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"Auf Motivsuche"

Interessantes mit der Kamera festhalten (77 Einträge)

Gelbes Meer Winterling I Winterling II
62 mal angesehen
17.03.2011, 17.59 Uhr

Der Frühling war da . . .

Der Frühling war da, und ich hab seine Geburt doch tatsächlich beinahe verpasst.
Es ist schon komisch. Nach so langer Abstinenz ist man ganz gierig auf die ersten Farbtupfer in der Natur. Für ein Frühlingsmotiv geht man – respektive fährt man – schon meilenweit, verrenkt sich und nimmt gerne schon mal eine Körperhaltung an, die so ganz und gar nicht der natürlichen entspricht.
So geschehen letzte Woche. Daheim im Garten war außer Schneeglöckchen noch nichts Frühlingshaftes zu erkennen. Aber einige Ortschaften weiter, da hatte ich schon öfters beim Vorbeifahren ein leuchtend gelbes Blütenmeer am Rande eines Bauernhof-Grundstücks gesehen. Aber jedesmal hatte ich keine Kamera dabei. Letzten Mittwoch fuhr ich dann los, mit Kamera und Knieschonern bewaffnet. Jaja die Knieschoner (normalerweise für Fliesenleger gedacht), die sind schon seit langer Zeit ein wertvolles Utensil für mich. Zum einen lindern sie die Schmerzen, die man zwangsläufig bekommt, wenn man ab einem gewissen Alter längere Zeit am Boden herumkriecht, zum anderen bleibt der Dreck an ihnen hängen und nicht an den Hosenknien.
Am Bauernhof angekommen bot sich mir ein Bild, das man nur mit zwei Worten umschreiben kann: „Frühling pur“. Im nicht umzäunten Vorgarten standen neben einigen alten Linden viele jüngere Obstbäume und Sträucher, alle umspült von einem Meer aus gelben Winterlingen und weißen Schneeglöckchen (Bild links). Und so, als müsste man auf diese Schönheit hinweisen, stand in der vorgeschobenen Gartenecke umgeben von Natursteinen eine Laterne.
Von den vielen Aufnahmen hier nur zwei (Bild mitte und rechts). Ich weiß nicht, wie lange ich am Boden rumgekrochen bin, wie oft ich die Position gewechselt und welche Verrenkungen ich dabei gemacht hab. Plötzlich hielt hinter mir ein Auto an. Ohne mein Motiv aus dem Kamera-Auge zu verlieren drehte ich den Kopf. Die junge Bäuerin ließ das Autofenster runter und fragte: „Jo wos machen denn Sie do“. Ich: „Ich fotografiere ihre schönen Blumen“. Sie: „Aha“. Dann fuhr sie etwas irritiert - wie mir schien - weiter. Erst später, als ich am Auto war und die Knieschoner abnahm, fiel mir ein, dass ich auf ihre Frage eigentlich hätte antworten müssen: „nicht das, wonach es aussieht. Ich lege keine Fliesen“.
Ich hatte nun endlich die ersten Farbtupfer im Kasten. Beim Auswerten meiner Bilder ist mir aufgefallen, dass die Winterlinge schon ziemlich verblüht waren. z. Z. legt ja der Frühling eine kurze Pause ein. Hoffentlich bieten sich Ende nächster Woche wieder schöne Motive. Ab Mittwoch soll es ja auch bei uns wieder wärmer werden. Hoffentlich, denn sonst hätte ich den Frühlingsbeginn wirklich verpasst
Übrigens: Die Knieschoner waren ziemlich dreckig, und meine Hose blieb sauber. Aber das nächste Mal werde ich wohl auch Ärmelschoner überziehen.
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heini

heini

Alter: 69 Jahre,
aus Holzkirchen
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Kommentare

18.03.2011 12:16 Paradiesgarten

Eine wunderschöne Frühlingsgeschichte
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