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Überlegungen über Schwarmkontr...

Bericht über fremdsprachige Quelle (26 Einträge)

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29.12.2010, 09.03 Uhr

„Nicht schwärmende Bienen“ als Zuchtziel.

Ich beginne hier mit dem Urteil der Verfasser über Zuchtbemühungen, die uns zu nicht schwärmenden Bienen führen sollen (im Extremum). Folgt man den Autoren, so haben solche, auch ähnliche, Vorhaben keine Chancen, da sie der Natur und dem Erbgut der Honigbienen vollkommen widersprechen.
Die Verluste, die Imkern weltweit durch das Schwärmen entstehen, sind etwa gleich hoch wie alle Verluste durch Krankheiten. Das steht mal so im Raum. Diese Verluste zu mindern ist ein Zuchtziel. Das Zuchtziel hat durchaus Sinn - als Marketingversprechen beim Verkauf von Königinnen. Es verschafft, als Argument, Wissenschaftlern und Züchtern Förderung. So die drei Autoren.
Was man durch Zucht schon erreicht hat und weiter verfolgen wird ist eine Minderung des Einflusses der Faktoren, die Bienen dazu anstoßen in die Schwarmstimmung zu kommen, (zu) viele Weiselzellen anzusetzen oder einen Schwarm kurzfristig auszulösen. So lässt sich, laut den Texten der Verfasser, ohne Zweifel, mit Hilfe der Züchtung zum Beispiel der Einfluss von Raumnot oder von wetterbedingten Trachtausfällen mindern.
Negativ ist bei dem Zuchtziel = Schwarmtriebreduktion trotzdem, dass es den meisten andern Zuchtzielen gegenläufig ist. Warum - davon in einem weiteren Blog.
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Ein Rückblick. Von alten Zeiten bis zum Heute.
Für Menschen, die Honigbienen bewirtschafteten war der Schwarmvorgang schon immer interessant. Früher nicht weniger wie heute.
Aber des Menschen Urteil darüber hat sich heute in sein Gegenteil verkehrt.
In ganz alten Zeiten waren Schwärme was wünschenswertes, auch wenn man da schon feine Unterschiede machte. Zwischen Schwärmen und Schwärmen.
So sagten die Überlieferung, die Bienenhalter und der „Volksmund“:

Öa Schwoa(r)m im May - öa Fuder Hey,
öa Schwoa(r)m im Jun' - öa fettes Huhn,
öa Schwoa(r)m im Jul' – öa Federspuhl'.

Von lokalen Gebieten in alten Hochkulturen mal abgesehen, waren Schwärme bis ins 18 Jahrhundert wohl immer erwünscht. Der Grund dafür war, dass der Abgang eines Schwarms bis da, die nahezu einzige, bekannte Möglichkeit war Völkerzahlen aufzustocken und/oder seine Völkerverluste auszugleichen.
Ein Schwarm war etwas erfreuliches.
Der Eigner von “Bienenstöcken” tat das freudige Ereignis durch Schellen und Läuten allen rundum kund. Er meldete so seinen Anspruch drauf an. Um ihn einzufangen verfolgte er mit Lärmen seinen Schwarm über Stock und Stein.
So ist zu vermuten, dass der Mensch, weil er Schwärme brauchte, bei der Bienenhaltung über Jahrtausende schwarmfreudiges Erbgut begünstigte.
Diese Einstellung, so scheint es, war das Gegenteil der Zuchtziele die heute als erstrebenswerte gelten.

Hinweise auf das hier Gesagte findet man in Einscannungen von alten Büchern (books.google.de/). Beispiele in: „Kritische Geschichte der Meinungen von dem Geschlecht der Bienen“ von Johann Ernst Spitzner, verlegt in Leipzig bei Johann Gottlieb Feind im Jahre 1795). Band 2, Seiten ab 150,

Heute sagen der Volksmund, die meisten Imker und viele andere einhellig nicht nur, dass durch Schwärmen hohe Verluste entstehen sondern auch, dass Schwärme lästig sind, weil sie wegen ihrer Spontanität nicht mehr in unsere Zeiten passen. Sie sind ein öffentliches Ärgernis und wecken Ängste.
Vor allem in dem heutigen Massenmenschen. Nicht nur in den Städten.
Dieser besitzt ja nicht mehr den geringsten naturbezogenen Hintergrund.
Er kennt, akzeptiert auch nichts Urwüchsiges mehr. Es ist mit Ängsten besetzt.
Darum löst der Abgang eines Bienenschwarms häufig ängstliche Proteste aus!

Wir wissen aber auch: Unsere Bemühungen den Schwarmvorgang unter Kontrolle zu bringen wirken mal besser, mal weniger, mal überhaupt nicht. Bis heute hat man Vermehrungsschwärme nicht unter vollständiger Kontrolle.
Wenn wir darüber nachdenken, wie man den Schwarmtrieb kontrollieren oder wegzüchten könnte, haben wir alle genannten Sachen mit im Hinterkopf!
Die heutigen Befindlichkeiten des Menschen hängen auch damit zusammen, dass dieser weniger als jemals zuvor den vitalen Eigeninteressen der Bienen seinen Aufmerksamkeit schenkt. In historischen Zeiten herrschte besserer Einklang zwischen Interessen des Menschen und den Vermehrungstrategien von Bienen. Aber so war es einmal und es ist lange schon vorbei. Bienenvölker sind mit der Zeit zu Mitteln geworden die man eigentlich benutzten will! (Nicht nur nutzen)
Gefördert wird von uns allen, auch von der Mehrheit der Bienenhalter, das was dieses „Wildtier“ für uns berechenbarer, kontrollierbarer, steuerbarer macht.
Der heutige Mensch hätte den Bien am liebsten unter 100%iger Kontrolle.
Zu halten wie andere Haus oder Nutztiere. Ihm ausgeliefert oder wenigsten so abhängig wie diese. So passen auch die Paketbienen irgendwie in unsere Zeit.
(110 / 176, Wird fortgesetzt)
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg

Schlagwörter

bienengene, das egoistische gen, der bien, drohnenförderung, gegenmaßnahmen, schwärme, schwarmtrieb

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