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Überlegungen über Schwarmkontr...

Bericht über fremdsprachige Quelle (26 Einträge)

Bienenhaltung in der Stadt, in einer Hecke Bienenhaltung in der Stadt, in einer Hecke Standortskizze
248 mal angesehen
28.12.2010, 11.34 Uhr

Überlegungen über Schwarmkontrolle, der Anlass.

Bin ich ein Cityimker? Das ist eine Frage, die ich mir manchmal stelle. Meine Beuten stehen jedenfalls einzeln im Kerngebiet einer Großstadt, auf kleinstem Raum und sehr beengt, in einer Hecke vor einer Reihenhausanlage. Darum tue ich (jetzt) in der Regel nichts gegen das Schwärmen. In der Hecke fehlt mir dafür der Raum und mit 75 Jahren geht Bienenhaltung, ohne schweres Heben, am besten in Seitenlagerbeuten (ähnlich wie die nach Golz oder Bremer).
Voll bestückt fassen meine Beuten 32 bis 40 Waben. Das sind pro Volk nicht mehr wie 4,5 m² bis 5,6 m² Wabenoberfläche; zusammen für Brut und Honig. Seitenlagerbeuten können, anders als Magazine, nicht oben noch anwachsen.
Da die Völker meist stark sind, schwärmen sie auch gerne, fast regelmäßig.
Zum Glück eher nach der Haupttracht. Also die Honigernten sind ganz OK.
Als ich vor 40 Jahren in dörflicher Umgebung mit viel mehr Völker hantierte, hatte man es besser. Zu rechten Zeit wurden Zwischenableger gemacht. Damit gab es kaum Schwärme. Vereint wurde nach den Herbsttrachten, seltener im Frühjahr. Um Futter zu sparen, denn damals, und dort, war der Zucker teuer.

Was ist die Schwarmstimmung eigentlich - ist die zweite Frage. Die Erfahrung (seit ca. 1947) sagt mir, dass die “Schwarmlust” bei Honigbienen etwas ganz natürliches ist. Denkt man folgerichtig oder logisch, dann sind Maßnahmen dagegen, eigentlich wider die Natur der Bienen. Jedoch mein Standpunkt ist weiter etwa der gleiche wie vieler nüchtern denkender Bienenhalter. Ich will weder alten Zeiten nachtrauern, noch in die Wildnis der Urzeiten zurück. In den Zeiten, lebte der Bien nicht sorgloser als heute, er hatte seine Feinde.

Das als Hintergrund warum ich 2010 mit Interesse einem Hinweis folgte, der zu einer Reihe von tschechischen Texten führte, die in Včelařství 2007 zum ersten mal gedruckt worden sind. In einer Zeitschrift für Bienenhaltung oder Beekeeping. Später kamen die Texte auch im Internet. „Pszczelarstwo“, eine polnische Imkerzeitschrift druckte sie im Jahre 2009.
Der Titel dieser Serie von Texten zum Schwarmvorgang lautet wie folgt:

„Soucasná a nove navržená opatrení proti rojení vcely medonosné.”
(„Eine zeitgemäße, neue Darstellung von Maßnahmen gegen den Schwarmtrieb der Honigbiene“.)

Der Titel ließ mich hoffen, dass es etwas Umfassendes über das Schwärmen sein würde, dass auch einem wirklich altem Bienenhalter noch etwas neues zu sagen hätte. Wenigsten für mich war es auch so.

Die Texte stammen von drei Autoren, deren persönlicher Hintergrund im Internet wie folgt angegeben wird.
1) RNDr. Roman Linhart ; trubec.vilik@seznam.cz ,
Zahradní 743, 583 03 Heřmanův Městec, tel. 776694598; Professor für Sekundäre Landwirtschaftlichen Schulen in Chrudim, langjähriger Imker
2) Prof. RNDr. Vítězslav Bičík, Csc., Vítě zslav.Bicik@upol.cz ;
Katedra zoologie PřF UP, Tř. Svobody 26, Olomouc; Lehrstuhl für Zoologie und Anthropologie UNIVERSITÄT PALACKÝ: Universitätsprofessor und Forscher an der Universität Palacky in Olomouc
3) Doc. RNDr. Jiří Vagera, CSc. ; Jiri.Vagera@upol.cz , Katedra buněčné biologie a genetiky PřF UP, Šlechtitelů 11, Olomouc; UNIVERSITÄT PALACKÝ, Abteilung für Zellbiologie und Genetik
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Zu den Inhalten der Quellentexte aus den Jahren 2007 - 2009

Am 4.05.2014 Hinweis auf Autorentexte in englischer Sprache eingetragen:
[link.springer.com]

Ich machte mich also an das Lesen, fand Gefallen an dem was ich las. Es war manches mir unbekanntes dabei und auch einiges von mir nie bedachtes.
Zu dem bringen die drei Verfasser in ihren Texten nicht nur das rüber, was der Titel ansagt. Sie zeigten einen, mir vollkommen unbekannten, Weg auf wie ich imkern könnte, ohne mich mit anfallenden Schwärmen oder mit Maßnahmen zu ihrer Verhütung mehr als nur minimal zu beschäftigen. Sie meinen dazu, dass dies eine ganz einfache Sache wäre, die auch noch im Einklang mit den Bieneninstinkten steht. (Damit wäre ihr Vorschlag dazu weit weniger brutal wie andere Eingriffe, andere Maßnahmen gegen das Schwärmen es sind.)
Notwendig sei nur Drohnenbrut zu fördern, also viele Baurahmen zu geben. Damit würden die Instinkte der Arbeiterinnen, also Instinkte, die diese zum Schwärmen treiben, über eine unübliche Art von Beschäftigungstherapie, im Sinne ihrer Instinkte, ihrer Gene, kanalisiert.
Anders gesagt - dem Egoismus der Gene der Arbeiterinnen, der sie, gegen die Instinkte der Königin, zur Vermehrung über das Schwärmen antreibt, wird ersatzweise eine Ausbreitung ihrer eigenen Gene über unüblich viele Brüder angeboten. Also über Gene, deren Träger Drohnen sind. Wobei (damit das überhaupt geht) die Anzahl von Drohnen, die das Volk dabei hervorbringen muss, eine genau definierte Schwelle nicht unterschreiten darf.
Ich vermute mal hier (rein spekulativ), dass man zu diesem schrägen Ansatz bei der Betreuung und Beobachtung von Drohnenvölkern gekommen ist, also Völkern, die Zuchtbetriebe zur Begattung von Königinnen unterhalten.

Es wird über Versuche mit 50 Wirtschaftsvölker berichtet bei welchen es in 7 Betriebsjahren nicht mehr als zwei Schwarmabgänge gab (insgesamt!). Das Ergebnis wurde mit Hilfe einer unüblichen Mengen an Baurahmen erreicht.
Normal zu erwarten wären ca. 105 Vorschwärme. Diese Prognose ergibt sich aus ca. 30 % von 50x 7 also aus 350 Völkerjahren. Diese Reduktion von 105 auf 2 Schwärme also um das ca. 50 fache erzielten die drei Verfasser, ohne jede andere Maßnahme gegen die Schwarmstimmung!

(1 / 77, Wird fortgesetzt)
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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Schlagwörter

bienengene, das egoistische gen, der bien, drohnenförderung, gegenmaßnahmen, schwärme, schwarmtrieb

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Kommentare

28.12.2010 16:22 Bienenfreund
Super! Bin schon auf die Fortsetzung gespannt
Ich sage selber schon lange: Bienen wollen schwärmen, das ist doch normal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es große Bienenstände gibt ohne Schwärme. Meine Bienen wollen immer schwärmen
28.12.2010 18:15 indycol
Servus Heckenimker,

das ist ein prima Beitrag, wobei ich schon sagen muß, daß ich meine Bienen nur per Naturschwarm vermehre; das ist wohl für beide Seiten ein Erlebnis.
Schreib bald weiter, ich freu mich...

Ach ja, ich wohne ca 80 km nördlich von Dir
28.12.2010 19:24 Heckenimker
Bienenfreund schrieb:
Super! Bin schon auf die Fortsetzung gespannt
Ich sage selber schon lange: Bienen wollen schwärmen, das ist doch normal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es große Bienenstände gibt ohne Schwärme. Meine Bienen wollen immer schwärmen


Hallo - Recht hast du ja schon doch offen bleibt ja die Frage ob damit der Imker glücklich ist. Wie gesagt selbst habe früher zur rechten Zeit Ableger gemacht und nach Spättrachten (die die Völker sehr geschlaucht haben) dann wieder zusammengelegt.
28.12.2010 19:27 Heckenimker
indycol schrieb:
......
Schreib bald weiter, ich freu mich...
Ach ja, ich wohne ca 80 km nördlich von Dir

Bin dran (schreiben) und mit 80 km auch nahe dran.
HI
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