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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Ronald Kayser / pixelio.de
40 mal angesehen
03.08.2010, 21.08 Uhr

Was macht eigentlich Island

Vor einem Viertel Jahr waren die Nachrichten noch voll von Island und den Aschewolken, die der Eyjafjallajökull in die Atmosphäre blies. War schon beeindruckend und sogar ein wenig erschreckend, wie ein so weit entferntes Naturschauspiel den Alltag in Europa so durcheinander bringen konnte. Da gab es Bekannte, die nicht in den Urlaub konnten bzw. von einer Reise nicht heimkehren konnten. Oder Freunde, die Überstunden machen mussten, weil für den Chef Alternativreisepläne erstellt werden mussten.

Inzwischen hört man nicht mehr viel vom Eyjafjallajökull. In den Medien ist es ja irgendwie meistens so. Entweder man wird mit Informationen zu einem Thema von allen Seiten überschüttet, oder man hört plötzlich gar nichts mehr davon. Außerdem hat es mich gewundert hat, warum man gar nicht erfährt, wie die Isländer eigentlich mit dem Ausbruch klargekommen sind. Diese haben ihn ja schließlich hautnah mitbekommen.

Interessant war deshalb dieser Artikel auf [www.sueddeutsche.de] , der über den Hof berichtet, der am stärksten unter den Auswirkungen des Vulkanausbruchs leiden soll. Er befindet sich am Fuße der Eyja-Gebirgskette, also nur wenige Kilometer vom Eyjafjallajökull entfernt. Dort lebt ein Ehepaar mit ihrem Sohn, seiner Frau und dem Enkel.

Als alles am 14. April begann, wurden die Bewohner natürlich evakuiert. Sie verbrachten die Zeit bei einer der Töchter in Reykjavik. Nur der Sohn blieb in der Nähe, um die 60 Kühe zu melken und mit Futter zu versorgen. Das hieß mit Schutzanzug und Schutzmaske durch dichte Aschewolken zum Hof zu fahren. Manchmal war die Sicht so schlecht, dass er sich nach dem GPS orientieren musste. Die Tiere überlebten.

Nach einer Woche kehrte die Familie auf den Hof zurück. Der Vulkan ließ noch immer die Erde erbeben und die Fensterscheiben klirren, aber sie blieben. Die Asche lag 5 Zentimeter hoch auf dem Boden. Diese war allerdings nicht so schlimm für die Felder wie mit Regen und Schmelzwasser vermischte Asche, die als zählflüssiger Brei vom Berg floss und den Boden versiegelte. Das geernetete Heu kann natürlich nicht verfüttert werden, aber immerhin bekommt er Futter für die Tiere kostenlos vom Staat. Aber sie müssen im Stall bleiben, da sie das Gras nicht fressen dürfen.

Noch immer fegen ab und zu Aschestürme über das Gebiet. Einer war so schwer, dass die Blumen ihre Blüten verloren und die Bäume ihre Blätter. Die Schwiegertochter und der Enkel leben erst einmal in Reykjavik, weil die Ärzte nicht genau wissen, wie sich die Asche auf das Kind auswirken. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Monate dauern, aber die Familie will nicht aufgeben und ihren Hof wiederherstellen.

Aber lange nicht alle Teile Islands hat es so schwer erwischt. Der Tourismus ist wieder langsam am Anlaufen, auch wenn die Zahlen die letzten Monate drastisch niedriger waren als normal. Natürlich sind auch diese am schwersten betroffenen Gebiete eine Art Sehenswürdigkeit. In Reykjavik kostet ein Löffel Asche immerhin 6 Euro…

Aber natürlich soll auch der Rest des Landes und seine (vom Ausbruch oftmals unbeeinflussten) Naturschönheiten wieder in den Fokus rücken. Deshalb hat Island eine große Werbekampagne gestartet, die sich „Inspired by Iceland“ nennt. Es geht darum, wieder Menschen auf die Insel zu locken für den Sommer, wenn die Insel am schönsten ist. Es gibt ein offizielles (wie ich finde sehr nettes und gute Laune machendes) Werbevideo [www.inspiredbyiceland.com] und es fand ein kostenloses Konzert in Reykjavik statt, dass man auch noch mal im Internet anschauen kann: [www.inspiredbyiceland.com] . Es spielten unter anderem Glen Hansard und Damien Rice und natürlich einige isländische Bands. Es wurden die Isländer aufgerufen, über soziale Netzwerke der Welt zu sagen, was sie an ihrer Heimat am schönsten finden [stories.inspiredbyiceland.com] Auch Stars – darunter Viggo Mortensen oder Yoko Ono – erklären in Videos, warum sie Island lieben [www.inspiredbyiceland.com] Also wirklich eine große angelegte und sehr schöne Kampagne. Auf der Seite gibt es übrigens auch Live-Streams auf ausgesuchte Isländische Naturschönheiten. Da kann man sich kaum satt sehen: [www.inspiredbyiceland.com]

Interview mit der Tourismusministerin Islands
[www.stern.de]

Hier auch noch ein interessantes Blog, was ich in dem Zusammenhang gefunden habe, was Neuigkeiten aus Island zusammenträgt und dabei natürlich auch auf den Vulkanausbruch und seine Konsequenzen eingeht: [blog.snaefell.de]

Foto: Ronald Kayser / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

04.08.2010 11:35 Paradiesgarten

Leider wird oft zu selten nachgehakt, wenn eine Katastrophe erstmal vorbei ist.
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