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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Filmplakat "Me too"
39 mal angesehen
05.08.2010, 20.22 Uhr

Filmtipp: Me too

Erinnert ihr euch noch, als ich letztes Jahr von Pablo Pineda [www.landlive.de] erzählte? Er war der erste Mensch mit Downsyndrom, der ein Hochschulstudium in Europa abgeschlossen hat. Als ich letztes Jahr über ihn schrieb hatte er nicht nur sein Lehrerstudium absolviert sondern war auch kurz davor sein zweites Studium als pädagogischer Psychologe abzuschließen. Am Ende meines Artikels wies ich bereits daraufhin, dass es einen Film über ihn geben würde – und heute ist dieser in den deutschen Kinos angelaufen.

Der Film heißt „Me too“, also „Ich auch“. Pablo Pineda spielt die Hauptfigur Daniel. Die Geschichte ist sehr stark an Pablos Lebenslauf angelehnt, denn Daniel hat auch sein Studium als Lehrer und pädagogischer Psychologe abgeschlossen. Voller Energie und Stolz auf sich selbst beginnt er seine erste Stelle in einem staatlichen Büro für behinderte Menschen.

Doch er trifft immer wieder auf Vorurteile. Seine Kollegen, seine Freunde ja selbst seine Familie trauen ihm immer wieder nur wenig zu. Immer wieder muss er darum kämpfen, als erwachsener Mensch und vor allem auch als Mann ernst genommen zu werden. Er ist ganz nah an der Normalität und wird sie doch nie erreichen. Seine Sehnsucht nach Liebe und einer Partnerin trifft auf Skepsis. Sein Anspruch eine nichtbehinderte Freundin haben zu wollen bringt völliges Unverständnis hervor, schließlich ist er ja nicht normal.

Dann verliebt sich Daniel ausgerechnet in seine Kollegin Laura. Eine attraktive Blondine, die schon viele Männer um den Finger gewickelt hat, aber eigentlich einsam und zurückgezogen ist. Zwischen den beiden entwickelt sich zuerst eine intensive Freundschaft – sie beide teilen ihren Sinn für Humor und ihre tiefe Einsamkeit. Später schlägt diese Freundschaft für beide überraschend in Liebe um.

Der Film ist hoch gelobt für seine Glaubwürdigkeit und seine tollen Schauspieler. Er kommt gänzlich ohne falsches Mitleid für Behinderte aus und zeigt sie als das, was sie sind – Menschen mit Ansprüchen und Sehnsüchten genau wie wir. Auch ist es kein schweres Drama, sondern hat einen hohen Unterhaltungswert, weil der Film gespickt ist mit viel Humor und pointierten Dialogen.

Einer der Regisseure hat übrigens selbst eine Schwester mit Downsyndrom – sie spielt auch selbst in dem Film mit, was sicherlich stark zur Authentizität des Filmes beiträgt. Auch war Pablo Pineda von Anfang an stark in die Entstehung des Drehbuchs und des Films eingebunden. Die beiden Regisseure hatten ihn in einem Fernsehbeitrag gesehen und wussten sofort, dass sie seine Geschichte als Grundlage für den Film nutzen möchten. Dann besuchten sie Pablo regelmäßig, der zuerst als Berater fungierte. Später war jedoch für beide Regisseure klar, dass nur er die Rolle spielen konnte.

Also: falls ihr der Film bei euch in der Nähe läuft, anschauen! Ich bin gerade noch am Suchen, ob er hier nicht doch irgendwo gezeigt wird. Sieht mal wieder eher schlecht aus .

[www.metoo-derfilm.de]
[www.ard.de]
[www.kino-zeit.de]

Foto: Filmplakat "Me too"
offline

Geschrieben von

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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

05.08.2010 21:34 chrisbe
Bei uns läuft er leider auch nicht. Also muß ich wieder mal auf die DVD warten.
06.08.2010 11:17 Paradiesgarten
Warte auf auf die DVD in unserer Videothek, habe es aber bereits abgespeichert.
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