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Überlegungen über Schwarmkontr...

Bericht über fremdsprachige Quelle (26 Einträge)

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19.01.2011, 09.37 Uhr

Kurzbeschreibung einiger gängiger, üblicher Verfahren und Maßnahmen gegen das Schwärmen. (Teil I)

Das hier ist die zweite, am Anfang des Blogs angekündigte, ergänzende Info-Anlage.

Im Quellentext stehen die hier besprochenen Texte vor der Gesamtheit aller Beiträge zum Thema, als Einführung in eine, nicht gebräuchliche, Art der Schwarmunterdrückung.
Die 3 Verfasser besprechen in der Einführung Imkertechniken mit welchen man das Aufkommen der Schwarmstimmung oder den Abgang von Schwärmen normalerweise zu verhindern sucht.

Ich bringe diese Anlage in zwei Teilen, in der gleichen Reihenfolge wie dort, incl. der Meinungen der Verfasser zu jedem einzelnem Verfahren. Am Ende von Teil zwei stehen einige kleine Ergänzungen von mir.
Damit wird der Blog zum gesamten Thema abgeschlossen werden.

Einleitend sagen die Verfasser, dass alle diese Verfahren die Bienenvölker aus dem (natürlichen) Zustand bringen, die Völker im Grunde immer schwächen. In den Vordergrund tritt dann vorübergehend der Selbsterhaltungstrieb. Dieser drängt den Vermehrungstrieb zurück. Kommt das Volk, in das man eingegriffen hatte, „wieder zu sich“, kann und wird die Schwarmstimmung zurückkehren. Erst wenn diese Rückkehr (zur Normalität!) später als in der Mitte Juli erfolgt, wird (in der Regel) nicht mehr geschwärmt, denn der sich verkürzende Tag steht jetzt dem entgegen.

1 Das Ausbrechen von Weiselzellen

Wenn wenige Völker betreut werden ist die Methode in Einzelfällen, als Notlösung anwendbar. Bei höheren Völkerzahlen ist sie wegen fehlender Effizienz kaum tragbar. Leicht wird eine einzelne Weiselzelle übersehen. Die Völker arbeiten fast sofort daran, neue Weiseln aufzuziehen. Die Stimmung bleibt unverändert, auch wenn die nächsten Tage kein Schwarm weggeht. Das Ausbrechen der Weiselzellen müsste man solange wiederholen, bis diese Schwarmstimmung abflaut. Damit ist viel Arbeit. Die Schwarmstimmung hält die Bienen vom Honig sammeln ab. Das bedeutet u. U. große Honigverluste.
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2 Der Austausch von Waben mit ungedeckelter und gedeckelter Brut.

Aus Erfahrung weiß man, dass in Völkern, die ausreichend Larven zu füttern haben, kaum Schwarmstimmung aufkommt. Man hängt Völkern mit zu wenig offener Brut fremde Waben mit Larven ein und die Futtersaftabnahme läuft wieder an. Wenn man dabei gleichzeitig Waben mit gedeckelter Brut entnimmt, wirkt das in der nahen Zukunft gegen Raumknappheit und das Entstehen einer Ammenüberzahl.

Die offenen Brutwaben entnimmt man schwachen Völkern - so man sie hat. Diese schwächeren Völker verstärkt man mit den gedeckelten Brutwaben aus Völkern, in denen Schwarmstimmung aufkommen könnte.

Der Wabentausch wirkt gut, hat aber folgende ernstzunehmende Nachteile.
Der Arbeitsaufwand ist ausgesprochen hoch.
Man benötigt eine entsprechende Menge schwacher Völker. Solche zu haben ist im Grunde ineffizient.
Das Aufteilen in schwache sowie schwarmgefährdete Völker ist arbeitsintensiv.
Die Aufteilung ist nicht von Dauer, sie muss fortlaufend aktualisiert werden.
Der größte Nachteil ist, damit kann man sehr leicht Krankheiten verbreiten.
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3 Dem Volk mehr Raum geben und Mittelwände einhängen.

Diese Art der Gegensteuerung betreiben viele Imker. Die hochqualifizierten schaffen es pro Jahr und Volk 22 Mittelwände einzuhängen und ausziehen zu lassen. Unter richtigen Voraussetzungen eingehängte Mittelwände bauen Bienen zügig aus.

Nicht ausgezogene Waben machen ihnen Stress. Sie stören die Bewegungen der Bienen und auch die der Weisel. Ausbauen wird diesen Missstand beheben.
Leerräume ohne Mittelwände werden aber oft mit Drohnenzellen verbaut, weil das dem Missstand schneller abhilft.

Solange man baut, kommt kaum Schwarmstimmung auf. Erfahrene Imker ergreifen gleichzeitig noch andere Maßnahmen wie z. B. die Bildung von Ablegern. Denn Waben bauen hilft nur eine gewisse Zeit. Und Bedingung ist, dass Nektar eingetragen wird. Versiegt aus irgend einem Grunde der Zufluss, von Futter so wird kaum weiter gearbeitet. Die Schwarmstimmung kommt dann mit Sicherheit wieder auf.

Nachteile - Diese Gegenmaßnahme erfordert gutes Wissen und viel Erfahrung, denn mit großen Mengen von Mittelwänden kann man, die thermischen Verhältnisse im Volk schwer beeinträchtigen. Mit schädlichen Folgen vor allem im Frühjahr.

Wachsarbeiten bedeuteten auch Ertragsverminderung, besonders, wenn dabei viel Wachs erzeugt werden sollte.

Für den Imker ist die Vorbereitung von jeweils ca. 20 Rähmchen mit Mittelwänden (pro Volk) kein kleiner Aufwand.

Herrscht eine Bombentracht, so kommt es auch vor, dass alles, was ausgebaut wird, auch gleich mit Honig belegt wird. Die Weisel hat wieder zu wenig Raum zu legen, es gibt nicht genug Larven zum Füttern. Trotz der Maßnahmen zur Erweiterung steigt die Gefahr wieder, dass man Schwarmstimmung bekommt.
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4 Mit gedeckelter Brut samt Bienen auf den Waben Ableger erzeugen.

Das Erzeugen von Ablegern nur zur Schwarmverhinderung ist sehr verbreitet. Bei Berufsimkern ist es meist erste Wahl. Gilt auch für andere Bienenhalter als uneingeschränkt empfehlenswert.

Aus dem Volk, das in Schwarmstimmung geraten könnte, nimmt man einige Waben mit gedeckelter Brut mitsamt der darauf sitzenden Bienen. Die Waben hängt man in einen Raum, der dem aktuellen und zukünftigem Bedarf des neu geschaffenen Volks Rechnung trägt. Damit ein Ableger daraus wird, gibt man Waben mit Pollen und Honigvorrat bei sowie eine Weisel oder eine Weiselzelle.

In die so „zur Ader gelassenen“ Völker kommen an Stelle der entfernten Brutwaben leere Rahmen oder Mittelwände. Neue Brut, die nun angelegt wird, sollte gegen das Schwärmen wirken.

Auch diese Maßnahme zur Verhinderung von Schwarmstimmung hat gewisse Nachteile. Einerseits bemüht man sich im Frühjahr möglichst starke Völker zu haben, doch anderseits schwächt man die stärksten – damit sie nicht gleich schwärmen.

Wenn man den Bestand konstant halten will, ist die Methode ungünstig. Man braucht vorübergehend Reservebeuten, Magazine, Kästen, wie auch Stellplätze dafür. Und man braucht Weiseln oder Weiselzellen. Insgesamt entstehen beträchtliche Kosten und Aufwand. Die Zusammenstellung der Ableger ist mit weiterem Aufwand verbunden. Ihre spätere Betreuung auch. Wenn Ableger stark werden, können sie des öfteren selbst in Schwarmstimmung kommen.

Das Dilemma hat man nicht, wenn man die Zahl der Völker vergrößern will (aus welchen Gründen auch immer). Es gibt weitere Vorteile und Alternativen. So kann man, auch wenn man nicht erweitern will, ein paar Ableger als Reserve in den Winter nehmen. die kann man im Frühjahr verkaufen oder mit Wirtschaftsvölkern vereinigen. Ableger haben noch einen Vorteil.
Ganz nebenbei kann man mit diesen eine wesentliche Reduzierung des Varroabefalls in den Völkern erreichen.
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5 Brutwaben mit gedeckelten Zellen in den Honigraum versetzen.

Auch damit kann man für Weisel und Bienen Arbeit beschaffen. In den Brutraum hängt man, an Stelle der entnommenen Brutwaben, leere Waben und (oder) Mittelwände. So lange die Bienen mit dem Wabenbau und neuer Brut beschäftigt sind, schwärmen sie nicht. Die im Honigraum auslaufenden Bienen machen wieder Platz frei, so dass darin Honig eingetragen werden kann. Leider ist diese Art der Schwarmverhinderung mit hohem Zeitaufwand verbunden und sie ist nicht sehr wirksam. Es gilt auszuschließen, dass die Weisel mit in den Honigraum kommt. Man muss sie finden oder alle Waben dabei abfegen.

In der Berufsimkerei trifft man dieses Verfahren nur als Ergänzung zu anderen an. Problematisch ist es bei Rapstracht. Wenn die Bienen im Honigraum nur langsam und ungleichmäßig schlüpfen kann man manche der Waben nicht schleudern. Ehe man sich versieht, kristallisiert der Honig rund um diese Brut und ist später kaum noch zu schleudern.
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6 Das Erzeugen von Feglingen

Feglinge schafft man meistens um neue Völker zu erzeugen. Im Vollsommer und vor allem noch später. Man braucht dafür entsprechende Mengen von Weiseln. Weil man mit dem Abfegen von Bienen gleichzeitig mehrere Völker schwächen kann lässt sich damit auch Schwarmverhinderung machen. Es entstehen Völker, die man als Kunstschwärme bezeichnet. Oft gibt man später, wenn die Weisel schon am Stiften ist, noch Waben mit gedeckelter Brut dazu. Diese entnimmt man Völkern, die man schwächen will, weil sie zu viel schlüpfende Brut haben.

Allein als Mittel der Schwarmkontrolle wird kein Profiimker Feglinge erzeugen. Er hat damit eine Menge Arbeit. Auch muss man die Feglinge einige Kilometer wegbringen, weil sonst die Flugbienen in die alten Völker zurückkehren. Schlimm wird es, wenn man in einem Volk eine unerkannte Krankheit hat. Diese kann sich mit Feglingen am Stand und in der ganzen Umgebung unkontrolliert ausbreiten.
(1169 / 1304, wird fortgesetzt)
offline

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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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Schlagwörter

bienengene, das egoistische gen, der bien, drohnenförderung, gegenmaßnahmen, schwärme, schwarmkontrolle, schwarmtrieb

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