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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Verteidigung des Fluglochs Mitte November I Bieneninstitut Kirchhain - der Seminarraum Biene mit Pollen - Mitte Februar 2011 - VII
991 mal angesehen
08.03.2011, 01.07 Uhr

Anfängerkurs I: Grundlagen der Imkerei

Die Anfängerkurse in Kirchhain sind immer recht schnell ausgebucht. Im letzten Jahr habe ich das Angebot zu spät gesehen und folglich keinen Platz mehr bekommen. Ich hatte 2010 bereits einen Eintageskurs in Kirchhain belegt und war ziemlich begeistert, deswegen habe ich versucht möglichst in den Anfängerlehrgang zu kommen. Ende 2010 und Anfang 2011 habe ich daher in regelmäßigen Abständen die Homepage des Bieneninstituts Kirchhain aufgerufen und es tatsächlich geschafft mich für einen Kurs anzumelden. Über die einzelnen Kurstermine gibt es hier in lockeren Abständen einen kleinen Bericht.

Anfängerkurs: Gute imkerliche Praxis
Der komplette Kirchhainer Anfängerkurs "Gute imkerliche Praxis" umfasst 6 ganztätige Termine und kostet für hessische Imker 150 Euro, für alle anderen Imker 210 Euro. Die Kurstermine finden von Februar bis November etwa einmal pro Monat statt. Bis auf den ersten Kurstermin haben alle Termine einen Theorieteil - der im Kirchhainer Institut stattfindet - und einen Praxisteil - der am nahegelegenen Lehrbienenstand stattfindet. Die Teilnehmergruppe umfasst etwa 25 Personen aller Alters- und Berufsklassen. Geleitet werden die Kurse von dem Mitarbeitern des Instituts, die sich je nach Themenblock abwechseln. Bei den praktischen Kursteilen wird die Teilnehmergruppe meist dreigeteilt und die verschiedenen Grüppchen werden dann den ImkermeisterInnen des Instituts zugeteilt.
Insgesamt ist der Kursverlauf gut durchgeplant und sehr angenehm. Man merkt durchwegs, dass die Planung der einzelnen Kursbestandteile durchdacht wurde. So wirkt der Kurs weder überhetzt, noch langweilig - es ist genug Zeit da um Raum für Nachfragen und Diskussionen zu ermöglichen und gleichzeitig ist der Zeitplan so straff und gefüllt, dass man auf dem Nachhauseweg einen in ausreichendem Maße rauchenden Kopf hat und sich nicht das Gefühl einstellt, man hätte Zeit vertrödelt. Man fährt also am Abend mit dem guten Gefühl heim, dass man etwas gelernt und der Kurs etwas gebracht hat. Angenehm ist, dass es die gesamten Kursunterlagen im Internet zum Download gibt. Auch für all jene, die nicht im Kurs sein können, mögen daher die unten aufgeführten Links interessant sein.

Inhalte des Kurses "Gute imkerliche Praxis" I
Der erste Kurstag im Januar drehte sich um Grundlagen des Bienenvolkes und der Imkerei. Dieses gilt es zu verstehen, bevor man imkerlich tätig wird, denn allein aktionistisches Herumhampeln ist noch lange keine Imkerei. Erst ein auf den Bien und dessen situative Lebensumstände abgestimmtes Handeln macht einen guten Imker aus.

Das Bienenvolk und der Imker
Ein erster Themenblock befasste sich daher mit der Darstellung des natürlichen Aufbaus, der Lebensweise und Entwicklung von Bienenvölkern. Ausgangspunkt war der Jahresablauf im Bienenvolk (1).Davon ausgehend wurde genauer auf die Entwicklung der Biene eingegangen (2) und der Aufbau des Bienenstaates erläutert (3). Der Jahresablauf der Imkerei richtet sich an dem Jahreszyklus des Bienenvolkes aus (4) - über das Jahr hinweg gibt es einiges zu tun. An dieser Stelle wurden die KursleiterInnen nicht müde zu betonen, dass man nicht gleich am ersten Tag verstehen müsse, was das ganze Jahr über zu tun sei. Wichtiger wäre der grobe Überblick, in den dann das im Jahresablauf weiter erworbene Wissen eingeflochten werden kann.

Imker werden und Imker sein
Der Bien braucht an sich nicht unbedingt einen Imker, ein Imker braucht aber immer Bienen. Bienen allein reichen allerdings nicht aus, um Imker zu sein - Imkerei ist immer auch eine Tätigkeit und für Tätigkeiten braucht man Werkzeuge, kleinere wie größere Werkzeuge. Im zweiten Themenblock ging es um diese Werkzeuge. Zuvorderst braucht jeder Imker einmal eine Grundausstattung (5). Sinnvoll ist es sich von der Vielzahl von Bienenbehausungen (6) nicht verwirren zu lassen und sich Magazine (7, 7a, 7b) anzuschaffen, da diese die modernste Form der Bienenhaltung darstellen und am weitesten durchdacht sind. Wer sein Magazin selbst bauen möchte findet dazu im Netz z. B. Baupläne für Zanderbeuten (8,9). Am besten startet man mit neuem Equipment, damit man vor unangenehmen Überraschungen sicher ist, sollte man einige Tipps berücksichtigen (10).
Neben den Beuten braucht man noch verschiedenste Werkzeuge, etwa Stockmeisel, Raucher, Besen (5). Wenn man dann alles in er Hand hat, gilt es erst einmal damit umgzugehen zu lernen. In einem zweiten Schritt kann man dann darüber zu sprechen lernen: Das Einüben des Imkerlateins ist angesagt. Damit man durch den Dschungel der Fachbegriffe durchblickt, haben die Mitarbeiter des Bieneninstituts ein Glossar imkerlicher Fachbegriffe angefertigt (11, 12). Die erworbene Sprachpraxis kann man dann - bevor man die lokalen und virtuellen Imkerstammtische unsicher macht, beim Erstellen einer Stockkarte - also der Dokumentation der eigenen Imkerei - erproben (13).
Im Kurs konnten wir dabei die verschiedenen imkerlichen Gerätschaften selbst einmal in die Hand nehmen, wobei Vor- wie Nachteile der einzelnen Gerätschaften erläutert wurden. Erklärt wurde auch, worauf beim Kauf zu achten sei. Neben diversen Lager-, Trog- und Hinterbehandlungsbeuten lag der Schwerpunkt der Erklärungen auf Magazinbeuten, die es in Holz- und Styroporausführung zu bestaunen gab. Für jene, deren praktisches Interesse danach gestillt war gab es anschließend noch eine Auslage an imkerlichen Fachbüchern (14). Hier hielt ich auch das erste Mal den Ordner "Grundwissen für Imker" (15) in der Hand. Ich habe ihn noch am selben Tag bestellt und bin ziemlich begeistert davon: Er ist übersichtlich, flexibel und gut aufgemacht und man kann aus den angenehm gestalteten Blättern einiges lernen. Insgesamt ist mir diese lose sortierte, reich bebilderte Blattsammlung lieber als textschwere Bücher.

Bienen erhalten und Bienen halten
Der dritte und abschließenden Kursblock drehte sich dann um den Ernstfall: Was ist zu beachten wenn Imkeranfänger und Bien zusammenkommen. Als erstes gilt es natürlich einen geeigneten Standort für seine Bienen zu finden. Dazu gilt es insbesondere zu beachten, dass das Bienenvolk einen ihm angepassten Standort zugewiesen bekommt und ausreichend Nahrung findet (16, 17). Durch gezielte Ansaat von Bienenweide kann man dazu auch selber beitragen (18, 18a, 19, 20). Summa summarum kann der Imker also durch viele kleine Entscheidungen dazu beitragen, dass es seinen Immen gut geht (21, 22), je nach Möglichkeit sollte er dies auch tun, denn satte, zufriedene Bienen liefern mehr Honig als hungrige, unterkühlte und unzufriedene Bienen. Der Honigertrag lässt sich auch durch gezielte Wanderungen steigern, bei denen der Imker mit seinen Bienen jeweils dorthin umzieht, wo gerade der Nektar fließt (24).
Bei jeder Auf- und Umstellung seiner Bienen gilt es neben der bienenfreundlichkeit der Standortfaktoren auch einige gesetzliche Regelungen in Betracht zu ziehen, die das Hessische Ministerium für Umwelt und Forsten in einer Broschüre zusammengefasst hat (22)


Man sieht also schon ganz gut, dass der erste Kurstag anständig gefüllt war. Wer sich für genauere Inhalte interessiert, für den habe ich unten die Links zu den sehr schön gestalteten Arbeitsblättern zusammengestellt - quasi als virtueller Onlinekurs für all jene, die nicht das Glück hatten, teilnehmen zu können. Aber 2012 ist auch noch ein Jahr

Linkliste
(1) Jahresablauf im Bienenvolk [www.llh-hessen.de]
(2) Entwicklung der Biene [www.llh-hessen.de]
(3) Aufbau des Bienenstaates [www.llh-hessen.de]
(4) Jahresablauf der Imkerei [www.llh-hessen.de]

(5) Imkerliche Grundausstattung [www.llh-hessen.de]
(6) Arten von Bienenbehausungen [www.llh-hessen.de]
(7) Bestandteile eines Magazins [www.llh-hessen.de]
(7a) Magazin und Absperrgitter I [www.llh-hessen.de]
(7b) Magazin und Absperrgitter II [www.llh-hessen.de]
(8) Bauplan Kirchhainer Magazin [www.llh-hessen.de]
(9) Bauplan Hohenheimer Einfachbeute [bienenkunde.uni-hohenheim.de]
(10) Tipps für den Gerbrauchtkauf [www.llh-hessen.de]
(11) Glossar lang [www.llh-hessen.de]
(12) Glossar kurz [www.llh-hessen.de]
(13) Stockkarte [www.llh-hessen.de]
(14) Literaturauswahl [www.llh-hessen.de]
(15) Grundwissen für Imker [www.dlv-shop.de]

(16) Standortwahl I [www.llh-hessen.de]
(17) Standortwahl II [www.llh-hessen.de]
(18) Bienenweide I [www.llh-hessen.de]
(18a) Bienenweide II [www.llh-hessen.de]
(19) Bienenweide III [www.llh-hessen.de]
(20) Bienenweide IV [www.lwg.bayern.de]
(21) Unterstützung der Bienenvölker [www.llh-hessen.de]
(22) Broschüre: Aufstellen von Bienenvölkern [www.llh-hessen.de]
(23) Trachtbeobachtung [www.llh-hessen.de]
(24) Transport von Bienenvölkern [www.llh-hessen.de]

Die gesamten Arbeitsblätter findet man in der Übersicht hier:
[www.llh-hessen.de]
offline

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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim
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Kommentare

08.03.2011 08:06 Bienenfreund
Genialer Beitrag. So liebe ich Landlive. Seriöse Informationen aus erster Hand, hilfreich die Aufstellung der Links - eine 1+ für die Meisterin der Blogs
von Bienenfreund
18.03.2011 08:10 Schwarmkoenigin
Beeindruckend....
Schön, dass es immer wieder Menschen gibt, die allem Anschein nach sehr viel Freude daran haben "kleine" Berichte zu schreiben.


19.03.2011 18:21 Bienenfreund
Schwarmkoenigin schrieb:
Beeindruckend....
Schön, dass es immer wieder Menschen gibt, die allem Anschein nach sehr viel Freude daran haben "kleine" Berichte zu schreiben.


Ja, ich lese quasi alles, was ich über Bienen erwische
Deshalb erfreue ich mich an Austejas Beiträgen

20.03.2011 21:05 segeberger
Ein sehr gut struktuierter Beitrag für den Jungimker. Schade nur, dass in Kirchhain keine Informationen über die beste Magazinbeute Deutschlands verbreitet werden.

beste Grüße Segeberger
20.03.2011 21:21 Austeja
segeberger schrieb:
Schade nur, dass in Kirchhain keine Informationen über die beste Magazinbeute Deutschlands verbreitet werden.
beste Grüße Segeberger


Also naja, die hatten im Kurs alles da und auch alles gezeigt: Genauer erläutert wurden Holzbeuten und Styroporbeuten - die aufgestellten Beuten waren Zandermaß soweit ich das beurteilen kann, weil das jenes Maß ist, das sie in Kirchhain verwenden. Die Syroporbeuten waren von einem der Kirchhainer Imkermeister - er hat vor allem solche in Betrieb. Styroporbeuten wurden sogar gelobt und jenen Personen empfohlen, die es gern leichter hätten - Holzbeuten wurden jenen empfohlen, die es gern natürlicher haben. Der Tenor war aber: Bienen kommen mit allem zurecht.
Das fand ich am Kurs sehr angenehm, es wurde nichts schlecht geredet - es wurde aber auch keine Empfehlung gegeben. Dafür wurde sehr oft gesagt: Schauen Sie was Sie brauchen, was Sie wollen und was Sie sich leisten können - das ist dann die richtige Beute für Sie. Es wurde für keine Beute Werbung gemacht und keine schlecht geredet.

Du rechnest bei den Instituten aber auch immer mit dem schlimmsten, kann das sein?
28.03.2011 12:02 segeberger
Austeja schrieb:
Also naja, die hatten im Kurs alles da und auch alles gezeigt: Genauer erläutert wurden Holzbeuten und Styroporbeuten - die aufgestellten Beuten waren Zandermaß soweit ich das beurteilen kann, weil das jenes Maß ist, das sie in Kirchhain verwenden. Die Syroporbeuten waren von einem der Kirchhainer Imkermeister - er hat vor allem solche in Betrieb. Styroporbeuten wurden sogar gelobt und jenen Personen empfohlen, die es gern leichter hätten - Holzbeuten wurden jenen empfohlen, die es gern natürlicher haben. Der Tenor war aber: Bienen kommen mit allem zurecht.
Das fand ich am Kurs sehr angenehm, es wurde nichts schlecht geredet - es wurde aber auch keine Empfehlung gegeben. Dafür wurde sehr oft gesagt: Schauen Sie was Sie brauchen, was Sie wollen und was Sie sich leisten können - das ist dann die richtige Beute für Sie. Es wurde für keine Beute Werbung gemacht und keine schlecht geredet.

Du rechnest bei den Instituten aber auch immer mit dem schlimmsten, kann das sein?


Für den Jungimker der mich nur durch landlive kennt, mag das so erscheinen. Die Institute sind leider nicht mehr unabhängig und weil wir so viele haben liegen sie untereinander im Konkurenzkampf. Da bleibt schnell die Vernunft auf der Strecke.
Davon abgesehen, dass ich in jeder Kartoffelkiste Bienen halten und Honig ernten kann, gibt es doch das das Phänomen des Nord -Süd Gefälles in der Art der Beuten. Es muss doch ein Konsens einer Empfehlung zur bestgeeigneten Beute, für den Laien erkennbar sein.

Noch schlimmer aber ist die Varroabekämpfung. Wenn du meine Beiträge wichtest, wirst du erkennen, dass ich den Instituten die gesamte Schuld an dem Bienensterben zuschreibe. Die vielen denkbaren Varianten der Bekämpfung sind die Ursache. Jeder tüftelt sich was Neues aus. Dagegen steht eine einmalige Os -Sprühbehandlung zum richtigen Zeitpunkt für den Kleinimker. Dazu die richtige Beute und es gibt kein Bienensterben mehr.

Na ja, zumindest wenn man einiges andere beachtet.
Meine fliegen wieder alle!

mfG Segeberger
20.08.2015 11:20 CuxImker
Sehr interessante Beiträge, aber warum funktionieren die Linke´s nicht?

Gruß
Pirschstock
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