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Waldelefant Büffel Zebras
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25.06.2010, 20.28 Uhr

Auszeit in Kenia

Wir hatten ein Auto gekauft. In 10 Tagen sollte die Umaschreibung vom Vorbesitzer auf uns erfolgen. Als wir schon auf dem Weg in die Hauptstadt waren, hieß es, dass sich die Sache um ein paar Stunden verzögern könnte. Aus den Stunden wurden acht Wochen. Immer wieder hieß es "Morgen ganz gewiss". Nach sechs Wochen des Hinhaltens wollten wir nicht mehr täglich neue Lügen hören und buchten eine Reise nach Kenia. "Bei unserer Rückkehr dann, ganz gewiss ..."
Wir hatten ein Adresse für eine Lodge ganz im Süden Kenias am Indischen Ozean bekommen. Es war paradiesisch. ein weißer Strand, Mangrovenwälder, der Ozean. Es gab Hütten aus Palmblättern ohne Strom und eigenes Bad, aber mit den ältesten Waschbecken der Welt. Als solche waren 300000 Jahre alte Muscheln installiert.
Wir bevorzugten ein Zimmer in einem aus Korallen gebauten Haus, mit eigenem Bad, Strom und hübschen Möbeln aus Sansibar.
In einem Reiseführer wird das Essen als das beste in ganz Kenia gerühmt. Das war kein bisschen übertrieben. Man aß gemeinsam an einem Tisch. Meist gab es Fisch aus dem Indischen Ozean, er hat die Konsistenz von Kalbfleisch, mit raffiniert gewürzten Soßen. Nicht nur deswegen war das Essen immer ein Erlebnis, der Gastgeber erzählte auregende und amüsante Geschichten aus seinem Leben in diesem Paradies. (Daraus ist auch ein Buch entstanden, das sehr kurzweilig zu lesen ist.)
Man konnte wunderbar im warmen Indischen Ozean schwimmen, Spaziergänge zum heiligen Baobabbaum, zu den Fischern und den Bauerndörfern machen, aber es war noch Regenzeit. Wir machten einen Ausflug in die nahen Shimba Hills. Auf den ersten Blick fühlt man sich in ein deutsches Mittelgebirge versetzt, Wiesen und Wälder breiten sich aus. Aber die Wege sind rot, die Bäume sind anders und auch die Tiere: Waldelefanten, Giraffen, Gazellen, Warzenschweine und Büffel.
Wir zogen dann weiter nach Norden, Richtung Mombasa. Dort war die Luft zum Schneiden und wir buchten noch am Abend eine Safari in einem der großen Nationalparks, Tsawo West. Dort überrschte uns trockene Luft, es hatte seit Wochen nicht geregnet. Eine grandiose Landschaft tat sich vor uns auf, weite Savannen, schroffe Klippen, blaue Hügel und am Abend in Rosa getauchte Berge. Morgens blickten wir auf den Kilimandscharo, nachmittags ist er in Wolken gehüllt. Der Schnee hat sich bis auf einen schmalen Saum zurückgezogen.
Die Löwen schliefen, nur einer hob den Kopf und ließ ihn auch gleich wieder sinken. Leoparden, Giraffen, Büffel, Strauße, ganz entzückende Zwerggazellen und auch andere, alles, was zum Keniaklischee gehört, konnten wir bequem vom Safaribus aus beobachten, den wir ganz alleine für uns hatten.
Die Enttäuschung erwartete uns dann in Addis Abeba. Während unserer Abwesenheit war nichts geschehen. Wir verbrachten eine zermürbende Woche im Hotel. Nur mit viel Druck ging es weiter und wir konnten es kaum fassen, als wir schließlich im Auto saßen und nach Adama zurückfuhren.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

27.06.2010 20:10 kruemel
Aber das klingt nach einer tollen Zeit in Kenia!
28.06.2010 10:43 Rosalie
kruemel schrieb:
Aber das klingt nach einer tollen Zeit in Kenia!

Das war es auch!
28.06.2010 10:53 Paradiesgarten

Du solltest ein Buch darüber schreiben !
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