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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Filmplakat "Babys"
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19.08.2010, 19.08 Uhr

Kinotipp: Babys

Die Doku startet heute in den Kinos und es geht um – man kann es schon fast erraten – Babys! Der franzöische Dokumentarfilmer Thomas Balmès, der sonst eher politische Themen in seinen Werken bearbeitet, hat hier 4 Kinder von ihrer Geburt bis zu ihrem 1. Geburtstag begleitet. Sie kommen alle aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Ecken der Welt. Da wären:

Ponijao aus Namibia: Sie ist das zweitjüngste von inzwischen zehn Kinder – bei den Dreharbeiten war das jüngste Geschwisterchen natürlich noch nicht geboren. Ihre Eltern gehören zum Stamm der Himba, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem Züchten von Rindern und Ziegen verdienen. Die Familie ist sehr arm, nur eines der Kinder kann zur Schule geschickt werden.

Hattie aus den USA: Lebt als Einzelkind in Kalifornien in einem gehobenen Elternhaus. Ihre Mutter ist Professorin an einer Universität, der Vater Chefkameramann.

Bayar aus der Mongolei: Seine Familie lebt mitten in der unendlichen, zentralmongolischen Steppe. Die Eltern verdienen ihr Geld, indem sie Schafe und Rinder züchten. Bayar hat einen älteren Bruder. Wie Ponijao lebt auch Bayar im engen Kontakt mit der Natur.

Mari aus Japan: Sie kam in der Weltmetropole Tokio zur Welt und lebt mit ihren Eltern dort in einer kleinen Wohnung. Vater und Mutter arbeiten beide in der Modebranche. Auch sie ist ein Einzelkind.

Wie man sich vorstellen kann, waren die Dreharbeiten nicht ganz einfach. Sie dauerten insgesamt 2 Jahre. Die Familien wurden zuerst in einem großen Casting rund um den Globus ausgesucht. Es sollten dabei auch nicht unbedingt alle Kontinente abgedeckt werden, sondern es ging eher darum Familien mit unterschiedlichen Lebensweisen und Erziehungsstilen auszuwählen. Die Gründe, warum die Eltern mitmachten waren übrigens sehr unterschiedlich.

Während Ponijaos Mutter zusagte, weil sie dadurch eine Krankenhausgeburt bezahlt bekam und auch während dieses Jahres Geld damit verdiente. Sie hoffte, für ihre Tochter damit einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen. Eltern aus westlichen Ländern ließen sich sehr viel schwerer überreden, schließlich bedeutet ein solcher Film auch lange Dreharbeiten. Sowohl Hatties als auch Maris Eltern sahen darin die Möglichkeit eine einzigartige Erfahrung zu machen und ihre Horizonte zu erweitern.

Die Familien wurden auch so ausgesucht, dass nicht alles Baby gleichzeit geboren wurden, sondern zeitlich versetzt. Somit entwickelten sie sich nacheinander. Das Team reiste trotzdem ständig um den Globus, um alle Entwicklungsschritte der Kinder einzufangen.

Der Film zeigt auf der einen Seite natürlich, wie unterschiedlich sie aufwachsen, wie die verschiedensten Kulturen und Ansichten ihr junges Leben beeinflussen. Und doch wird genauso klar, dass wir als Menschen grundlegende und universelle Erfahrungen wie den ersten Atemzug, die ersten Schritte oder die Liebe unserer Eltern miteinander teilen. Am Ende sind wir doch alle Erdenbürger.

[www.babys.kinowelt.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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