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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Herbert Käfer / pixelio.de
77 mal angesehen
24.06.2010, 19.42 Uhr

Intelligente Tiere

Mal wieder ein sehr schöner Beitag von „W wie Wissen“, in dem es um clevere Tiere geht. Der ist zwar schon ein bisschen her – ich gebe es ja zu, ich hab ihn aber erst jetzt in der ARD Mediathek gefunden - aber das tut dem Inhalt ja keinen Abbruch, nech?? Dass Menschenaffen, Delphine oder Wale in Sachen Intelligenz erstaunliche Leistungen bringen ist ja bereits bekannt. Aber die Sendung zeigte, dass auch Paviane, Dohlen, Kraken und Schweine auf ihre Weise auch erstaunlich schlau sind. Ich hab zu jedem Tier noch ein wenig gegoogelt und weitere Infos geholt, weil ich es so interessant fand.

Paviane
Ein Teil der Sendung ging darum, wie Paviane sich in Südafrika zu Banden zusammenzurotten, um an Essen zu gelangen. Denn weil Menschen immer mehr in den Lebensraum der Tiere eindringen und ihn verkleinern, ist es für die Paviane notwendig bzw. einfacher, sich bei den Lebensmitteln der Menschen zu bedienen, als nach Wurzeln auszugraben, oder Insekten zu fangen.

So gibt es organisierte und geplante Raubzüge, bei Mülltonnen ausgeräumt und Menschen auf der Straße regelrecht ausgeraubt werden. Jetzt werden schon Schutztruppen eingesetzt, um die Affen von ihrem Tun abzuhalten. Doch diese führen nur dazu, dass die Paviane sich Ablenkungsmanöver ausdenken. Da wird eine kleine Gruppe vorgeschickt, um die Männer an der Nase herumzuführen, während die anderen das Essen organisieren. Im Endeffekt werden die Affen zwar vertrieben, aber erst nachdem, sie sich die Bäuche vollgeschlagen haben. Am nächsten Tag sind sie wieder da.

Die Weinbauern haben ein besonders großes Problem mit den Pavianen. Die süßen Früchte sind natürlich ein besonderer Leckerbissen und die Ernteausfälle sind nicht unbeträchtlich. Mit allen möglichen Schutzmechanismen versucht man die Trauben zu schützen. Doch lautstarke Trompeten (Vuvuzelas??? ) vertreiben sie nur kurzfristig. Elektrozäune werden entweder auf Ästen überwunden, oder sie graben sich hindurch. Langfristig wird kaum ein Mittel wirken.

Das Problem liegt auch darin, dass Paviane von Menschen immer wieder gefüttert werden. Da bei ihnen aber immer erst die Ranghöchsten fressen dürfen, stufen sie die Menschen als rangniedrig ein, wenn sie von ihnen Essen bekommen. Dann ist es mit der Angst vor Menschen natürlich vorbei. Falls also jemand von euch zur WM fährt: keine Autos offen stehen lassen und nichts essen, wenn Paviane in der Nähe sind, geschweige denn füttern! Die Tiere sind wirklich gefährlich und können ordentlich zubeißen.
[www.daserste.de]
[www.zeit.de]
[www.spiegel.de]

Dohlen
Weiterhin ging es in der Sendung, um Dohlen die sich durch Blicke verständigen können. Das heißt sie können ein anderes Lebewesen anschauen und sich dann in sie hinein versetzen, um ihre Absichten zu erkennen, was wirklich außergewöhnlich ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie ein Leben lang einen Partner haben. Sich mit diesem verständigen zu können, ist für die Dohlen überlebenswichtig. Sie synchronisieren Nestbau oder sagen sich, wo sie Futter finden. Das erstaunlich ist, dass sie sich dabei nur untereinander, also innerhalb der Partnerschaft verständigen. Eine fremde Dohle würde die Signale nicht erkennen. Dohlen haben sogar einen ganz speziellen Laut füreinander, man könnte also sagen, dass sie sich Namen geben.

Dohlen können sogar menschliche Blicke interpretieren. Zum Beispiel, ob ein Mensch sie beobachtet oder wegschaut bzw. die Augen geschlossen hat. Sie können auch noch subtilere Augenbotschaften verstehen, allerdings nur dann, wenn eine Dohle von einem Menschen aufgezogen wurde. Zum Beispiel wenn der Mensch auf eine von zwei Schalen schaut, unter der sich Futter befindet, werden sie verstehen, unter welcher das Leckerli zu finden ist.

Andere Rabenvögel benutzen Werkzeuge wie beispielsweise Stöcke oder entwickeln unfassbar clevere Methoden, um an ihr Futter zu kommen. In Tokio nutzen Raben den Verkehr, um Nüsse zu knacken. Das heißt sie legen bei einer roten Ampel eine Nuss vor ein Auto und lassen sie knacken, indem das Auto drüberfährt. Außerdem erkennen sie sich beispielsweise Elstern im Spiegel selbst. Forscher befestigten bei ihnen einen roten Punkt an die Brust und hielten ihnen später einen Spiegel davor. Erst daraufhin versuchten sie den roten Punkt wieder zu entfernen.
[www.daserste.de]
[www.dradio.de]
[www.dradio.de]
[www.stuttgarter-zeitung.de]
[www.scienceticker.info]
[www.scinexx.de]

Kraken
Das war mir ebenso neu: Auch Kraken benutzen Werkzeuge und überwinden komplexe Hindernisse, um an Futter zu kommen. Sie können sogar Dosen aufschrauben, wenn man es ihnen zeigt. Überhaupt sind sie überaus neugierige Wesen, die erst einmal alles in Ruhe aber gründlich abtasten, um dann großer Ausdauer Lösungen zu finden. Außerdem sammeln sie Werkzeuge, um es erst später zu benutzen. Zum Beispiel Kokosschalen vom Meeresgrund, die erst dann zum Verstecken benutzt werden, wenn die Gefahr dann wirklich da ist. Anzuschauen hier: [www.wissenschaft-online.de]
In einem kalifornischen Aquarium hat ein kleiner Krake ein Ventil auseinander geschraubt und einen Schlauch verlegt, so dass daraufhin 10 Stunden lang Wasser aus dem Aquarium floss. Gott sei Dank kam dabei kein Tier wegen Wassermangels zu Schaden, aber der Wassertank musste dann erst mal krakensicher gemacht werden!

Wenn Menschen vor einem Aquarium mit Kraken stehen wird sehr schnell klar, dass sich hier beide Seiten beobachten. Kraken reagieren auf Berührungen des Glases und ahmen Fingerbewegungen nach. Auch können sie von ihren Artgenossen lernen
[www.daserste.de]
[www.scinexx.de]
[www.spiegel.de]

Schweine
Ganz klar, dass dies alles beeindruckende Fähigkeiten sind. Alle wurden entwickelt, um das Überleben zu sichern und sind in diesem Sinne „natürlich“. Aber machen Tieren, denen man es gar nicht unbedingt zugetraut hätte, kann man auch erstaunliche Sachen beibringen.

Die Geschichte, die mich am meisten erstaunt hat, war die über die Hausschweine. Okay, dass Schweine durchaus lernfähig sind wissen wir spätestens seit Michel aus Lönneberga. In dem Beitrag ging aber darum, dass Schweinen beigebracht wurde, auf einen speziellen Namen zu hören. Der Hintergrund ist folgender: In immer mehr Schweinezuchten werden computergestützte Futterautomaten eingesetzt. Dazu braucht es dann kaum mehr menschliche Hilfe, um die Schweine zu füttern. Eins nach dem anderen ist dran und bekommt genau die Menge Futter, die es braucht. Klingt alles sehr schön, birgt aber ein großes Problem. Da die Maschinen sehr teuer sind, können oft nur einige wenige angeschafft werden. Weil aber alle Schweine auf einmal fressen wollen gibt es oft Rangeleien und teilweise sogar schwerwiegende Verletzungen.

Bei einem gemeinsamen Projekt des Friedrich-Loeffler-Instituts und des Leibnitzinstituts für Nutztierbiologie wurde jetzt versucht, die Intelligenz der Tiere zu nutzen, um das Problem zu beheben. Und zwar, in dem sie ihnen einen Namen beibrachten. Wann immer die Schweine in einer solchen Futterbox standen, wurde ihnen ein bestimmter Name alle 10 Sekunden vorgespielt. Nach einer Woche Training, dann der Test, und es klappte schon bei vielen Schweinen. Sobald der eigenen Name aufgerufen wurde, geht das Tier zur Futterbox, um zu fressen. Besonders gut funktionieren übrigens dreisilbige Namen wie Brundhilde oder Pauline.

Das System ist zwar noch nicht perfekt, denn manchmal blockieren andere Schweine noch immer die Futterbox und es gibt Auseinandersetzungen. Aber die Zahl der Verletzungen halbierte sich bereits bei dem Projekt und es mussten deutlich weniger Medikamente eingesetzt werden…
[www.daserste.de]
Auch Schweine haben das Prinzip des Spiegels verstanden: [www.rp-online.de]

Foto: Herbert Käfer / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

25.06.2010 11:41 Paradiesgarten

Das zeigt, das wir Vieles noch nicht wissen !
Sehr interessant !
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