Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Daniel Fuhrmannek / pixelio.de
49 mal angesehen
02.09.2010, 20.28 Uhr

Die anpassungsfähige Brille

40% aller Menschen brauchen Brillen. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass etwa eine Milliarde Menschen Brillen brauchen. Doch in ärmeren Ländern kosten Sehhilfen 1-2 Monatsgehälter und sind damit praktisch unbezahlbar. Und das ist nicht nur ein kosmetisches sondern sogar ein existenzielles Problem. Denn nicht richtig sehen zu können bedeutet, nicht richtig lernen und natürlich auch nicht richtig arbeiten zu können.

Normalerweise arbeitet ein Optiker ja mit sehr vielen Linsen, die er natürlich nicht so einfach mit sich herumtragen kann. Das hieß bisher, dass die Menschen zu einem Optiker fahren mussten. Was in einem Entwicklungsland allerdings oft schwierig, wenn nicht unmöglich war. Beispielsweise gibt es in den USA es einen Optiker für 4500 Einwohner, in Großbritannien immerhin noch einen für 6000. Ganz anders sieht es schon in Indien aus, wo es nur noch einen Optiker für 100.000 Menschen gibt und in den Schwarzafrika sogar nur noch einer für 1.000.000 Menschen. Die meisten Einwohner haben also noch nicht einmal einen Optiker in der Nähe.

Eine Non-Profit-Organisation aus Großbritannien möchte hier Abhilfe schaffen. Sie haben Gläser erfunden, die die Sehstärke anpassen können. Sie haben eine Flüssigkeit im Inneren. Die Dioptrien-Zahl wird reguliert in dem mehr oder weniger Flüssigkeit hineingegeben bzw. der Flüssigkeitsdruck erhöht oder verringert wird. Das ist eine bahnbrechende Erfindung. Gerade in Entwicklungsländern kann somit vielen Menschen recht simpel geholfen werden, weil nur ein Brillengestell für jeden Menschen mitgebracht muss, und die Sehstärke wird ganz einfach und individuell angepasst. Sogar Laien können die Einstellungen vornehmen, wenn sie angelernt wurden. Also ist noch nicht einmal unbedingt ein Optiker oder gar Augenarzt vonnöten. Die Kosten liegen mit 15 Euro außerdem noch einiges unter einer normalen Sehhilfe.

Getestet wurden diese Brillen bereits in Ghana und im Himalaya – mit großem Erfolg. Zum Beispiel Bildungsmaßnahmen können schon daran scheitern, dass Menschen nicht richtig sehen können. Was nützt es, den Menschen Lesen und Schreiben beibringen zu wollen, wenn die Schüler entweder die Tafel oder das eigene Heft nicht richtig sehen können. Dann ist solch ein Projekt bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und gerade Lesen und Schreiben ist die Grundlage jeder Bildung. Somit kann diese neue Erfindung einen immensen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten – oder einfach nur helfen die eigene Familie wieder klar und deutlich zu sehen.

[www.adaptive-eyewear.org]
[www.gillout.com]


Sehr sehenswertes Video über diese Brillen:
[www.youtube.com]

Foto: Daniel Fuhrmannek / pixelio.de
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

03.09.2010 09:29 Paradiesgarten

Ich hoffe, das es bei diesem Projekt keine Probleme bei der Umsetzung gibt.
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang