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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Bücher
70 mal angesehen
02.11.2010, 19.47 Uhr

Bücher tauschen

Wenn man so ein Bücherfreak ist wie ich, dann kann das ganz schön schnell ins Geld gehen. Klar kaufe ich nur Taschenbücher, bei Mängelexemplaren bin ich sowieso hinterher – aber wenn wir mal ehrlich sind, billig ist der Spaß nicht. Früher hat man mich regelmäßig in Bibliotheken gefunden. Gerade als Kind hab ich einen großen Teil meiner Freizeit dort verbracht. Aber seit wir hier leben ist es für mich ein Heidenaufwand in die nächste größere Bibliothek zu kommen (die örtliche Bibliothek haut mich alles andere als um und hat nur zu Tageszeiten auf, an denen normale Menschen arbeiten müssen ). Ich hab‘s dann irgendwann aufgegeben, obwohl ich es eigentlich liebe stundenlang in Bibliotheken zu stöbern.

Auf der anderen Seite sammeln sich natürlich auch Bücher an, wenn man sie ständig kauft. Ich bin gerade am überlegen, was ich damit mache. Wegschmeißen könnte ich sie im Leben nicht, verkaufen ist mir aus irgendwelchen mir persönlich selbst unerfindlichen Gründen ebenso unangenehm. Als ob man Freunde verkaufen würde. Ich weiß, ich hab nen Knall. Was ich im Moment immer häufiger lese ist, dass immer mehr Menschen Bücher tauschen – sowohl über das Internet, als auch „im realen Leben“ .

Da gibt es zum einen die offenen Bücherschränke, die bereits in einigen größeren Städten in Deutschland zu finden sind. Sie sind eigentlich genau das, was der Name schon sagt: Schränke oder geschlossene Vitrinen, die voller gespendeter Bücher sind. Jeder kann sich dort rund um die Uhr welche nehmen und natürlich auch welche abgeben, die er entweder loswerden möchte, oder die er gern weiterempfehlen möchte. Meistens gibt es für jeden Schrank einen oder mehrere ehrenamtliche Paten, die darauf achten, dass er ganz und sauber bleibt. Übrigens soll es sehr selten Randale oder Verschmutzungen bei den Bücherschränken geben.

Die ersten Bücherschränke waren die Idee des Künstlerduos Clegg & Guttmann, die solche Schränke ab 1991 in verschiedenen europäischen Städten als Kunstinstallationen verteilten – darunter Graz, Hamburg und Mainz. Die Idee fand immer mehr Anhänger, und inzwischen gibt es solche Bücherschränke auch in Bonn, Hannover, Riesa oder Münster. Selbst Privatleute fangen bereits an, Bücherschränke aufzustellen: [www.wz-newsline.de] . Eine Auflistung gibt es hier bei [de.wikipedia.org]

Weitere Infos zu den Bücherschränken:
[www.buecher-wiki.de]
[www.goethe.de]
[www.buergerstiftung-koeln.de]

Die offenen Bücherschänke werden auch immer häufig zum so genannten Bookcrossing genutzt. Das Prinzip ist fast dasselbe: Jemand gibt ein Buch ab und überlässt es einem anderen. Das spannende hierbei: jedes Buch wird im Internet registriert und bekommt eine Nummer. Das Buch wird dann „frei gelassen“ – zum Beispiel in einem der Bücherschränke aber auch an einem anderen Ort, wie einer Parkbank, in einem Cafe oder im Bus. Wenn dann jemand das Buch findet, kann er das auf der Bookcrossing-Internetseite eintragen. Das Ziel ist natürlich, das nach dem Lesen immer wieder weiterzugeben. Der ursprüngliche Besitzer kann dann im Idealfall nachvollziehen, welche Reise das Buch hinter sich bringt. Wer da mitmachen möchte, hier entlang: [www.bookcrossing.com]

Weiterhin gibt es im Internet bereits einige Büchertauschbörsen in Deutschland. Da ich hier keine Werbung machen möchte: googelt einfach mal „Büchertausch“, bereits unter den ersten Treffern sollten solche Börsen zu finden sein.

Schön ist es natürlich auch immer, die Bücher zu spenden. Entweder an Bibliotheken natürlich, oder man gibt sie an gemeinnützige Organisationen. Als Beispiel habe ich hier die Hilfs- und Entwicklungsorganisation „Oxfam“ gefunden, die international operiert und in Deutschland zum Beispiel von Heike Makatsch und den Toten Hosen unterstützt wird. Oxfam nutzt Sachspenden, um Gelder zu erwirtschaften, die dann den guten Zwecken zugeführt werden. Dazu gibt es deutschlandweit spezielle Shops, wo man Bücher, Kleidung und Haushaltswaren abgeben kann, vorausgesetzt sie sind in einem guten Zustand. Dort werden sie dann von ehrenamtlichen Mitarbeitern verkauft.

Das bedeutet zum einen, dass die Sachen nicht weggeschmissen werden und einem zweiten oder dritten Besitzer gehören werden. Außerdem können Käufer dort Schnäppchen machen, und zudem wird mit dem verdienten Geld auch noch Gutes getan!. In einigen Städten gibt es sogar schon reine Oxfam-Buchshops, wenn da mal nicht die alten Bücher gut aufgehoben sind! Letztens habe ich selbst einige Bücher dort abgegeben, und es ist wirklich ein schönes Gefühl!
[www.oxfam.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

02.11.2010 20:43 wollweiber
Das Büchertauschen finde ich auch sehr gut. Selbst unser kleines Städtchen hat "Bücherkisten" an einigen Stellen unter dem Motto "damit Lesen nicht vom Geld abhängt".

LG Martina
03.11.2010 10:41 Paradiesgarten

Bei uns gibt´s bald wieder die Bücherbörsen, wo man supergünstig Bücher erwerben kann, die gespendet worden sind.
09.11.2010 18:03 Bienenfreund
Bibliotheken können gespendete Bücher auch ablehnen, weil die Kosten für Erfassung und Lagerung zu hoch sind, habe ich schon indirekt erlebt
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