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Wie ich meinen Honig rühre Wie ich meinen Honig rühre Wie ich meinen Honig rühre
5326 mal angesehen
11.09.2007, 17.46 Uhr

Wie ich meinen Honig rühre

Wer mal in der Eisdiele gesehen hat, wie die Italiener Eis machen, weiß, dass die Rezeptur beim Erkalten gerührt wird. Warum? Weil so die sich bildenden groben Eiskristalle immer wieder aufgelöst werden, bis das Eis als feine Creme fertig ist.

So verhält es sich auch mit Honig. Nur darf man ihn nicht runterfrieren, kalt machen, weil er sonst zu hart werden würde.

Honig will fast immer fest werden. Irgendwann. Je nach Zuckerspektrum, der Art der in ihm enthaltenen Zuckersorten und ihrer Molekülformen. Die Hauptzuckerarten im Honig sind Traubenzucker (wird schnell hart) und Fruchtzucker (bleibt lange flüssig).

Honig bleibt lange flüssig im Fall von Tannen-, Edelkastanien- oder Akazien-/Robinienhonig, der viel Fruchtzucker-Anteile enthält.
Die meisten anderen Blütenhonige kandieren durch Kristallbildung, sie werden hart, mehr oder weniger schnell. Das nützt man aus und rührt den Honig, bis er cremig wird. Wie beim Speiseeis.

Ein Teil meines Honigs war nach dem Schleudern im Mai ganz schnell hart. So schnell habe ich gar nicht geschaut, war nix mehr zu machen, das war wohl der Rapshoniganteil. Nun muss ich ihn auftauen (Bild). Der Honigeimer steht im Einwecktopf im Wasserbad bei 38°C, elektronisch überwacht. Nach ein paar Stunden ist er wieder flüssig und bereit gerührt zu werden. Bleibt man unter 40°C, nimmt der Honig keinen Schaden.

Zum Rühren braucht der Imker Technik (Foto) und etwas Erfahrung. Er sieht, wann der Honig "geht". Man rührt mit langsamer Drehzahl, etwa eine Drehung pro Sekunde , etwa 10 Minuten lang. Das wiederholt man alle sechs bis acht Stunden. Nach einigen Tagen wird der Honig seidig geschmeidig, er beginnt zu "gehen". Die Oberfläche erhält einen matten Glanz wie von Perlmutt.

Nun muss er ins Glas (Foto). Richtig gerührt, bleibt er nun über etliche Monate cremig. Das ist gut, weil man von Cremehonig viel auf's Brot bringt.
Der Kunde schätzt das, weil er mit Cremehonig nicht kleckert, er nach mehr schmeckt und kinderfreundlich ist.
offline

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Schlagwörter

cremehonig, einwecktopf, honig rühren, honigrühren, kristallbildung, rapshoniganteil, speiseeis, zuckerspektrum

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Kommentare

19.09.2007 20:33 Honiglang
Der beste und leistungsfähigste Handrührer ist der Auf und Ab -Honigrührer für ca.32€ im Fachhandel zu haben. Noch ein Tip: Den zu rührenden Honig mit feincremigem Honig impfen. 2-3 mal rühren ---fertig!
Optimaler Rührer auch für Zuckerwasserherstellung zur Einfütterung der Bienen.
27.09.2007 11:33 Imkermeister
Auch ich hatte das Problem mit hartem Honig. Da ich gleich nach dem Schleudern immer wenig Zeit habe(Hochsaision bei den Bienen),lasse ich den Honig, nachdem ich ihn durch mein beheizbares Spitzsieb gejagt habe einfach im Eimer fest werden. Danach stelle ich ihn in den Keller und lasse ihn in Ruhe bis ich wieder abfülle. Zuerst nehme ich einen sog. Käsehobel und schabe von dem noch kalten Honig die weiße Schicht aus Luftbläschen ab. Danach stelle ich ihn in den Weckautomat der soweit mit Wasser gefüllt wird, daß der Wasserstand im Topf so hoch ist wie der Honig im Eimer. Jetzt wird der Weckautomat auf ca. 40 Grad eingestellt und ca. 6-8 Std. laufen lassen. Wenn dann ca. 5 cm zwischen Eimerrand und festen Honigkegel verflüssigt sind, nehme ich meinen Honigrührer und starke Bohrmaschine und verrühre den festen und flüssigen Teil des Honigs. Wenn sich eine homogene Masse gebildet hat kann der Honig abgefüllt werden und bleibt schön cremig.
27.09.2007 12:48 Bienenfreund
Danke für den Praxistipp.
Es ist tatsächlich immer das Problem, wie lange ich den Honig im Wasserbad lassen soll. Dauernd reingucken ist auch umständlich wegen der feuchten Umgebung. Klebst Du ein Kreppband um den Deckel, damit die Luftfeuchte draußen bleibt?
Lohnt es sich, den Einwecktopf von außen zu isolieren?
05.11.2007 16:23 Bienenschnuffi
Hallo Bienenfreund,
auch ich habe in einem Wecktopf den Honig flüssig gemacht.
Bis zu dem Punkt, wie du schon sagtest zu oft reingucken ist nicht wegen der Feuchte.
Es wäre ratsam den Deckel am unteren Rand mit dem Eimer mit einer Bahn zu verkleben, weil sich immer ein Teil Wasser am unteren Rand des Deckels absetzt.
Beim rausholen vom Eimer aus dem Topf fährst du mit einem trockenen Handtuch über den Deckel und am Rand vom Klebeband entlang.
Das erspart dir Zeit und ist beim trocken reiben einfacher wie wenn du unter den Rand fahren mußt.
Ich habe mir einen alten Kühlschrank zugelegt und in einem Elektrogeschäft einen Frostwächter gekauft.
Den Frostwächter habe ich dann unten rein gestellt und darüber zwei Leisten aus Hartholz an den Schieneneinkerbungen montiert, wo man den Eimer draufstellen kann.
Dort stell ich dann etwas unter 40 Grad ein und laß den Honig bis zu 12 Stunden drin.
Durch die Isolierung des Kühlschrankes braucht der Frostwächter nicht viel Strom, da er bei der erreichten Temperatur sich automatisch ab- bzw. ein schaltet.
Danach rühre ich den Honig im Abstand von 12 Stunden, dann stell ich ihn 6 Stunden vor abfüllen nochmals in den Kühlschrank und bin damit sehr zufrieden.
Weil ich keine Angst mehr haben brauch,daß der Honig doch irgendwann mal Feucht aufnimmt und anfängt zu gären.
18.11.2011 10:36 Honiglang
Imkermeister schrieb:
Auch ich hatte das Problem mit hartem Honig. Da ich gleich nach dem Schleudern immer wenig Zeit habe(Hochsaision bei den Bienen),lasse ich den Honig, nachdem ich ihn durch mein beheizbares Spitzsieb gejagt habe einfach im Eimer fest werden. Danach stelle ich ihn in den Keller und lasse ihn in Ruhe bis ich wieder abfülle. Zuerst nehme ich einen sog. Käsehobel und schabe von dem noch kalten Honig die weiße Schicht aus Luftbläschen ab. Danach stelle ich ihn in den Weckautomat der soweit mit Wasser gefüllt wird, daß der Wasserstand im Topf so hoch ist wie der Honig im Eimer. Jetzt wird der Weckautomat auf ca. 40 Grad eingestellt und ca. 6-8 Std. laufen lassen. Wenn dann ca. 5 cm zwischen Eimerrand und festen Honigkegel verflüssigt sind, nehme ich meinen Honigrührer und starke Bohrmaschine und verrühre den festen und flüssigen Teil des Honigs. Wenn sich eine homogene Masse gebildet hat kann der Honig abgefüllt werden und bleibt schön cremig.



So wird aber aus einem grob kristallisiertem Honig kein feincremiger!
Dieser Honig, mit großen Kristallen, muss komplett aufgeschmolzen werden und dann wieder neu aufgebaut werden. Nur so erhalte ich feincremen Honig.
Grobe Kristalle kann man nicht kleinrühren, sondern nur schön verteilen!

Wir machen direkt nach dem Schleudern diese Honige schon feincremig und abfüllfertig.
Gewiss das ist in der Arbeitsspitze, aber wofür gibt es Maschinen. Alles andere ist doppelte Arbeit und unnötige Schädigung des Honigs durch Wärmezufuhr.
08.11.2016 21:43 Blattschreck
Hallo Bienenfreund,

du hast vergessen dazuzuschreiben... ob rechts oder links drehend gerührt wird..

LG
Blattschreck

Danke für Deinen Einblick
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