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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: steve prinz / pixelio.de
36 mal angesehen
06.10.2010, 16.46 Uhr

Das Grönland des Markus Lanz

So, mein letzter Beitrag vor einem kleinen Urlaub, es geht für eine knappe Woche nach Rügen und ich freu mich schon sehr! Mitte nächster Woche bin ich wieder da und dann gibt’s auch mal wieder ein neues vegetarisches Rezept . Jetzt geht’s aber los:

Also ich kenne Markus Lanz eigentlich nur von seinen Moderationstätigkeiten im Fernsehen. Selbst da habe ich ihm auch nur sehr sporadisch Aufmerksamkeit geschenkt, wenn ein Thema oder ein Gast seiner Talkshow mich besonders interessiert hat. Das kommt vielleicht ein bis zwei Mal im Jahr vor, weil ich grundsätzlich kein Talkshow-Fan bin. Um es kurz zu machen: Er verschwamm für mich bisher im TV-Einerlei und war eher als mäßig interessant abgestempelt. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob mein Urteil anders ausgefallen, wenn ich denn seine Sendungen mal regelmäßiger geschaut hätte.

Auf jeden Fall hat es mich überrascht, dass ausgerechnet er eine Dokumentation über Grönland für das ZDF produziert hat. Es zog ihn wohl schon oft in die Arktis. Für diesen Beitrag lebte eine Zeitlang bei den Inuit im nördlichsten Dorf der Welt. Bei extremen Temperaturen von bis zum Minus 40 Grad ging er mit ihnen jagen – über das zugefrorene Meer, tagelang unterwegs mit den Schlittenhunden. Er erlitt beim Fotografieren und Filmen leichte Erfrierungen, schlief in Biwaks und erlebte ausgewachsene Schneestürme mit. Auch ein Stück des kurzen arktischen Sommers erlebte er und musste hautnah erfahren, wie gefährlich die Jagd auf sich ständig bewegenden Eisschollen sein kann. Ganz ehrlich, das hatte ich ihm, als eher „glatten“ Typen, nicht zugetraut. Ich find’s ja schön, wenn Vorurteile so einfach vom Tisch gefegt werden .

Passend zur Doku erscheint ein Bildband bei National Geographic. Auf deren Internetseite sind auch drei Textauszüge, die einen kleinen Einblick geben. Im ersten Artikel porträtiert Markus Lanz ein älteres Ehepaar, die in einer Geistersiedlung ganz allein leben. Er ist ein Enkel von Robert E. Peary, dem Abenteurer, der als erster Mensch den Nordpol erreichte. Außerdem kann man über den kurzen Sommer auf Grönland lesen und über eine Robbenjagd im Winter, die gleichzeitig von der engen Beziehung zwischen dem Jäger und seinen Schlittenhunden erzählt.

[www.nationalgeographic.de]
[www.nationalgeographic.de]
[www.nationalgeographic.de]

Die Texte sind sehr persönlich und geprägt von seinen eigenen Erlebnissen mit den Menschen und der unbändigen Natur. Lanz hat den rauen Charme Grönlands sehr gut eingefangen, man merkt, dass er selbst eine tiefe Verbindung zu dem Land hat. Dennoch verbirgt er nicht die harte Seite des Lebens im hohen Norden, wo nur die stärksten Überleben und Sentimentalitäten fehl am Platze sind.

Auch Bildergalerien sind eingerichtet worden mit sehr beeindruckenden Fotos, die aber sicherlich im Bildband noch ganz anders wirken werden, als am Computerbildschirm. Auf jeden Fall hat Herr Lanz ab sofort meinen Respekt. Ich würde ja bei so ner Robbenjagd während des grönländischen Winters gnadenlos eingehen… und festfrieren… und rumjammern… und überhaupt. Geschweige denn dabei noch wunderbare Fotos schießen oder einen Film drehen.

Falls jemand schon ein schönes Weihnachtsgeschenk sucht oder selber Arktis-Fan ist: Das Buch heißt „Grönland. Meine Reisen ans Ende der Welt“, es kostet 39,95 € und ist wahrscheinlich in jedem gut sortierten Buchladen zu finden.

[www.welt.de]

Den Beitrag beim ZDF kann man in der Mediathek noch einmal anschauen, mir hat sie sehr gefallen: [dokumentation.zdf.de]

Foto: steve prinz / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

07.10.2010 10:34 Paradiesgarten

Einmal im Leben ins Eis. Das steht auch noch auf meiner Liste.
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