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Der Lebensraum schmilzt
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14.12.2010, 09.07 Uhr

Der Klimawandel hat viele Facetten - ein Beitrag von Maria Herzger

Das Abschmelzen der Polkappen im „ewigen“ Eis veranschaulicht die weitreichenden Auswirkungen der stattfindenden Erderwärmung auf unserer Erde. Der Klimawandel verändert u. a. den Lebensraum des Eisbären und weiterer in der Arktis endemisch vorkommenden Lebewesen in ungeahntem Ausmaß.

Existenzbedrohung, Krankheiten, Seuchen und Hunger

Ihre Lebensgrundlage ist durch die aktuell von statten gehende Entwicklung massiv bedroht. Bei weiterem Verlauf der Geschehnisse ist damit zu rechnen, dass sich die Arktis in naher Zukunft zu komplett eisfreiem Territorium entwickeln könnte. Die Klimaerwärmung zeigt jedoch auch in anderen Gebieten der Erde große Wirkung.

Durch das Schmelzen des Packeises und der Gletscher wird der Wasserspiegel der Weltmeere massiv ansteigen. Demzufolge sind viele Inselstaaten in ihrer Existenz bedroht, möglicherweise werden mache sogar komplett überflutet. Neben Flutkatastrophen ist mit Zunahme von intensiven Dürreperioden zu rechnen.

Gerade die armen Entwicklungsländer werden somit noch stärker unter Hungersnot zu leiden haben, als dies bisher der Fall ist. Es ist davon auszugehen, dass die Zunahme der klimatisch bedingten Naturkatastrophen weitere dramatische Folgen nach sich ziehen. Vermutlich ist mit Ausbreitung neuer Krankheiten und Seuchen zu rechnen, auch Plagen von Schädlingen sind nicht auszuschließen. All diese Faktoren könnten gravierende Konsequenzen für unser Leben und das Nahrungsangebot auf der Erde nach sich ziehen. Diese Szenarien verdeutlichen, dass umfassende dringende Maßnahmen unumgänglich sind.
Folgen auch für unsere Alpen

Unsere Regionen bleiben keinesfalls von den drastischen Auswirkungen des Klimawandels verschont. Wie sich unschwer erkennen lässt - wir sind bereits mittendrin. Nicht nur im Himalaya, sondern auch in den europäischen Alpenregionen schmelzen die Gletscher in Windeseile. In den Alpen nehmen die Folgen des Klimawandels sogar mitunter lebensbedrohliche Ausmaße an. In Felsspalten eindringendes Schmelzwasser verursacht Erosionen in den alpinen Gebirgsketten, wodurch es bereits verstärkt zu Gerölllawinen und Muren Abgängen kommt.

Gletscher gelten als überaus wertvolles Trinkwasserreservoir, denn in ihnen ist ein Großteil des Süßwasservorkommens unserer Erde gespeichert. Gletscher speisen durch ihr kontinuierlich abgehendes Schmelzwasser viele Flüsse und Gebirgsseen. Wenn dieser natürliche Quell versiegt, droht uns Trinkwasserknappheit, als langfristige Konsequenz mit weitreichenden Folgen für unser Dasein.

Unwetter und Ungeziefer auch hierzulande

Wetterkapriolen und schwere Unwetter treiben auf der gesamten Erdkugel weitaus häufiger ihr Unwesen, als es früher der Fall war. Ansteigende Temperaturen sind auch bei uns seit mehreren Jahren nicht mehr zu leugnen, die heißen Sommer der letzten Jahre sind erst der Anfang. Durch die wärmeren und trockeneren Witterungsbedingungen ergeben sich auch in unseren Breiten unübersehbare Veränderungen im Ökosystem. Durch die milderen Winter und die zunehmende Trockenheit hat beispielsweise der Borkenkäfer jetzt schon bessere Überlebensbedingungen und somit leichtes Spiel, sich rapide auszubreiten. Ebenso könnten sich weitere Schädlinge zu flächendeckenden Plagen entwickeln und einheimische Pflanzenarten sowie unsere Wälder in unvorstellbaren Ausmaßen bedrohen.

Betrachtet man Deutschlands Flüsse, so ist nicht nur in den Sommermonaten ein tendenziell niedriger Wasserstand zu verzeichnen. Die niedrigen Wasserpegel unserer Flüsse sollten allerdings nicht über die drohende zunehmende Hochwassergefahr hinwegtäuschen. Die häufigeren Unwetterwarnungen der letzten Jahre lassen erahnen, dass in unseren Regionen weiterhin mit klimabedingten Starkniederschlägen zu rechnen ist und die Hochwassergefahr dadurch auch bei uns ansteigen wird.

Der Löwenanteil geht auf das Konto der Industrienationen

Die Industrieländer gelten als Hauptverursacher des globalen Klimawandels. Von daher stehen sie in der Verantwortung, die Entwicklungsländer beim Klimaschutz besonders zu unterstützen. Alle Industrienationen und Schwellenländer sind gefordert, intensive Weiterentwicklung und Einführung klimaschonender Technologien, Energieeffizienz und erneuerbare Energien voranzutreiben. Leider sieht die Realität oft anders aus, denn es werden längst nicht alle Register gezogen. Alleine bei Elektrogeräten ließe sich der Energieverbrauch signifikant reduzieren, kämen anstelle des weit verbreitenden Standby-Betriebs, ausnahmslos tatsächliche Ausschalter zum Einsatz.

Klimaschutz als nachhaltige Investition in die Zukunft

Der Klimawandel ist die vermutlich schwerwiegendste globale Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Beim Kampf gegen die Erderwärmung ist der Beitrag jedes Einzelnen gefordert, von Industrienationen wie von Entwicklungsländern, von Politikern wie von der restlichen Bevölkerung. Auf globalem Niveau wird jedoch von den Entscheidungsträgern vordergründig das Wirtschaftswachstum angestrebt. Effektiver Klimaschutz lässt sich somit kaum verwirklichen, denn dieser wird demzufolge in den Hintergrund gedrängt. Zu bedenken gilt für ALLE: Die Erde wartet nicht!

Umfassende nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung des Weltklimas könnten als positiven Nebeneffekt die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum im „grünen Bereich“ bewirken, die sich zudem positiv auf den Umwelt- und Artenschutz auswirken - sozusagen die drei Säulen des Klimaschutzes, als Chance und nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Erde.
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Naturefund

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Alter: 35 Jahre,
aus Wiesbaden

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