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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Gerd Altmann/ladyoak.com / pixelio.de
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26.01.2011, 20.42 Uhr

Wenn die Welt ein Dorf wäre…

Vielleicht haben manche von euch ja schon von Donella Meadows gehört. Sie machte bereits im Jahr 1990 die unfassbare Menge der gesamten Weltbevölkerung mit einer simplen und gleichzeitig genialen Idee für dich und mich begreifbar. Sie schrumpfte die (damals noch) 5 Milliarden Menschen auf ein Dorf von 1000 Personen und zeigte so sehr anschaulich, aus welchen Ethnien, Religionen, Kulturen und Lebensweisen sich die Menschheit zusammensetzt.

Nun sind diese Zahlen nach 20 Jahren nicht mehr ganz korrekt, schon allein, weil inzwischen fast 7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Heute habe ich ein tolles Video gefunden, dass genau dieses Thema wieder aufgreift. Es heißt „The Miniature Earth Project“ und zeigt an Hand von 100 Menschen, wie die Erdbevölkerung derzeit aussieht.

Ich will hier nicht das ganze Video wiedergeben, das schaut ihr euch am besten selbst an, aber ein paar Zahlen müssen es schon sein. Also, ausgehend von einem 100-Seelen-Dorf kämen 61 davon aus Asien, 13 aus Afrika, 12 aus Europa, 8 aus Nordamerika, 5 aus Südamerika (woanders habe ich es mit Nordamerika und Südamerika genau andersherum gelesen, nur so am Rande) und gerade mal einer aus Ozanien. Hättet ihr gewusst, wie groß der Anteil der Asiaten wirklich ist? Ich nicht, gebe ich ehrlich zu. Zur Religion: 33 sind Christen, 21 sind Muslime, 13 sind Hindus, 6 sind Buddhisten, einer ist ein Sikh und noch einer ist ein Jude. 11 gehen sonstigen Religionen nach, 11 haben keine Religion und gerade mal 3 sind Atheisten.

Das ist auf jeden Fall schon mal sehr interessant, wirklich umgehauen haben mich die folgenden Zahlen, die das eigene Weltbild doch wieder ins richtige Licht rücken. 43 der 100 Menschen leben ohne sanitäre Anlagen. 18 haben keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser und müssen es von sehr weit weg holen. 14 sind stark unterernährt und 12 von den Erwachsenen können nicht lesen und schreiben. 21 Menschen leben von etwa einem Euro am Tag.

Im Gegensatz dazu besitzen gerade 20 Menschen 75% des Reichtums der Gemeinde. 12 haben einen Computer und gerade mal 8 einen Internetzugang. Nur 25 haben überhaupt ein Dach über dem Kopf mit so grundlegenden Sachen wie einem richtigen Bett, Kleiderschränken oder einem Kühlschrank. Das machte mir ganz schnell wieder bewusst, wie gut es uns eigentlich geht und wie privilegiert wir sind, dass wir hier im sicheren Europa leben, warme Wohnungen und Häuser haben und wirklichen Hunger gar nicht kennen. Die Metapher des Dorfes lässt plötzlich alles ganz nah rücken.

Zum Video: [www.miniature-earth.com]
Der Originalreport von Donella Meadows aus dem Jahr 1990, bei dem es sehr interessant ist zu heute zu vergleichen und zu sehen, dass in diesen 20 Jahren (die ja für die Menschheitsgeschichte ein Wimpernschlag sind) sich einige Anteile doch verschoben haben: [www.sustainer.org]

Es gab von ihr auch ein Buch aus dem Jahr 2003 „Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre…“ aber es ist nicht mehr lieferbar. Ein paar Zahlen daraus konnte ich dennoch im Internet finden. 324 der 360 Kinder müssten demnach jeden Tag arbeiten, um für ihre Familie Geld zu verdienen. Es gäbe wegen Krieg und Hunger 3 Flüchtlinge. Außerdem gäbe es diesem Dorf mit 1001 Einwohnern 5 Soldaten, aber nur einen Arzt. [www.uni-protokolle.de]

Dafür ist noch ein Kinderbuch von David J. Smith mit demselben Theme erhältlich: „Wenn die Welt ein Dorf wäre…“, das diese Zahlen auch noch schön illustriert. Für Kinder und Erwachsene sicher ein schönes Buch, um sie die globalen Sachverhhalte besser vorstellen zu können. Hier noch ein Link mit den Zahlen aus diesem Buch, die so ähnlich sind wie aus dem Video:
[www.meinantenne1.de]

Hier noch ein paar interessante Artikel mit weiteren Zahlen
[heike-querbeet.blogspot.com]

Foto: Gerd Altmann/ladyoak.com / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

27.01.2011 13:01 Paradiesgarten

Mit kleinen Korrekturen übertragbar auf heute und sehr interessant und anschaulich.
Uns geht´s wirklich gut, wir jammern auf hohem Niveau.
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