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Foto zum aktuellen redaktionellen Blog der Imkerei
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30.06.2010, 10.50 Uhr

Warum schmeckt mein Honig nach Wachs?

Die Frage an die dlv-Imkerredaktion:

Ich habe Anfang Juni meinen ersten Honig geschleudert, dazu habe ich ein elektrisches Entdeckelungsmesser benutzt. Kann es sein, dass hierdurch der Honig nach Wachs schmeckt, weil das Wachs beim Entdeckeln schmilzt? Im Vergleich zum Honig meines Großvaters, der klassisch mit der Gabel entdeckelt wurde, habe ich bei meinem nach einem Moment nur noch Wachs geschmeckt!


Die kurz gefasste Antwort des Experten:


Mit einem elektrisch beheizten Entdeckelungsmesser lässt sich sehr schnell entdeckeln, vor allem, wenn man helle unbebrütete, gleichmäßig ausgebaute Honigwaben hat. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass dabei geschmolzenes Wachs wieder über die Wabenflächen läuft und der Honig eventuell einen Wachsgeschmack annimmt. In der Praxis habe ich dies allerdings noch nicht festgestellt, will es aber prinzipiell nicht ausschließen. Wie so oft kommt es wohl auf die richtige Technik an.

Bebrütete Waben sind etwas problematischer, das Messer muss dazu heißer sein. Somit steigt die Gefahr, dass Honig karamellisiert („anbrennt“) oder auch, dass vermehrt flüssiges Wachs Kontakt zum Honig hat und diesen geschmacklich beeinträchtigen kann. Sofern man beide Wabenarten vorliegen hat, sollte man zuerst die hellen mit niedriger Temperatur und anschließend die dunkleren mit höherer Temperatur entdeckeln.

Zum Entdeckeln sollte die Wabe hochkant mit der Schmalseite auf einer angespitzten Edelstahl-Schraube mit Traverse über einem Entdeckelungstisch oder einer Wanne gestellt werden. So lässt sie sich leicht drehen und die günstige Neigung finden. Es ist vorteilhaft, wenn man die Wabe beim Entdeckeln etwas nach vorne neigt, damit die abgeschnittene Wachsdeckelschicht nicht auf die Wabe zurück, sondern frei herabfällt.

Man schneidet etwa ⅔ der einen Wabenseite von oben nach unten (!) und das obere Drittel anschließend von unten nach oben. Somit kühlt Honig und Wachs nur das Messer wenig ab, weil nur wenig Honig und Wachs über das Messer laufen. Auch besteht dann kaum die Gefahr des Karamellisierens.



Die komplette Antwort könnt ihr auf der Onlineseite der dlv-Imkerzeitschriften ADIZ, die Biene und der Imkerfreund nachlesen:

[www.diebiene.de]


Wenn auch ihr Fragen habt, könnt ihr sie direkt an unsere dlv-Imkerredaktion schicken: js-bienenredaktion@t-online.de


Habt ihr noch Fragen dazu an die anderen Imker? Dann startet im landlive-Forum eine Diskussion dazu:

[www.landlive.de]
offline

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Kommentare

05.07.2010 22:06 renner
Ich benütze seit Jahren den elektrischen Hobel zum Entdeckeln. Bis jetzt war noch keinerlei Beeinträchtigung bemerkbar. Mein Honig wird jährlich als " Goldhonig" ausgezeichnet. Es wird halt wirklich an der richtigen Technik und damit Temperatur liegen!
Wolfgang Renner, A 4331 Naarn
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