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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Eingang des Bienenmuseums Duisburg Biene und Blüte Blättermagazin
1403 mal angesehen
23.05.2010, 03.14 Uhr

Out of Rosenheim: Bienenmuseum Duisburg

Warum ich gerade auf die Schnapsidee gekommen bin, mich am 22.5.2010 ins Bienenmuseum nach Duisburg aufzumachen, lässt sich im Nachhinein kaum mehr rekonstruieren, schließlich ist es von meinem aktuellen Standort Frankfurt/Main aus nicht der nächste Weg dorthin. Allerdings waren die ICE Tickets zum Sparpreis ebenso wie der Anfängerkurs bei Pia Aumeier gleich gebucht und deswegen war es irgendwie schon eine Frage der Konsequenz, dass ich mich Samstags recht früh aus dem Bett geworfen habe um den Zug noch rechtzeitig zu erwischen. Gelohnt haben sich das frühe Aufstehen und die Anfahrt allemal.

Das Bienenmuseum Duisburg besteht seit 1959 und wird seitdem vom Bienenzuchtverein Duisburg e.V. betreut. Seit 1997 residiert das Museum in einer ehemaligen Schule in der Kirchfeldstraße 3 in 47239 Duisburg-Rumeln/Kaldenhause. Neben dem Museumsbetrieb und einem kleinen Schaugarten werden fast ganzjährlich Anfänger- und Forgeschrittenenkurse in der Imkerei angeboten.

Die Anfahrt zum Museum ist unproblematisch. Ab Bahnhof Duisburg gibt es etwa alle halbe Stunde eine Regionalbahn Richtung Moers, die am Bahnhof "Rumeln" hält. Von dort sind es etwa 15 Minuten gemütlicher Fußmarsch - fast immer gerade aus - durch ein ansehnliches Wohngebiet am Stadtrand mit Alleen, kleinen Parks und kleinen Wald- und Wiesenstreifen. Näher kommt man mit der Buslinie 923 in Richtung Kaldenhausen Krölls ans Museum, man steigt hier an der Haltestelle "Rumeln Rathaus" aus. Die Busfahrt dauert allerdings von Duisburg Hauptbahnhof aus länger - knappe 41 Minuten.

Das Museum selbst bietet eine umfangreiche Sammlung verschiedenster imkerlicher Geräte, quasi vom Korb über die Blättermagazine bis hin zu modernen Magazinbeuten. Daneben gibt es eine ganze Reihe imkerliche Hilfsgeräte und Kuriositäten zu sehen. Zu den Ausstellungsstücken werden regelmäßig Führungen angeboten, die sich auf jeden Fall lohnen. Das Team des Museums weiß auf ganz hervorragende Art und Weise, die eigentlich staubigen Gerätschaften durch sowohl zeitgeschichtlich als auch biographisch gerahmte Erzählungen zum Leben zu erwecken. Dadurch eröffnen die Ausstellungsobjekte dem Museumsbesucher einmal einen "Blick durch die Zeitkapsel" auf die allgemeine Zeitgeschichte und zweitens auf die hohe Bedeutung, welche die Imkerei im individuellen Leben einnehmen kann. Dabei folgen die Führungen nicht einem starren Ablaufplan, sondern orientieren sich am Interesse der Führungseilnehmer, so dass thematische Um- und Sonderwege jederzeit möglich sind. Auch wenn das wahrscheinlich von den Museumsbetreuern so konzeptuell gar nicht geplant ist, trifft man hier auf Museumspädagogik "at its best".
Außerhalb des Museums gibt es einen kleinen Gartenbereich mit einigen paar Infotafeln, einem kleinen Bienenstand und einem Bienenhotel. Im Außenbereich werden auch die praktischen Teile des Kursprogrammes abgehalten.

Die Kurse waren der eigentliche Grund, warum ich mich auf den Weg nach Duisburg gemacht habe. Ich wollte einmal einen "anderen" Anfängerkurs in der Imkerei belegen. In meiner Heimatgegend gibt es ja eine ganze Reihe Lehrbienenstände. Leider sind diese durchaus auch im Konkurrenzdenken befangen und das schadet in einigen Fällen - wie ich finde - der Qualität der Kursdurchführung. Denn oft sind die Inhalte mehr als nötig abhängig von der Person des Kursleiters. So erinnern die "Anfängerkurse" manchmal sehr an Überzeugungsreferate bestimmter Referenten. Diese mögen für einen Fortgeschrittenenkurs sinnvoll sein, für eine Diskussionsrunde unter Experten sind solche Ansätze geradezu nötig. Aber bezogen auf Anfängerkuse finde ich, machen sie wenig Sinn. Denn wenn die Kursteilnehmer noch nicht verstehen von was denn überhaupt die Rede ist, haben sie wenig Chance sich selbstständig dazu zu positionieren. Daraus erwuchs schließlich der Plan es mal am anderen Ende des Weisswurschtäquators mit Anfängerkursen zu versuchen. Imkerausbildung "Out of Rosenheim" sozusagen, probeweise einmal in Duisburg bei Pia Aumeier zum Thema "Schwärmen, Königinnenaufzucht, Ablegerbildung".

Zum Thema selber will ich eigentlich nicht viel sagen, dazu gibt es ja Massen an Büchern, Monatsberichten, Foreneinträgen und natürlich auch Kurse
Meist merkt man schon am Kursablauf inwiefern der Kursleiter pädagogisches Geschick hat oder nicht. Pia Aumeier arbeitet an der Uni Bochum in einem Bereich, der sich u.a. "Didaktik der Biologie" nennt, das zeigt sich auch am Kursablauf: Zu Beginn des Kurses wird der Fahrplan des Kurses vorgestellt und kurz erläutert. Erst dann geht es in die Materie - allerdings nicht von Null auf Hundert, sondern in aufeinander aufbauenden Schritten. Raum für Fragen ist dabei jederzeit und je nach Interesse und Vorkenntnissen der Teilnehmer wird der Kursinhalt mal etwas ausführlicher und mal etwas kürzer behandelt, ohne aber das Grundlagenwissen und das Kurskonzept aus den Augen zu verlieren.
Etwas ungewohnt waren für mich stellenweise die ironischen Einstreuungen, sie lockern zwar den Kursverlauf erheblich auf, allerdings war ich doch froh nicht einer der im Kurs mit ihren Fehlern "entlarvten" Jungimker zu sein. Gerade für Erwachsene - und auch für mich - ist es oft ungewohnt sich als jemand zu präsentieren der Fehler macht, gerade vor anderen. Andererseits lernt man ohne Fehler nichts und wenn niemand in der Gruppe Fehler macht, ist keinem geholfen. Insofern gilt für die Kurse - so unangenehm das manchmal auch für einen Teilnehmer sein mag - doch immer die Regel es gibt keine dummen Fehler, aber die Dummheit keine Fehler zugeben bzw. es gibt keine dummen Fragen, nur die Dummheit nicht zu fragen. Die meisten Kurse, die ich bisher besucht habe waren leider "fehlerfrei" - weder der Kursleiter und schon gar nicht die Teilnehmer sprachen eigene Fehler an. Im diesem Kurs in Duisburg war das anders, denn wenn die Kursleiterin offen genug ist, selbst gemachte Fehler anzusprechen, tut man sich auch als Teilnehmer leichter selbst in die Bresche zu springen.
Neben einer Unmenge an systematisch präsentiertem Wissen und vielen Anregungen für die Imkerei mit Magazinbeuten, habe ich aus dem Kurs auch ein Skript mitgenommen, eine nützliche Stütze für mein gelegentlich recht löchriges Gehirn. Auch wenn Pia Aumeier im Kurs doch sehr resolut ihre Position vertritt, finde ich war der Kurs weniger dogmatisch als andere Kurse die ich so miterlebt habe: Gerade eben weil Fehler und deren Lösungen und nicht Meinungen und deren Richtigkeit das Thema des Kurses waren.

Summa summarum war das bisher einer meiner besten Kurse, wenn auch der teuerste. Vielleicht wage ich mich ja in Zukunft noch ein paar Mal öfters ins Ruhrgebiet: In Welten, in denen nie eine bayrische Jungimkerin zuvor war.

Das Führungs- und Kursangebot des Bienenmuseums:
[www.bienenmuseumduisburg.de]

Photos zum Museum findet ihr in meinem Photoalbum:
[www.landlive.de]
offline

Geschrieben von

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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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Kommentare

23.05.2010 11:23 Bienenfreund
Vielen Dank für den super Beitrag. So anschaulich, als wäre man dabei gewesen
26.05.2010 19:14 MahlitzerBiogarten
Ich finde die Kurse auch immer echt erste Klasse und freue mich schon auf den nächsten Kurs.....
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