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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Durchschau der Magazine Logo BeeBase Bienenstand der National Bee Unit (NBU) bei York
399 mal angesehen
08.07.2010, 23.37 Uhr

Out of Rosenheim: Imkerei in Schottland I

Wieder einmal unterwegs - dieses Mal in Schottland.
Da Schottland ja bekanntlich unweit von England liegt, so wie Bayern in der Nähe von Deutschland lokalisiert ist, versteht man die Schotten erst so richtig, wenn man sich mit den Engländern befasst hat. Beide kommen mittlerweile zwar gut miteinander aus, sobald es aber für England etwas zu verlieren gibt, sympathisieren die Schotten doch mit der jeweils "anderen" Seite - etwa der Deutschen, wenn es um Fußball geht.

Die National Bee Unit in York
In England gibt es Bienen - und wie sollte es anders sein auch Imker und Bieneninstitute. Anders als in Deutschland konzentriert sich die Bienenforschung aber auf ein Institut für das gesamte Land: Die "National Bee Unit" (NBU) in York. Im Netz vertreten ist die NBU auf einer Seite, die sich Beebase nennt.
Die "National Bee Unit" wurde 1940, zu Beginn des 2. Weltkrieges, vom britischen Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei gegründet. Die Gründung erfolgte aus der Notwendigkeit heraus, durch der kriegsbedingte Nahrungsmittelknappheit die Abgabe von Zucker an Imker zu rationieren. Nur einige Jahre später war die NBU an den ersten gesetzlichen Reglementierungen bezüglich der Imkerei in Großbritannien beteiligt: 1942 wurde das "Foul Brood Disease of Bees Order" erlassen. In der Folgezeit wurde das bestehende Gesetz zur Bienenhaltung mehrfach modifiziert. Die jüngste Version in dieser Richtung ist das "Bee Diseases and Pests Control Order", das 2006 erlassen wurde, und in dem grundlegende Rechtsfragen der Bienenhaltung und Bienengesundheit geregelt werden. Nach britischer Rechtslage sind die Krankheiten amerikanische Faulbrut, europäische Faulbrut sowie Schädlingsbefall durch den kleinen Beutenkäfer und die Tropilaelaps Milbe (ein Schädling, der Bienenbrut befällt) amtlich meldepflichtig.
Nach mehreren institutionellen Neuverortungen gehört die "National Bee Unit" heute zur "Food and Environment Research Agency", die wiederum dem Ministerium für Umwelt, Nahrungsmittel und ländliche Angelegenheiten untergeordnet ist (DEFRA). Seit den frühen 1950er Jahren ist die NBU für die Bienengesundheit in England und Wales zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört einmal die Beobachtung als auch die Behandlung von Bienenkrankheiten und Bienenschädlingen. Zweitens ist die NBU als Beratungsagentur für all jene Gruppen aktiv, die mit Bienen zu tun haben (Politik, Industrie und Imker). Drittens schließlich ist die NBU in Forschung und Entwicklung involviert und unterhält diesbezüglich internationale Kooperationen mit anderen Bieneninstituten, etwa in Israel, Malta, Iran, China, Südafrika und Uganda. Viertens schließlich bietet die NBU Dienstleistungen für Regierung und Industrie an, etwa Honiganalysen, Analysen von Bienenvergiftungen oder die Testierung von Varroabehandlungsmitteln.

Aufgaben der National Bee Unit
Die Arbeit der NBU stellt den Schutz der Honigbienen ins Zentrum, indem versucht wird den Import von Krankheiten und Schädlingen zu minimieren, Bienenhalter in der Diagnose und Behandlung von Bienenkrankheiten zu schulen und die fachkundige Behandlung großflächiger Epidemien sicherzustellen, indem die NBU ein Netzwerk von Bienenexperten, Bienenforschern und Inspektoren bereitstellt. Der Umfang der Bieneninspektionen pro Jahr umfasst etwa 10% der britischen Bienenvölker - das sind etwa 5000 Inspektionen oder 24000 untersuchte Bienenvölker pro Jahr. Unterstützt wird die Arbeit der Inspektionen und das Bienengesundheitsprogramm durch das Datenbanksystem BeeBase. Die Registrierung bei BeeBase ist für Imker freiwillig und kostenlos, sie eröffnet aber den Zugang zu aktuellen amtlichen Informationen bezüglichen verschiedenster Maßnahmen zur Bienengesundheit und zum Netzwerk der Bienenxperten und Inspektoren. Die Informationen aus BeeBase werden von der "National Bee Unit" nicht nur zur Epidemienüberwachung verwendet, sondern auch zu Forschungszwecken und für Risikoanalysen bezüglich von Bienenkrankheiten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit der NBU ist die Bereitstellung von Weiterbildungsangeboten für Bienenhalter. Dazu bieten die Experten und Inspektoren der NBU in Kooperation mit lokalen Bienenhaltervereinigungen Kurse an. Zudem gibt es ein zentrales Kursprogramm in York.
Die eigene Arbeit in Lehre und Forschung an Bienen nutzt die etwa 150 Bienenstöcke, die von der NBU betreut werden und die in der Gegend um York stationiert sind. Die betreuenden Imker sind seit mehr als 10 Jahren, manche über 30 Jahre, als professionelle Imker tätig. Der durchschnittliche Honigertrag liegt bei etwa 5 Tonnen pro Jahr.

BeeBase
Ein zentrales Projekt der "National Bee Unit" ist das Datenbanksystem BeeBase. Auf dessen Startseite gibt es neben einer Kontaktliste, aktuellen Meldungen, Projekten der NBU im Ausland und einigen Bildergalerien viele Informationen zur Bienenhaltung. Alles was man als alter und neuer Bienenhalter wissen muss, findet man praktisch hier auf einer Seite gebündelt.
Interessant sind vor allem die aktuellen Forschungsbereiche der NBU, vor allem die aktuell durchgeführte großflächige Bestandsaufnahme der Verbreitung von Bienenkrankheiten in Britannien, die sich über 5000 Imkereien erstrecken soll. Auch interessant sind eine gerade verlaufende Bestandsaufnahme der Geno- und Phänotypen verschiedener Bienentypen in Britannien, Studien zur Qualität von Bienenköniginnen und Untersuchungen zur Nutzung von Pilzen in der Varroabekämpfung.

Das Nationale Imkerdiplom
In einem einwöchigen Kurs kann man am NBU in York auch das "National Diploma in Beekeeping" erwerben, sofern man einen praktischen Test und eine dreistündige Klausur übersteht. Die Klausuraufgaben der letzten Jahre sind übrigens im Netz unter der u.g. Homepage einsehbar: Stiftung Imkertest sozusagen. Die Fragen sind dabei durchaus knifflig, oder hättet ihr folgendes gewusst:

Q: Die meisten Forscher akzeptieren die Theorie, dass Bienen Tanzkommunikation nutzen um Arbeiterinnen zu rekrutieren, setzen Bienen auch viele andere Navigationsmethoden ein. Gib einen Überblick über die Kontroverse dazu und diskutieren Techniken, die eine Arbeiterin einsetzen kann, um eine Futterquelle zu finden.

Q: Im Jahr 2000 verbannte die EU Honigimporte aus China, als darin illegalie Antibiotika gefunden wurden. Beschreibe die Auswikungen dieses Verbots auf die Honigverkaufsindustrie in Großbritannien, mögliche Gründe für die Antibiotika im Honig und zeige auf, wie die chinesischen Honigerzeuger dieses Problem lösen könnten.

Q: Erläutere sechs der folgenden Begriffe: Afrikanisierte Bienen, allergische Reaktion, Drohnensammelplatz, Glykogen, Bienenmütterchen, Parthogenese, Spermatheka, Tracheen, Facettenauge.

Hättet ihr das gewusst? Aber ich wollte ja eigentlich gar nichts mit England zu tun haben, ich war ja in Schottland und da sah bisher alles etwas anders aus...

Die Homepage der NBU findet sich hier:
[secure.fera.defra.gov.uk]

[secure.fera.defra.gov.uk] [Dokumentensammlung]

Die Homepage der FERA findet sich hier:
[www.fera.defra.gov.uk]

Die Homepage des Nationalen Imkerdiploms:
[www.national-diploma-bees.org.uk] [Die Prüfungen finden sich unter "Examinations"]

Eine Photoserie findet man hier:
[www.landlive.de]
offline

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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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penzbee

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Kommentare

10.07.2010 22:50 Bienenalex
UFFF Machen die auf dem ersten Bild Mummenschanz?
10.07.2010 23:24 Austeja
Auf der Homepage der NBU findet man mehr Photos, die Imker sehen darauf immer so aus.
MEhr haben sie nur an, wenn sie behandeln
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