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Das Leben eines Krümels

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EU-Biosiegel
108 mal angesehen
22.07.2010, 18.25 Uhr

Das neue EU-Biosiegel

Bereits am 01. Juli wurde das neue EU-Biosiegel eingeführt. Am Anfang erhöht sowas die Verwirrung eher noch, schließlich gibt es bereits genug Siegel auf den Verpackungen – ganz zu schweigen von vielen Aufschriften und Hinweisen der Hersteller. Nun gehöre ich ja zu den Menschen, die genau wissen wollen, was nun dahinter steckt und habe ein wenig recherchiert.

Meine grundlegende Erkenntnis: eigentlich ändert sich für uns deutsche Verbraucher mit diesem Siegel so gut wie gar nichts. Außer, dass es eben ein weiteres Symbol auf den Verpackungen gibt. Denn das EU-Biosiegel hat fast dieselben Richtlinien wie das deutsche Biosiegel. Beim EU-Siegel muss außerdem noch das Herkunftsland der Rohstoffe angegeben werden und die Hersteller müssen es verwenden, sollten sie die Bedingungen erfüllen. Das deutsche Bio-Siegel ist hingegen freiwillig.

Ansonsten gilt auch für das EU-Biosiegel: die landwirtschaftlichen Rohstoffe der Produkte müssen zu 95% aus ökologischem Anbau stammen. Tiere müssen artgerecht gehalten werden. Gentechnik ist verboten, ebenso wie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Mindestens einmal im Jahr werden Bio-Betriebe von einer unabhängigen Stelle geprüft. Ein Code in der Nähe des Siegel gibt Auskunft über die Kontrollstellen.

Der große Vorteil dieses Siegels ergibt sich für uns dann, wenn wir uns in anderen EU-Ländern aufhalten. Dann können wir uns sicher sein, dass Produkte mit dem EU-Biosiegel nach der EU-Ökoverordnung produziert worden sind. Gerade in der Urlaubszeit ist das sicherlich eine große Hilfe für diejenigen, die gern Bio-Produkte kaufen. Allerdings dürften wir in diesem Sommer eher noch selten über das Siegel stolpern, weil es natürlich noch eine Übergangszeit von 2 Jahren gibt, in der erst die alten Verpackungen aufgebraucht werden dürfen.

Kritiker bemängeln jedoch, dass dies nur Mindeststandards sind. 95% ökologischer Anbau sind eben keine 100%. 0,9% der Inhaltsstoffe können außerdem gentechnisch verändert sein, sofern sie zufällig aus der Umwelt – z.B. durch Pollenflug – hineingekommen sind. Andere Umweltfaktoren, wie beispielsweise ein hoher Wasserverbrauch für die Herstellung von Bio-Tomaten werden nicht berücksichtigt. Foodwatch weist weiterhin auf Bio-Produkte mit irreführenden Werbebotschaften hin. Zum Beispiel, dass in Bio-Limonaden kein bisschen Frucht, sondern vor allem Wasser, Zucker und „natürliche Aromen“ enthalten sei.

Wem die EG-Öko-Verordnung jedoch nicht weit genug geht, kann aber auf Produkte mit den so genannten Verbandssiegeln wie Demeter, Bioland und Naturland zurückgreifen. Die arbeiten nach weitaus strengeren zum Beispiel was artgerechte Tierhaltung oder die Verarbeitung der Produkte angeht. Ist ja nicht so, dass wir in Deutschland keine Auswahl an Bio-Siegeln hätten. .

[www.bio-siegel.de]

[www.test.de] (hier werden z.B. die Codes der Kontrollstellen erklärt)
[www.3sat.de]
[www.focus.de]
[www.spiegel.de]
[foodwatch.de]

Gutes Video vom SWR mit einem Interview mit einer Vertreterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Außerdem ein ebenso interessanter darüber, wie ein Biohof kontrolliert wird und was da allein an Dokumentationsaufwand für die Hersteller anfällt.
[www.swr.de]

Logo von hier: [ec.europa.eu]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

23.07.2010 12:39 Paradiesgarten

Dann bin ich mal gespannt, wie sich das Siegel durchsetzt, mir wäre lieber , das manche Inhaltsstoffe einfach verboten würden, weniger Siegel, weniger Kleingedrucktes, einfacher für jeden. Weg mit dem Dreck !
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