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Überlegungen über Schwarmkontr...

Bericht über fremdsprachige Quelle (26 Einträge)

191 mal angesehen
30.12.2010, 09.14 Uhr

Weniger schwärmende und „nicht schwärmende Bienen”.

Schwärmen, auch die Erzeugung von Drohnen ist genetisch verankert.
Dieses Erbe erlaubte den Bienen Jahrmillionen zu überleben, bis heute.
Darum wird der Bien ein so bewährtes Erbe von sich aus nie aufgeben wollen.
Es wäre ja sein Ende. Konsequent ist aber auch, dass wegen allem schon vorher Gesagten, den Imkern heute, als eines der Zuchtziele, vorschwebt dieses Erbe einzudämmen oder ganz auszulöschen.
Die 3 Verfasser der Texte sagen, dass es zwecklos ist dieses Ziel zu verfolgen weil es mit den Erbanlagen der Honigbiene unvereinbar ist.
Doch man denkt trotzdem weiter über Bienen nach die weniger schwärmen. Oder über Bienen die gar nicht schwärmen würden oder es nicht können.
Mit der Schwarmlust der Biene befassen sich viele Bienenzüchter, Experten, Forscher und Institute. Mit Hingabe und / oder Verbissenheit.
Ein Auslesekriterium dabei für Eier zur Vermehrung ist (eins von vielen), dass diese von Königinnen kommen sollten deren Völker weniger oder gar nicht schwärmten. Ein sehr fragwürdiger Ansatz. Warum?
Weil es fast immer die besonders vitalen, gesunden Völker sind, die im Frühjahr als erste dem Schwärmen nahe kommen! Völker mit bestem Erbgut bezüglich Sammeleifer von Pollen und Honig, zugleich Völker mit höchster Brutleistung, werden die Schwarmstimmung doch meisten zuerst, also vor anderen Völkern erreichen!

Der Züchter sieht, unterstellt ihnen die Neigung zum Schwärmen. Darum haben bei der Auslese beste Völker häufig geringere Chancen. Ihre Töchter werden disqualifiziert, Königinnen oft gar abgedrückt. Als zu schwarmfreudig!
Alte Erfahrungen, die Überlieferung sagte da etwas anderes. Der Merkvers von oben mit dem der „Bienenkundige“seinem Lehrling alte Erfahrungen nahelegen wollte sagt:

Ein Schwarm im May - ein Fuder Hey (ein Fuder Heu = kleines Vermögen)
Ein Schwarm im Jun – ein fettes Huhn (gut für den Suppentopf, wenig Eier)
Ein Schwarm im Jul – ein Federspiel (dass der Wind verwehen wird)

Ich meine, damit beurteilte man auch die Erbanlagen, die Herkunft. Die Maischwärme galten also (statistisch gesehen) als die besten, weil sie von Völkern kamen, bei denen das Zusammenspiel der Erbanlagen besser war als bei Völkern die später schwarmbereit waren. So waren dann Junischwärme noch guter Durchschnitt. Julischwärme waren also nichts wert. Sie kamen aus Völkern das erst im Juli genug stark für die Vermehrung wurden.
Oder es war ein Notschwarm (damals sagte man Bettelschwarm) der es nicht mehr schaffte vor dem Winter Vorräte einzutragen, also an diesem scheiterte.

Nach diesem Abstecher in die Vergangenheit zurück zum Thema Zuchtvölker.
Die Autoren meinen, dass bei niedriger Schwarmneigung als Zuchtziel, Eier aus Völkern, die durchschnittlich sind, häufig bevorzugt werden. Also Eier aus „Junivölkern“ die entsprechend dem Vers zwar gut sind, aber nicht die besten. Der Grund dafür ist, dass Mittelmaß tendenziell etwas weniger oder später schwärmt als das potentiell beste und vitalste Zuchtmaterial, dass man hat!
Im Rennen um Vermehrungschancen bleiben damit die Töchter und Söhne von mittelmäßigen Weiseln überwiegend siegreich weil der Mensch bei der Auslese irrt und ihnen etwas ähnliches wie ein Handicap einräumt.
So wundert nicht, dass die Königinnen, die später der Imker, da/ dort kauft, nur mittelmäßige Völker schaffen, mit mittelmäßig guten Erträgen.
(201 / 245, Wird fortgesetzt)

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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg

Schlagwörter

bienengene, das egoistische gen, der bien, drohnenförderung, gegenmaßnahmen, schwärme, schwarmtrieb

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Kommentare

30.12.2010 11:03 beekeeper
Zuchtserien aus dem Mai liefern die besten Kö., nicht viel schlechtere liefern Serien im Juni vor der Sommersonnenwende, natürlich ist Zuchtstoff von schwarmträgen Völkern zu verwenden. Leider ist die Carnica nicht schwarmträge.
30.12.2010 13:47 Heckenimker
beekeeper schrieb:
Zuchtserien aus dem Mai liefern die besten Kö., nicht viel schlechtere liefern Serien im Juni vor der Sommersonnenwende, natürlich ist Zuchtstoff von schwarmträgen Völkern zu verwenden. Leider ist die Carnica nicht schwarmträge.


Hallo beekeeper.
Ich berichte aber über ganz was anderes. Ich sinniere da über die Auslese von Erbgut – bei Vermehrung mit Hilfe von Schwärmen sagen wir mal in historischen Zeiten, im ausgehenden Mittelalter. Mit Bienen-(rassen) und Betriebsführungen der damaligen Zeit.
Der Vers über Schwarmauslese gilt heute ganz und gar nicht mehr. Das was du schreibst gilt für den heutigen Stand. Im unterschied zu Mittelalter schwärmen meine Bienen schon mal auch Ende April – Anfang Mai. Wir haben eine andere Witterung, andere Betriebsführungen und andere Bienen. Kurz - das was wir heute machen hat wenig Gemeinsamkeiten mit den Zeiten aus welchen der Vers stammt.
Es ist nur ein Rückblick - kein Schritt zurück in vergangene Zeiten.
Zuchtserien (Auslese durch den Züchter) nehmen ja heute den Bienen das Heft aus der Hand - also die Auslese die Völker selbst über Schwärme betrieben hatten.. Ich rede da nicht mal dagegen. Es war Natur pur. Der Mensch war nur am Rande mitwirkender, eigendlich Zuschauer.
Grüße Heckenimker
30.12.2010 15:07 beekeeper
Heckenimker schrieb:
Hallo beekeeper.
Ich berichte aber über ganz was anderes. Ich sinniere da über die Auslese von Erbgut – bei Vermehrung mit Hilfe von Schwärmen sagen wir mal in historischen Zeiten, im ausgehenden Mittelalter. Mit Bienen-(rassen) und Betriebsführungen der damaligen Zeit.
Der Vers über Schwarmauslese gilt heute ganz und gar nicht mehr. Das was du schreibst gilt für den heutigen Stand. Im unterschied zu Mittelalter schwärmen meine Bienen schon mal auch Ende April – Anfang Mai. Wir haben eine andere Witterung, andere Betriebsführungen und andere Bienen. Kurz - das was wir heute machen hat wenig Gemeinsamkeiten mit den Zeiten aus welchen der Vers stammt.
Es ist nur ein Rückblick - kein Schritt zurück in vergangene Zeiten.
Zuchtserien (Auslese durch den Züchter) nehmen ja heute den Bienen das Heft aus der Hand - also die Auslese die Völker selbst über Schwärme betrieben hatten.. Ich rede da nicht mal dagegen. Es war Natur pur. Der Mensch war nur am Rande mitwirkender, eigendlich Zuschauer.
Grüße Heckenimker

Lieber Freund, ich habe nur meine Erfahrungen weitergegeben, wie man zu sehr guten Kö. kommt. Die Eier tragen immer die gleiche Erbinformation in sich, egal ob im Frühling oder etwas später im Jahr.
Was uns jetzt fehlt, in der Bienenzucht, ist die gnadenlose Naturauslese, wie sie noch vor der Einführung der Zuckerfütterung herrschte. Seit wir die Varroa haben, jetzt schon über 30 Jahre, wurde diese Naturauslese total ausgeschaltet, durch den Varroazideinsatz. So können wir keinesfalls weitermachen. Fast zwei Generationen lang sind wir der Varroamilbe mit falschen Mitteln begegnet. Die Biene trägt das Erbe in sich, mit Parasiten fertig zu werden. Wir sollten tatsächlich aus den vergangenen Zeiten das aufgreifen, was sie uns lehren.
Viele Grüße
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