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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Rike / pixelio.de
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23.03.2011, 20.59 Uhr

Wohnen für Hilfe

Gerade in großen Universitätsstädten ist Wohnraum teuer und für Studenten ist es deshalb oft nicht so einfach einigermaßen preiswert wohnen zu können. Neben Wohnheimen sind da oft WG’s die Lösung der Wahl, doch selbst das kann manchmal für Studenten fast unbezahlbar sein – zumal Wohnraum in Unistädten oft sehr knapp ist. Ich kann mich selbst noch gut an nervenaufreibende WG-Such-Aktionen erinnern, bei denen neben den netten Mitbewohnern doch vor allem der Preis der ausschlaggebende Punkt war.

In immer mehr deutschen Universitätsstädten entsteht gerade eine neue Form des studentischen Wohnens. Da bieten Menschen ihren Wohnraum an, die aber in irgendeiner Weise Hilfe im Alltag brauchen. Der Student, der diese Hilfe anbieten kann und will, erhält für jede geleistete Stunde entweder die Miete für einen Quadratmeter oder z.B. 10 Euro Miete erlassen. Der Endpreis für die Miete liegt damit oft weit unter dem üblichen Mietpreis.

Die Anbieter sind zum Beispiel Senioren, die Hilfe im Haushalt, im Garten oder beim Einkaufen brauchen. Allerdings sind Pflegedienste tabu. Auch Großfamilien oder alleinerziehende bzw. voll berufstätige Elternteile können profitieren, in dem die Studenten bei der Kinderbetreuung helfen.

Natürlich muss man als Student bereit sein, sich in die neue Situation zu integrieren und neben der Arbeit auch näheren Kontakt zuzulassen. Dafür wird man aber – neben der günstigen Miete – auch mit Erfahrungen belohnt, die man sonst nicht machen würde.

Wer Interesse an einem solchen Mietverhältnis hat, findet unter [www.wohnenfuerhilfe.info] die entsprechenden Stellen, die das in den jeweiligen Städten organisieren. Die Studenten müssen zuerst einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen, wo geklärt wird, welche Arbeiten sie bereits sind zu machen, ob sie ein Auto haben, ob sie lieber mit Männern oder Frauen oder lieber mit Senioren oder Familien zusammenleben möchten. Auch den Vermietern wird vorher ein Besuch abgestattet, um sich die Wohnräume anzuschauen und die Erwartungen abzuklären.

Nur mit diesen umfangreichen Vorgesprächen können auch die richtigen Menschen zusammengebracht werden. So können viele Konflikte schon im Vorfeld verhindert werden, auch wenn diese sicherlich nie ganz ausbleiben werden. Bevor ein Mietvertrag zustande kommt, wird dann noch einmal genau festgelegt, wie viele Arbeitsstunden zu verrichten sind und welche Tätigkeiten das beinhaltet. Auch die Mietbedingungen und –minderungen werden geklärt.

Am Ende wird es sich sicherlich erst im Alltag zeigen, ob diese neue „zusammengewürfelten“ Menschen mit einander klarkommen. Aber wenn sich alle Mühe geben, kann dabei am Ende jeder gewinnen – sowohl finanziell als auch menschlich.

Weitere Artikel zum Thema:
[www.welt.de]
[www.faz.net]
[www.tagblatt.de]
[www.n-tv.de]

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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

24.03.2011 10:28 Paradiesgarten

Diese Idee wurde bei uns auf einer Bürgerversammlung schon ins Spiel gebracht. Warum nicht mal neue Wege ausprobieren, das schützt alte Menschen zudem noch vor Vereinsamung.
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