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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Elefantenbaby
625 mal angesehen
26.05.2010, 20.04 Uhr

Recycling-Papier der besonderen Art

Heute geht es um Papier. Natürlich nicht um ganz gewöhnliches Papier, sondern um eine besondere Form des Recycling-Papiers. Denn hier wird kein altes Papier wiederverwendet sondern – ob ihrs glaubt oder nicht – äh… Tierausscheidungen. Also ihr wisst schon .

Das funktioniert bei den Tieren, die Vegetarier sind, und einen Großteil der Pflanzenstoffe quasi unverdaut wieder von sich gegen. Also beispielsweise Schafe, Pferde, Kühe oder auch Elefanten und Pandas. Das sind zumindest die Arten von „Poo Paper“ (so der englische Ausdruck), die ich bisher gefunden habe.

Und so funktioniert’s: Der Dung wird gewaschen und dann ausführlich gekocht, so dass alle Keime abgetötet werden und dann teilweise wieder gewaschen. Das Endergebnis des gesamten Wasch- und Kochvorgangs sind auf jeden Fall sterilisierte Pflanzenfasern. Je nach Tierart ist das immerhin ungefähr die Hälfte des Ausgangsmaterials. Das flüssige Nebenprodukt, das bei diesem Vorgang entsteht, kann als Dünger weiterverwendet werden.

Die Pflanzenteile werden dann noch mal zerkleinert und teilweise mit weiteren Pflanzenfasern (zum Beispiel von Bananenbäumen und Ananas) versetzt, um einen schönen Brei zu bekommen, der sich zum Papiermachen eignet. Dieser wird dann meistens auf eine Art Sieb gestrichen und getrocknet. In warmen Ländern heißt das oft, das Papier einfach in die Sonne zu legen.

In kühleren und feuchten Gebieten wie England ist der Aufwand etwas größer. Dann wird die Masse auch auf eine Art Sieb gestrichen und dann mit einer großen Presse bearbeitet, so dass das meiste Wasser herausgedrückt wird und die Fasern sich auf molekularer Ebene verbinden. Dann werden die Blätter noch einmal zum Trocknen aufgehängt, um auch den Rest Flüssigkeit noch herauszubekommen. Der Endeffekt ist aber derselbe .

Die fertigen Produkte riechen übrigens in keinster Weise nach Dung. Sie sehen auch nicht danach aus, sondern ganz einfach wie handgemachtes Papier. Die Produktpalette reich von Briefpapier und Postkarten über Photoalben, Lesezeichen oder auch Duftbäumchen. Eben alles, was man irgendwie aus Papier machen kann. Aus einer Ladung Elefantendung entstehen übrigen 25 große Blätter oder 10 normalgroße gebundene Schreibhefte.

Im Falle dieses Herstellers, der mit Elefanten-Papier bekannt geworden ist, jetzt aber auch Kuh-, Pferde- und Pandapapier anbietet, kommen die Einnahmen übrigen Elefantenschutz-Organisationen zu Gute. [www.poopoopaper.com]

Wer möchte kann sich die Herstellung des Papiers aus Elefantendung hier anschauen (in Englisch): [videos.howstuffworks.com]

Ein weiterer Hersteller aus Wales hat sich auf Schaf-Papier spezialisiert. Dort findet man nicht nur das Papier selbst sondern eine ganze Serie mit wahnsinnig witzigen Schafdesign, die mir ausgesprochen gut gefällt. Zugegebenermaßen nicht ganz preiswert, dafür ist es aber auch Handarbeit [www.creativepaperwales.co.uk]

Übrigens wenn man sich so durch die Seiten der Hersteller liest, entdeckt man erstaunlich viel Selbstironie und Humor. Liegt wohl daran, dass sie aus Sch… Geld machen .
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

27.05.2010 11:36 Paradiesgarten
Warum nicht, wenn das Ergebnis so klasse ist !
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