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Unsere Straße in Adama Unser haus, unser Garten, unser Auto Die Handwerker in unserem Haus
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26.06.2010, 15.39 Uhr

Unser Haus in Adama

Nach fast fünf Monaten haben wir endlich ein Haus gefunden. Warum wir uns so schwer taten? Die neu gebauten Häuser haben dicke Gitter vor den Fenstern, aus diesen blickt man auf hohe Mauern mit Natodraht darüber. Wir wollten nicht wie im Hochsicherheitstrakt leben. Oft gibt es Zimmer, die zwar ein großes Fenster haben, das aber auf eine Mauer in 10 oder 20 cm Entfernung geht, es ist also immer künstliche Beleuchtung notwendig. Wenn dann der Strom ausgeht ... Die Äthiopier sagen, zum Schlafen brauche man kein Licht. Man liebt hier dunkle Räume, das ist verständlich, und tönt die Scheiben blau. Manchmal gehen die Zimmerfenster auch auf einen Flur.
Traditionen werden nicht aufgegriffen, das wäre auch nicht so einfach. Außen wie innen werden bei den neuen Häusern pompöse Dekorationen angebracht. Innen mutet es meistens wie eine Mischung aus arabischen und indischen Stilelementen an. Wir haben auch korinthische Kapitelle gesehen.
Die Grundstücksflächen, ziemlich klein, sind meistens großflächig versiegelt. Die aufwändigen Keramikfliesen bei besseren Häusern gefallen mir dabei weniger als Beton.
Dann haben wir ein Haus gesehen, das uns sehr gut gefiel. Es war sehr großzügig, der Kitsch hielt sich in Grenzen. Wir wollten den relativ großen Garten anlegen. Die Miete war auch sehr großzügig. Es kommt häufiger vor, dass man von Europäern überhöhte Mieten verlangt. Wir warteten darauf, dass der Besitzer mit der Miete zurückgehen würde, was auch vorkommt.
In der Zwischenzeit wurde uns ein anderes Haus angeboten. Ohne viel Hoffnung gingen wir hin. Als die kleine Tür im großen Tor geöffnet wurde und ich den ersten Blick auf das Grundstück werfen konnte, sagte ich: "Das ist ein anderes Haus." Viel Grün, keine versiegelten Flächen, große Fenster mit Gittern, die an die 50 iger Jahre erinnern. Die Hausbesitzerin hatte in Holland gelebt und sich von dort inspirieren lassen. Das Haus - es wurde vor sechs Jahren gebaut - wirkte schon heruntergekommen. Es wird von innen und außen renoviert. Es wurde von einer netten Familie bewohnt, die nach Addis Abeba umziehen musste. Die Bestizer sind sehr bemüht, auf unsere Wünsche einzugehen. Die Miete ist nach Verhandlungen angemessen.
Das Schönste ist der Garten, hohe Bäume, auch Obstbäume, geben Schatten. Wenn wir eingezogen sind, werde ich einen Blog "Unser Garten in Adama" eröffnen.
Das Viertel gilt als das beste in der Stadt. Das mag mancher nach dem Foto gar nicht vermuten.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

27.06.2010 13:04 Camelia
Super, daß Ihr endlich eine Bleibe gefunden habt. Ich freue mich schon auf Deinen Gartenbloq.
Alles Liebe
Camelia
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