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Wie ich zu den Bienen kam
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18.08.2007, 12.13 Uhr

Wie ich zu den Bienen kam

Über meinen Betrieb lernte ich einen Imker kennen. Imker? Das klang interessant, aber irgendwie seltsam antiquiert, wie eine Nachricht aus einer fernen Welt. Waren das nicht die, die man angelegentlich einer Wanderung von Ferne im Rapsfeld schweben oder an einem Heckenstück sich bücken sah, verhüllte Gestalten, die in ihren weißen Anzügen mit seltsamen Gegenständen irgendwelche okkulten Handlungen vornahmen?
Dieser Imker hier wirkte aber ganz normal.

Beim nächsten Arbeitskontakt schenkte mir der Imker ein großes Glas Honig. „Aber Honig ist doch kostbar, Sie können mir doch nicht so viel Honig schenken“, wandte ich ein, und er: „Natürlich kann ich das, warum denn nicht“ und ich dachte mir: „Der muss aber reich sein“.
„Sie können gerne mal vorbeikommen und die Bienen anschauen“, meinte er und dachte sich: „Der kommt nie“.
Am folgenden Samstag klingelte sein Telefon. Ich war dran.

Hinten im Garten standen Holzkästen und die Bienen schwirrten umher. So war das also in einer Imkerei, mir war mulmig, ich war auf der Hut. Täuschte ich mich oder lachte er seltsam? Was macht der denn? Der nimmt ja einfach einen Deckel ab, Hilfe! Die Bienen kommen doch alle raus! Und schon bekam ich eine Wabe mit Bienen in die Hände gedrückt. Oh Schreck lass nach! „Nicht fallen lassen“, sagte der Imker, „sonst ist hier der Teufel los, sonst werden wir ‚gescheit’ gestochen“. Ich stand wie erstarrt und dann – geschah es.

Es ist der Moment, den Imker schwer erklären können.
Sie sagen „Faszination Honigbiene“ oder „Wunder der Bienenwelt“ oder „emotionaler Gewinn im Naturerleben“, jedenfalls:
DIE BIENEN HATTEN MICH.

Es ist ein ähnlicher Sog, wie wenn man am Meer sitzen will und den Wellen zuschauen: jede Welle ist anders und doch sind sich die Wellen gleich. Sie schlagen an die Felsen, ewig, seit es die Erde gibt und solange es die Erde geben wird.
Das ist die Beziehung des Imkers zu seinen Bienen: ein Hauch von Unsterblichkeit, von ewiger Kraft der Natur umweht ihn.

Es ging aber ganz normal und irdisch weiter. Ich wurde nicht gestochen (diesmal) und wurde IMKER. Der Imker wurde mein Imkerpate. Man kann auch im mittleren Alter noch einen Paten bekommen, das tat gut. Auch war man plötzlich „Jungimker“, das tat auch gut, jung ist ja schön.
Ich ging in den Verein, kaufte mir Bienen, las alle erreichbaren Bücher und gleich hatte ich meinen ersten Bienenschwarm. Oh Pate hilf!

Der Pate ließ mich nie im Stich; wenn ich ihn brauchte, war er da. Er suchte die Schwarmtraube nach der Königin ab. Von ihm lernte ich, dass man Schwarmbienen mit bloßen Händen abschöpfen kann, ohne gestochen zu werden (siehe Foto). Schwarmbienen haben nichts zu verteidigen, sie haben ja ihre Bienenwohnung und ihre Nahrungsvorräte zurück gelassen, um eine neue Kolonie zu gründen.

Ich wusste gleich, dass Bienen ein wichtiger Teil meines Lebens werden würden.
Nicht wissen konnte ich damals aber, dass ich das alles elf Jahre später für landlive.de aufschreiben würde...
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Schlagwörter

bienenwohnung, faszination honigbiene, imkerpate, jungimker, schwarmbienen, schwarmtraube, wunder der bienenwelt

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