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Wie Bienen gefüttert werden Die Fütterung
1114 mal angesehen
09.09.2007, 09.31 Uhr

Die Fütterung

Bienen füttern? Wie geht das denn? Schließlich kann man nicht einfach eine Bockwurst hinhalten, wie bei einem Hund.

Keinesfalls darf man Futter, also Honig oder Zucker im Freien auslegen, oder ein altes Honigglas mit Resten. Das würde ein heilloses Durcheinander auslösen. Die Bienen geraten bei so einem "Schatz" geradezu in Taumel, in sogar kriegerische Stimmung. In solchem Zustand können sie über kleine Bienenvölker herfallen und sie ausplündern. Man nennt das "Räuberei", auf der Strecke bleiben tausende toter Bienen.

Angeblich gab es früher in Notzeiten Imker, die ihren Bienen etwas Schnaps gaben. Das versetzte sie in einen ähnlichen Rausch und sie holten den Honig plündernd von den umliegenden Imkern. Da gab es in der 1950er Jahren sogar mal eine Rechtsprechung dazu; der Imker muss die Bienen tiergerecht halten und darf Ihnen keinen Schnaps reichen. Das stimmt wirklich, das habe ich selbst in einer alten Imkerzeitung gelesen; die umliegenden Imker sind gegen einen Kollegen vorgegangen, von dem sie wussten, dass er seine Bienen betrunken macht.

Nun, heute ist alles anders. Die Bienen bekommen als Ersatz für den geraubten Honig ihr Winterfutter in Form von reinem flüssigen Zucker; als Bienenfutterzucker ist dieser schon invertiert, das heißt in die Zuckerarten Frucht- und Traubenzucker aufgespalten. So ein fertiger Futterzucker hat auch den Vorteil, dass er geruchsfrei ist. Der Bienenstand gerät nicht in Aufruhr, was leicht bei einer Honigfütterung passieren könnte, bei der es aus jedem Bienenstock betäubend duftet. Natürlich erfolgt die Fütterung innerhalb des Bienenkastens.

Ein witziger Nachteil ist bei meinen Bienen eingetreten. Das Futter wird bei mir in einem Futtertrog gereicht, an den die Bienen ganz leicht ran kommen und wo sie auch nicht ertrinken können. Es ist aber so geruchslos, dass zwei Völker es zwei Tage lang nicht entdeckt haben, obwohl es sich 5 cm über ihren Köpfen befand, immerhin waren etwa 8 Liter im Trog. Ich musste eine Tropfspur runtertröpfeln lassen und den Bienen so den Weg weisen. Dann kam aber ein Brausen und Rauschen - einfach irre, wie die Bienen in einer Nacht 8 Liter Flüssigzucker aus dem Trog leersaugen und in ihre Waben einlagern.

Am nächsten Morgen hörst Du nur noch ein zufriedenes Brummen aus dem Kasten - die Bienen sind im grünen Bereich, die Vorräte aufgefüllt, jetzt kann die Kälte kommen.
offline

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Kommentare

10.09.2007 20:24 kruemel
total interessant!
10.09.2007 22:34 Sitta
Hi, hi ich mag die kleinen Summer
09.09.2012 21:40 heini
Jetzt weiß ich das auch. Mir war zwar bekannt, dass sie mit Zuckerlösung gefüttert werden, aber dass es sich dabei um aufgespaltenen Zucker handelt, und dass die Bienen den in den Waben einlagern, das war mir neu.
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