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Das Leben eines Krümels

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http://www.groasis.com
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17.11.2010, 20.51 Uhr

Die Waterbox

Heute geht es um die sehr clevere Erfindung des Niederländers Pieter Hoff, die es er möglichen soll, Bäume in unwirtlichen und heißen Gegenden Pflanzen zu können. Natürlich wurde das auch schon vorher versucht, aber der Pflegeaufwand und die Mengen an Wasser, die dafür verbraucht werden stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis – also den Bäumen, die tatsächlich die Anpflanzung überleben.

Pieter Hoff hat nun eine Box entwickelt, die es ermöglicht, einen Samen fast völlig ohne Pflegeaufwand zum keimen und wachsen zu bringen bzw. einen bereits vorhandenen Keimling sich weiter entwickeln zu lassen. Alles was es braucht, ist den Samen in die Erde zu setzen, seine Box darauf zu stellen und diese mit 15 Liter Wasser zu füllen. Das war’s

Die Box wurde natürlich auf eine ganze spezielle Art und Weise konstruiert um dies zu ermöglichen. Sie hat die Größe eines Autoreifens, ist rund und hat in der Mitte ein Loch, wo die Pflanze wächst. Drumherum ist das Wasserreservoir und der Deckel ist in Lamellen gefaltet. Damit kann jedes Regen- und Kondenswasser bestmöglich aufgefangen werden. Denn es gibt durchaus Wüsten mit einer Hohen Luftfeuchtigkeit und es gibt auch in Litern ausgedrückt relativ viel Regen in einem Jahr – nur fällt dieser in vielleicht einer Woche. Die Box kann somit alles Wasser speichern, was sonst sofort verloren geht. Die Umgebung in diesem Loch schützt die Pflanze vor äußeren Einflüssen, nachts ist es relativ warm und tagsüber relativ kühl – bedingt durch das umgebende Wasser, das nachts im Verhältnis zur Außentemperatur warm ist und tagsüber kühl. Natürlich trocknet auch der unter der Box befindliche Boden nicht so schnell aus, wie wenn er schutzlos Hitze und Wind ausgesetzt wäre.

Über einen Faden im Boden, wird täglich gerade ein Schnapsglass voll Wasser an die Erde gegeben. Das reicht der Pflanze zum Leben, ist aber so wenig, dass sie gezwungen ist, in immer tiefere Erdschichten vorzudringen, um selbst noch mehr Wasser zu finden. Nach etwa einem Jahr sind die Wurzeln dann tief genug, um die Pflanze ausreichend mit Wasser zu versorgen. Dann kann die Box einfach abgehoben und für die nächste Pflanze benutzt werden. Sie hält für etwa 10-20 Pflanzungen, also immerhin auch 10-20 Jahre, bevor sie ersetzt werden muss. Natürlich muss der Boden rund um die Pflanze nach diesem ersten Jahr noch mit Mulch, Heu oder ähnlichem geschützt werden, so dass nicht sofort alles wieder ausdörrt. Das 2. Jahr ist in dieser Hinsicht recht kritisch für die Pflanze. Aber wenn sie gut geschützt ist, hat sie auch eine große Überlebenschance.

Getestet wurde die Box 3 Jahre lang in der Sahara. Über 88% der mit der Waterbox gepflanzten Bäume sollen gedeihen. Bei einer weiteren Testanpflanzung ohne die Box sind 89% der Bäume eingegangen, trotz regelmäßiger Bewässerung. Auch unter günstigeren Bedingungen sollen die Pflanzen 30% schneller wachsen, als normal.

Die Box kostet übrigens etwa 6-20 Euro, je nachdem wie viel Stück man davon bestellt. Falls sich die Wüsten wirklich immer weiter ausbreiten und es jedes Jahr wärmer wird, wird die Box sicherlich zu einem nicht zu unterschätzenden Hilfsmittel entwickeln, nicht nur für Wüstenstaaten sondern auch für Ländern wie Spanien oder Mexiko. Ob, in der Wüste gepflanzte Bäume auch langfristig überleben können, wird sicherlich erst die Zeit zeigen.

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[www.tagesschau.de]
[www.utopia.de]
Video, das die Funktion erklärt: [www.youtube.com]

Foto: [www.groasis.com]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

18.11.2010 11:06 Paradiesgarten
Eine Entwicklung in die richtige Richtung !
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