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Überlegungen über Schwarmkontr...

Bericht über fremdsprachige Quelle (26 Einträge)

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01.01.2011, 10.25 Uhr

Zur „Interessenlage" der Gene von weiblichen Honigbienen.


Die drei Verfasser sagen, dass Königin und die Arbeiterinnen viele nahezu deckungsgleiche Interessen haben. Ohne dieses könnten sie sonst nicht in Frieden zusammen leben. Sie sind nicht nur aufeinander angewiesen, wenn sie überleben wollen sondern es geht auch um Verbreitung vom eigenen Erbgut.
Deswegen bilden beide weibliche Kasten den überwiegenden Teil des Jahres einen harmonischen Verbund zur Eiablage und Pflege. Im Verbund werden Gene wirksam verbreitet, an die nächste Generation weiter gegeben. Königin und Arbeiterinnen sind so etwas wie ein aktives Elternpaar, dass gemeinsam seine Nachkommen aufzieht.

Weil es ein Paar aus der Mutter mit den eigenen Töchtern ist hat ihr Verbund, anders als bei normalen Eltern, neben eigenen auch noch gemeinsame Gene.
Dieses gemeinsame Erbgut unterstützen beide „Elternseiten“ hauptsächlich und solidarisch. Die Königin legt Eier und jede Biene ist durch eigene Gene motiviert, vor allem junge Schwestern aufzuziehen, zu pflegen zu unterstützen. Beides gilt einschränkt. Die Grenzen setzen äußere wie innere Umstände.

Äußeren Grenzen setzen: Vorräte, die Jahreszeit, die Trachtaussichten.
Innere Umstände sind das jetzt vorhandene, aus Kostengründen immer auszuschöpfende Pflegepotential und die tägliche Legeleistung der Weisel, ihre aktuell mögliche Eiablage.

Normal halten sich die Einsätze von Königin und Arbeiterinnen in der Waage. Die Zahl der pro Tag gelegen Eier wird an das Pflegepotential angepasst, so dass die Brut auch betreut werden kann. Und die Königin legt meist so viele Eier, dass die verfügbare Pflegeleistung voll ausgelastet wird. Dabei entspricht BEIDES gleichzeitig (Legen und Pflege) immer dem von den Bienen selbst erkannten Bedarf an Arbeiterinnen.

In kleinen Völkern erscheint der Eierbedarf zwar hoch aber mehr Eier machen keinen Sinn. Das geringe Pflegepotential setzt hier die Grenzen.

Anders in Völkern mit viel Brut, viel Bienen. Dort kommt das Gleichgewicht zwischen dem Eierlegen und der Pflege in Gefahr, wenn die Volksentwicklung steil aufwärts strebt. Es schlüpfen fortlaufend mehr Pflegebienen, Ammen.

Kann oder wird die Eiablage nicht gleichzeitig und entsprechend ausgeweitet werden, ist vorauszusehen, dass bald ein Teil des Pflegepotentials brach liegen wird. Dass dem Volk Kosten entstehen werden ohne das dies Nutzen bringt.

Ob das eintritt, weil die maximale Legeleistung der Königin erreicht ist oder Raum zum Eierlegen fehlt oder die Aussicht auf Tracht düster ist, ist einerlei.

Tritt diese Situation ein ist es für die Arbeiterinnen ein Signal. Das in der Zukunft (absehbar!) brach liegende Pflegepotential ist für die Aufzucht von Geschlechtstieren umzuwidmen. Nur so können die eigenen Gene weiter mit der ganzen vorhandenen Pflegeleistung unterstützt werden.

Diese Entscheidung der Arbeiterinnen wird zurück gestellt, wenn Wetter wie Tracht entsprechend günstig sind. Denn das labile Gleichgewicht hält, wenn es ergiebige Trachten gibt und hohe täglichen Verluste von Bienen auftreten. Die Bienenverluste wirken auf das Pflegepotential zurück und mindern es deutlich.

Absehbarer Überschuss an Pflegeleistung, bedeutet Beginn, Ausweitung der Aufzucht von Geschlechtstieren. Erst von Drohnen. Diese sollten erwachsen sein, bevor es zu Ausflug von Jungweiseln kommen kann. Nachfolgend gehen dann die Arbeiterinnen an die Aufzucht von schwesterlichen, weiblichen Geschlechtstieren also Weiseln.

Im Laufe dieser Vorgänge sinkt der Antrieb der Königin Bieneneier zu legen. Warum? Erstens gibt es in dieser Situation schon zu viele Arbeiterinnen (ohne Beschäftigung). Doch es geht auch um den Egoismus ihrer eigenen Gene.
Legt sie Bieneneier so gibt sie mit diesen - über Töchter - nur 50 % des eignen Erbguts weiter. Die anderen 50 % sind vom Vater. Legt sie Drohneneiern sind es jedoch 100 % eigene Gene die weitergegeben werden.
Für die Weisel sind unbefruchtete Eier genetisch günstiger als befruchtete.

Doch damit handelt sie automatisch gegen die Interessen der Gene der Arbeiterinnen. Deren Gene bevorzugen Schwestern zum aufziehen weil sie mit diesen näher verwandt sind als mit ihren Brüdern. Es ist ein Genkonflikt zwischen Mutter und ihren Töchtern. Die 3 Autoren stellen fest:
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Als Folge zunehmender Asymmetrie von Eierlegen und Pflege gerät der Verbund aus Mutter und Töchtern in Auflösung.
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Zum Vorschein kommt bei Königin und Arbeiterinnen der Egoismus der jeweils eigenen Erbanlagen. Das Ihre dazu tragen zwei Tatsachen bei.

- Zum einen sind männliche Bienen (Drohnen) eine der Voraussetzungen für den Fortbestand der Honigbiene. Die Weitergabe und Mischung von Erbgut und die Anpassungen an das sich immer wieder ändernde Umfeld laufen damit optimal.

- Zum zweiten sind es Instinkte, die darüber bestimmen, ob die Königin Arbeiterinnen mit 50 % eigener Gene legt oder Drohnen mit 100 % der königlichen Gene.
Legt sie Drohneneier folgt sie eignen Vermehrungsinstinkten kommt aber in Konflikt mit den Instinkten der Arbeiterinnen. Die wollen möglichst viele der eigenen Gene weitergeben. Auch die ihrer Väter. Das geht über Schwestern oder besser noch mit eigenen Eiern also eigenen Söhnen!
(413 / 499, Wird fortgesetzt)

*)
Wer sich bis hier durch die Texte „durchgekämpft“ kann nun hoffen. Was jetzt kommen wird ist die „kleinere Hälfte“ vom Volumen. Und es hat mit der Praxis mehr zu tun wie die damit fast abgeschlossene Hintergrunddarstellung.

**)
Am ersten Tag im Jahr 2011

- wünsche ich uns ALLEN Gesundheit, Erfolge mit den Bienen und viele sonnige wie glückliche Tage. Dass jeder/-dem von uns gute Freunde erhalten bleiben und wir neue Freunde dazu gewinnen.
HI
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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Schlagwörter

bienengene, das egoistische gen, der bien, drohnenförderung, gegenmaßnahmen, schwärme, schwarmtrieb

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