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Was mir dazu einfällt:

Erfahrungen und Vermutungen (1 Eintrag)

267 mal angesehen
25.02.2011, 22.54 Uhr

Äpfel mal einfach so betrachtet!

Wisst Ihr eigentlich, was es mit so einem einfachen Apfel auf sich hat? Sicherlich kennt Ihr den Spruch: „One apple a day, keeps the doctor away!“ die sollen ja sehr gesund sein die Äpfel.
So ein Apfelbauer braucht ja auch Bestäubung und somit ist es auch ein für Imker relevantes Thema, darauf will ich aber gar nicht eingehen! Ein Hektar Äpfel (konventionell) kostet ca. 1500-2000 € im Jahr an Spritzmitteln. Wobei ich will hier nichts über Spritzmittel erzählen, sondern eher warum es dazu kommt.
Der Apfelbauer hat seine Plantage und hegt und pflegt diese nach bestem Wissen und Gewissen. Die Kosten, dass muss man einfach mal voraussetzen, hat er dabei fest im Blick und so hofft er auf reiche Ernte, reduziert die Kosten soweit wie es nur geht (auch in der Verwendung der Spritzmittel!) um dann mit der Ernte zu erfahren, was seine redliche Arbeit ihm so einbringt. Jedes Jahr auf ein Neues die Gleichen Fragen:
Erfriert die Blüte?
Ist der Schädlingsbefall so groß, dass ich handeln muss?
Bekomme ich die Ernte zu einem ordentlichen Preis vermarktet?
und hin und wieder wahrscheinlich: Warum mach ich das Ganze überhaupt?
Immer mal wieder wird er von Andersdenkenden ob seiner Anbauweise belächelt, kritisiert, angefeindet oder - mit etwas Glück beneidet.
So geht es eigentlich wie eine tibetanische Gebetsmühle immer wieder im Kreis herum.
Die Chemiekonzerne und Berater haben für jedes Problem die richtige Lösung und manchmal wird auch etwas Lösung ohne echtes Problem angeboten, weil dieses nicht existierende Problem in naher Zukunft eines werden könnte! Jetzt könnte man ja geneigt sein, dem Obstbauern fehlende Intelligenz oder sonst etwas Bösartiges zu unterstellen, aber dem ist eigentlich gar nicht so, er muss so handeln, weil er dazu gezwungen wird. Nicht mit einer Waffe sondern Angst und Erfahrung wird hier zum Antrieb nachfolgender Handlungen.
Zu einem vernünftigen Preis lassen sich nämlich nur erstklassige Äpfel vermarkten und die muss man erstmal ernten können. Um dies zu gewährleisten sind mitunter auch Spritzmittel angebracht.
Ein erstklassiger Apfel, man glaubt es kaum ist um jeglichen Zweifel und nachvollziehbar handeln und verhandeln zu können eindeutig und bis ins Detail beschrieben. Nun könnte man ja glauben, so eine Beschreibung beschränkt sich auf die Größe, schließlich will man später ja vielleicht sechs Äpfel abgepackt zum Gewicht von einem Kilo vermarkten. Im Handel wird dieses Kilo dann für ca. zwei Euro an den Verbraucher abgegeben. Aber es geht bei der Beschreibung nicht nur um die Größe, sondern auch so elementare Eigenschaften wie der Rotanteil in einigen Sorten der einem genauen Prozentsatz entsprechen muss. Oder die Form, oder den Geschmack oder, oder, oder.
Dies kann man nun so hinnehmen oder man stellt die Frage: Warum ist das so? und die Antwort wird sein: „…weil der Verbraucher das so wünscht!“
„Ach was!?!“ würde Loriot auf eine solche Aussage wahrscheinlich antworten. Ich habe mich gefragt, will der Verbraucher das wirklich? Will ich das? Ist es mir wichtig ob der Apfel der Sorte xy so und soviel Rotanteil hat? Kaufe ich Äpfel nach Sorten? Kenne ich überhaupt Sorten?
Meine Kaufentscheidung so konnte ich für mich feststellen treffe ich nach nur zwei Kriterien. 1.Ich möchte oder brauche Äpfel 2. Es darf nicht die Sorte … sein, die mag ich nicht so gern!
Über Rotanteile oder Einzelgewichte hab ich dabei noch nie bewusst nachgedacht. Auch über Größe nicht, da ich ja den Kilopreis bezahle. Sicherlich bin ich nur eine Ausnahme als Apfelkäufer und nicht repräsentativ für den gemeinen Kunden.
Wenn ich jetzt in den Bereich des Handels wechsele, hat die gemeine Handelskette in der Regel drei bis fünf Sorten zur Auswahl, meist Preisgleich und ich selbst entscheide nach Frischeeindruck. Auch hier kann man die Frage stellen: Warum ist das so? Die Antworten sind dann, für mehr Sorten ist kein Platz und die Kassiererin kann an der Kasse keine Sortenbestimmung durchführen, darum macht man von vornherein eine Mischkalkulation und bietet alle Äpfel zum gleichen Preis an. Der Verbraucher weiter oben schon als Entscheider klassifiziert wird hierzu aber gar nicht befragt! Auch über die Wünsche zur Größe wurde der Verbraucher nicht wirklich befragt, es könnte sich ja herausstellen, dass man großen Apfelhunger und mal kleinen Apfelhunger hat und da ist eine Einheitsgröße nicht wirklich vorteilhaft auch kann ich beim Apfelkuchenbacken oder bei Bratäpfeln durchaus andere Wünsche haben.
Wenn man nun die beiden Bereiche übereinander bringt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass hier irgendeiner im wahrsten Sinne des Wortes veräppelt wird!
Ist es der Obstbauer, der für seine vermeintlich erstklassigen Apfel zum richtigen Zeitpunkt mit Glück, weil Wetter ist nicht kalkulierbar, 40-45 Cent pro Kilo bekommt oder der Verbraucher, dem der Handel das gibt was er für die Meinung des Käufers hält und der darum auch nur zwischen den vom Handel wohlmeinenden Verbraucherwünschen wählen kann?
Die Kosten des Anbaus werden definitiv nicht oder nur knapp gedeckt, der Verbraucher kann nicht wirklich frei entscheiden, was er möchte. Ohne Schuld scheint hier nur der Handel, weil die Obstbauern wissen, der Verbraucher nimmt nur die erstklassigen Äpfel ab und der Verbraucher kann sich leicht ausrechnen, dass ein Obstbauer mit einem Ertrag von zwei Euro pro Kilo Äpfel sich nur bereichern will!
Manchmal wäre ich gerne der lachende Dritte!
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OnkelTom

OnkelTom

Alter: 48 Jahre,
aus NRW (ganz westlich)
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bioäpfel

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Kommentare

27.02.2011 16:41 Fischotter
Ja prima genau meine Meinung.Auch ich boykottiere den Kauf von Äpfel aus diesem Gund im Supermarkt.Ich kaufe in Schweich bei einem Apfelbauern.Auch wenn dieser ebenfalls nur 6 Sorten hat(Ähnliche gibt es im Handel wie Fuji oder Rubinette..)Natürlich habe ich vorlieben an den Geschmack und das Gefühl des Hineinbeißens aber an Größe ,Gewicht und Farbe???Keinesfalls!!! Also was unternehmen wir onkel Tom?
06.03.2011 22:07 bross
Viele Verbraucher sind jedoch nicht in der Lage einen Boskop von einer Rubinette zu unterscheiden. Daher ist die Angabe des Handels in Apfel grün, gelb oder rot doch völlig ausreichend . Der Apfel muß nur makellos sein ( kein noch so kleines Schorffleckchen).
Der Verbraucher an sich ist stark durch entsprechende Werbung sehr beeinflussbar.
Ich habe mit Wissen eines Bekannten ein Kirschsaftschorle (Saftgemisch mit Wasser) in eine Weinflasche mit recht bunten Etikett abgefüllt. Alles ordentlich verschlossen (neuer Korken und neue Schrumpfkappe). Dieser, verdünnte, Kirschsaft wurde von einem Freund meines Bekannten als ein etwas leichter jedoch gut schmeckender Wein getrunken.
Was ein schönes, buntes Etikett ausmachen kann
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