kann ich mir nicht recht erklären, denn eigentlich hat der Vulkan eine ganze Reihe Nachteile. Er hat auch einige Vorteile, aber alles der Reihe nach.

Bestellt habe ich den Smoker wieder einmal bei einem anderen Versand - dieses mal war es Holtermann. Bestellung und Lieferung verliefen flott und problemlos - die Verpackung war wirklich ordentlich und so gut gepolstert habe ich noch nie ein Paket erhalten. Ein paar Nachfragen zum Smoker per Mail wurden innerhalb eines Tages beantwortet.

Der Hersteller der Vulkane und sämtlicher Ersatzteile ist die Firma König aus Gaggenau im Schwarzwald. Die Firma König produziert Vulkane seit 1901. Scheinbar liegt der Firmenursprung im Imkereibereich, aktuell ist man ein Betrieb im metallverarbeitenden Bereich. Die Vulkane werden nur noch aus "nostalgischen" Gründen produziert, immer wieder mal eine kleinere Serie - klein im Vergleich zu den anderen Teilen, die so produziert werden. Der Vertrieb erfolgt über einen Zwischenhändler. Den Vulkan gibt es bereits seit mehreren Imkergenerationen. Er wird in seinem ursprünglichen Design seit Jahrzehnten produziert. Auf dem ersten Photo erkennt man ganz rechts eine Urform des Vulkans - das genaue Alter kann ich aber leider nicht beziffern, es dürften weit über 40 Jahre sein. Die meisten unserer Vulkane haben ein Alter zwischen 30 und 5 Jahren. Weggeworfen haben wir bisher nie einen, denn sie halten - richtig gepflegt - eine Ewigkeit.

Funktionsweise:
Der Vulkan hat ein Uhrwerk, dass man per Schlüssel aufziehen kann. Das Uhrwerk treibt die Belüftung des Vulkans an und kann mit einem Schalter, der auf der dem Schlüssel gegenüberliegenden Seite liegt, ein- und aus geschaltet werden. Bevor man den Vulkan also in Betrieb nimmt, ist es wichtig das Uhrwerk aufzuziehen. Als nächster Schritt wird dann der Rauchbehälter mit Material befüllt. Wir verwenden Holzwolle, Späne, Karton oder Papier - je nach Verfügbarkeit - als Anzünder. Dabei kommt eine erste Lage leicht brennbares Material in den Behälter, sobald der erste brennende Span eingeworfen wird, schaltet man das Uhrwerk ein, damit der Luftzug das Feuer anfacht. Sobald alles gut brennt, kommt oben auf Rinde von Nadelhölzern, dann etwas anbrennen lassen und Deckel verschließen: Voila! Man kann natürlich auch andere Rauchmaterialien verwenden.
Wenn man nicht die ganze Umgebung vollrauchen will, macht es Sinn den Vulkan per Schalter wieder auszustellen. Erfahrungsgemäß lässt sich die Glut im Behäter durch Einschalten leicht wieder anfachen. Braucht man ihn: Schalter wieder an - und Rauch voran! Das Schöne am Vulkan ist, dass man den Raucher nur mit einer Hand bedienen kann, denn wenn man ihn in der Hand hält, kann man den Schalter leicht nur mit dem Daumen an und aus machen. Nach der Benutzung kann man das Feuer auslaufen (Schalter ein) oder erkalten (Schalter aus) lassen. Wenn man eine feuerfeste Schale hat, kann man das Brenngut auch nach Benutzung entleeren, das macht spätere Säuberungsarbeit leichter. Sinnvoll ist es im Bienenhaus eine Metallunterlage etwa in Form eines Backblechts zu haben, auf der man den Smoker lagern kann, so dass er keinen Kontakt zu brennbaren Materialien hat und haben kann (etwa wenn unsere Siebenschläferzucht wieder Parties im Bienenhaus feiert).

Wartung:
Eine detaillierte Wartungsanleitung gibt's in meinem Photoalbum zum Vulkan
Alle paar Jahre - oder bei Bedarf - reinigen wir den Vulkan. Dabei wird ersteinmal der Rauchbehälter gesäubert, indem die grobe Teerschicht abgekratzt wird und die Teerablagerungen, welche die Lüftungslöcher im Deckel verkleben, mit einem kleinen Nagel ausgestochen werden. Die restlichen Ablagerungen lassen wir dann ausbrennen, etwa mit Spiritus. Man könnte die Ablagerungen auch mit Chemie entfernen, so man denn will.
Danach wird der Vulkan aufgemacht und die Teile des Uhrwerks mit einem Pinsel oder Druckluft gesäubert. Eventuell kaputte Teile werden ersetzt - meistens hält das Uhrwerk aber weit über 5 Jahre. Trotzdem ist es sinnvoll das eine oder andere Ersatzteil parat zu haben, etwa eine Feder. Das einzige Teil, das wir öfters ersetzten mussten sind die Deckel, diese verkleben nach einiger Zeit mit dem harzigen Resten des Brennguts und werden durch das Ausstechen auch schon mal beschädigt - aber auch hier gilt, die Teile halten gut über 5 Jahre und wenn man sie pflegt, weit länger.

Vorteile und Nachteile
Die Vorteile liegen eigentlich auf der Hand: Man kann mit einer Hand arbeiten, die Raucherzeugung funktioniert problemlos, der Rauch kann jederzeit mit einer Daumenbewegung an- und ausgestellt werden, bei guter Pflege halten sich die Teile fast ewig. Außerdem finde ich persönlich den Vulkan schon wegen des Namens und dann noch wegen des schwarzen, etwas brachialen Äußeren schick: Heavy Metal halt.
Die Nachteile sind der exorbitante Preis von ca. 71 bis um die 80 Euro für einen kompletten Vulkan. Tendenz eher steigend. Auch die Preise für das Zubehör, gerade für das Uhrwerk sind saftig: Uhrwerk etwa 41 Euro, Deckel und Feder je um die 7 Euro. Wahrscheinlich ist der Vulkan mit seinem Uhrwerk auch schwerer als z.B. der Rauchboy. Wenn man kein Bastler ist, wird man sich auch beim Öffnen für die Reinigung schwer tun - allein würde ich das nicht schaffen, aber ich habe ja erfreulicherweise Hilfe.

Eine detaillierte Wartungsanleitung findet ihr in meinem Photoalbum zum Vulkan
[www.landlive.de]
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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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Schlagwörter

honigpflege

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Kommentare

10.05.2010 09:06 Bienenfreund
Ein Imkerkollege empfiehlt zur Reinigung, das Gerät einfach ins Wasser zu legen. Der Smoker würde dann wieder wie neu. Wie lange diese Prozedur dauert, weiß ich jetzt nicht, habe es noch nicht ausprobiert.
Ich kratze halt auch vor der Honigernte alles sauber, der amerikanische Stockmeißel hat oben extra am Haken eine Rundung, die in den Deckel von innen passt. Ich habe aber keinen Vulkan, sondern einen einfachen Smoker ohne Uhrwerk.
Gruß, Bienenfreund
12.05.2010 00:31 carnika2010
Das mit der freien Hand find ich echt gut - meine Steuern kommen hoffentlich auch bald (hab beim Einreichen dieses Jahr ein wenig getrödelt) vielleicht leg ich mir auch einen zu, hast ja so eine gute "Bedieneungsanleitung" geschrieben, die Sache mit dem Uhrwerk hatte mich bis dato immer abgeschreckt - jetzt bin ich eher neugierig.
Gruß
Christian
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