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Learning to Bee

Anfängersorgen und Altlasten der Imkei (39 Einträge)

Biene an Buschwindröschen I - März 2011 Krankheiten - Kalkbrut Mumien Bienen im Krokus II - März 2011
703 mal angesehen
15.04.2011, 12.09 Uhr

Anfängerkurs II: Auswinterung und Durchlenzung

Auswinterung und Durchlenzung waren die Themen des zweiten Kurstages der Veranstaltung "Gute imkerliche Praxis" in Kirchhain. Hier mein zweiter Bericht zu den Inhalten des Kurses.

Anfängerkurs: Gute imkerliche Praxis
Der komplette Kirchhainer Anfängerkurs "Gute imkerliche Praxis" umfasst 6 ganztätige Termine und kostet für hessische Imker 150 Euro, für alle anderen Imker 210 Euro. Die Kurstermine finden von Februar bis November etwa einmal pro Monat statt. Bis auf den ersten Kurstermin haben alle Termine einen Theorieteil und einen Praxisteil. Die Teilnehmergruppe umfasst etwa 25 Personen aller Alters- und Berufsklassen. Geleitet werden die Kurse von dem Mitarbeitern des Instituts, die sich je nach Themenblock abwechseln. Bei den praktischen Kursteilen wird die Teilnehmergruppe dreigeteilt und den ImkermeisterInnen des Instituts zugeteilt. Der Kursverlauf ist gut durchgeplant und angenehm. Man merkt, dass die Planung der einzelnen Kursbestandteile durchdacht wurde. Es ist genug Zeit da um Raum für Nachfragen und Diskussionen zu ermöglichen und gleichzeitig ist der Zeitplan so straff und gefüllt, dass man auf dem Nachhauseweg einen in ausreichendem Maße rauchenden Kopf hat und sich nicht das Gefühl einstellt, man hätte Zeit vertrödelt. Angenehm ist, dass es die gesamten Kursunterlagen im Internet zum Download gibt. Auch für all jene, die nicht im Kurs sein können, mögen daher die unten aufgeführten Links interessant sein.

Inhalte des Kurses "Gute imkerliche Praxis" II
Der zweite Kurstag im Februar drehte sich um die Auswinterung und Durchlenzung des Bienenvolkes sowie die damit verbundenen imkerlichen Arbeiten. Neben einer praktischen Einführung in die anfallenden Vorbereitungsarbeiten, beinhaltete der Kurs auch einen ausführlichen Block über Bienenkrankheiten. Immerhin sollte man als Imker wissen, was Sache ist, wenn man seine Bienenvölker nach dem Winter wieder in Empfang nimmt.

Was macht eigentlich eine Biene aus
Ein erster Themenblock befasste sich mit einer ausführlichen Darstellung der verschiedenen Bienenrassen und des Körperbaus der Biene. Neben dem Jahresablauf des Bienenvolkes (1) und dem Körperbau der Biene sowie den einzelnen Funktionen, die bestimmte Körperteile übernehmen können (2), ging es auch um die Entwicklung der Biene (3). Es wurden die verschiedenen europäischen Bienenrassen – Carnica, Ligustica, Mellifera – sowie ihre regionalen Untergruppen vorgestellt und erläutert, wie es zu der ursprünglichen Ausdifferenzierung und lokalen Verteilung dieser Rassen kam (4). Erklärt wurde zudem der Unterschied zwischen natürlicher Rasse, geographischer Rasse und künstlichen Rassen erläutert (5).

Was macht eigentlich Bienen krank
Sobald man verstanden hat, was die Biene ausmacht, kann man sich darum Gedanken machen was Bienen krank macht und wie man dagegen vorbeugen kann. Zur Veranschaulichung der verschiedenen Krankheiten hatten die Lehrenden des Instituts einen ganzen Schulungsraum voll mit Ausstellungsstücken aufgebaut. Wichtig ist es, Krankheiten richtig diagnostizieren zu können (6, 6a). Neben den wichtigsten Bienenparasiten Varroamilbe (7) und Tracheenmilben (8), ging es in dieser Kurseinheit vor allem um Darmerkrankungen der Bienen und Pilzerkrankungen. Eine im Frühjahr oft virulente Erkrankung ist die Nosematose (9), die – befällt sie einmal ein Volk – hoch ansteckend ist. Durchfallerkrankungen können aber auch andere Ursachen haben, etwa zuviel Waldhonig als eingelagertes Winterfutter, daher macht es Sinn in solchen Situationen eine Darmprobe zu machen. Dabei zieht man mit einer Pinzette den Stachel und, daran hängend, den Darm der toten Bienen heraus: Ist der Darm milchig weiß, liegt definitiv ein Nosemabefall vor. Ist der Darm bräunlich, so kann der Befall nur leicht sein oder auch nicht vorhanden. Wenn man sich unsicher ist, fragt man am besten den lokalen Bienensachverständigen.
Kalkbrut und Steinbrut (10, 10a) sind Erkrankungen, die durch Pilzbefall ausgelöst werden. Eine zu kühle Temperatur im Bienenstock, hohe Luftfeuchtigkeit und Schwitzwasser, ein gering ausgeprägter Putztrieb und Inzucht sind Faktoren, die den Pilzbefall bei Bienen fördern. Kalkbrut erkennt man an den abgestorbenen Mumien von Bienenpuppen, die sich oft vor dem Flugloch oder auf der Bodeneinlage finden (siehe Photo oben). Bei der Steinbrut sitzen die abgestorbenen Mumien fest in den verdeckelten Zellen. Da die Bienen diese Mumien schwer entfernen können, überziehen sie diese teilweise noch in den Zellen mit Kittharz.
Der imkerliche GAU liegt dann vor, wenn man sich die amerikanische Faulbrut eingehandelt hat (11, 11a, 11b). Diese ist eine hoch ansteckende Krankheit, die vom Bakterium „Paenib larvae“ ausgelöst. Amerikanische Faulbrut lässt sich gelblich-braunen, fadenziehenden Schleim und dem schwarzen, am Zellgrund festsitzenden Schorf erkennen, der in befallenen Brutzellen zu beobachten ist. Sie ist anzeigepflichtig. Bei Verdacht auf Faulbrut gilt es also schnellstmöglich den zuständigen Bienenfachberater und Amtsveterinär zu verständigen, damit die notwendigen Maßnahmen zur Völkersanierung getroffen werden können. Es ist auch möglich Proben einzuschicken – dabei sollte man aber einiges beachten (10a).

Was macht man mit Bienen in Frühjahr
Hat man im Frühjahr seine Bienenvölker das erste Mal in Augenschein genommen und keine Krankheiten festgestellt, die behandelt werden müssten, kann man sich an die imkerlichen Arbeiten machen, die im Frühjahr anfallen (12). Etwa im März – je nach Wetterlage nach einer ersten längeren Phase von Temperaturen über 15 Grad – wird die Frühjahrsrevision (13) vorgenommen. Zentral ist dabei die Beurteilung des Volkszustandes – etwa nach Krankheitszeichen und Weiselrichtigkeit – sowie die Kontrolle der Futtervorräte. Je nach Bedarf kann eine Raumanpassung erfolgen: Schwache Völker werden auf eine Zarge eingeengt und besonders starke Völker gegebenenfalls erweitert. Jedes Volk sollte zu Beginn der Salweidenblüte eine weiselrichtige Königin und Brut in allen Stadien vorzuweisen haben. Wichtig sind überdies zwischen 5-7 kg Futterreserve, damit die Bienen noch kommende Kälteperioden überstehen können. Zuviel Futtervorräte in den Waben sollten allerdings nicht mehr vorhanden sein, da diese die Ausdehnung des Brutnestes einschränken. Einem vollständig verhonigtem Volk werden daher im Frühjahr überschüssige Futterwaben entnommen, damit es sich entwickeln kann. Wenn möglich, kann jetzt auch schon der Drohnenbaurahmen gegeben werden, um den Bautrieb der Bienen entgegenzukommen. Eine optimale Ausdehnung des Brutnestes wird auch durch die mittige Ausrichtung des Brutnestes befördert – auf keinen Fall darf beim Versetzen der Waben aber das Brutnest auseinandergerissen werden, besser ist es mit Futter befüllte Randwaben zu versetzen.
Sollte man weisellose Völker vorfinden, kann man diese mit Ablegern aus dem Vorjahr vereinigen. Bei schwachen aber gesunden Völkern ist eventuell auch ein Aufsetzen über einem Absperrgitter auf gesunde starke Völker denkbar. Allerdings gilt es zu beachten, kranke Völker niemals mit starken Völkern zu vereinigen, da man damit nicht dem kranken Schwächling hilft, sondern dem starken Volk auch noch ein Grab schaufelt.

Das angelernte Wissen konnte die Kursgruppe dann am Lehrbienenstand selbst erproben. Hilfreich fand ich dabei vor allem die Einführung in das Anwerfen des Smokers (geht auch ohne Spiritus ) und die richtige Haltung und Nutzung von Stockmeißel und Abkehrbesen (gewusst wie ). Wer sich für genauere Inhalte interessiert, für den habe ich unten die Links zu den sehr schön gestalteten Arbeitsblättern zusammengestellt - quasi als virtueller Onlinekurs für all jene, die nicht das Glück hatten, teilnehmen zu können. Aber 2012 ist auch noch ein Jahr

Linkliste
(1) Jahresablauf im Bienenvolk [www.llh-hessen.de]
(2) Körperbau der Biene [www.llh-hessen.de]
(3) Entwicklung der Biene [www.llh-hessen.de]
(4) Bienenrassen [www.llh-hessen.de]
(5) Geographische Rassen [www.llh-hessen.de]

(6) Diagnoseschema für Krankheiten [www.llh-hessen.de]
(6a) Diagnosehilfe für Krankheiten [www.llh-hessen.de]

(7) Varroamilbe [www.llh-hessen.de]
(8) Tracheenmilbe [www.llh-hessen.de]
(9) Nosematose [www.llh-hessen.de]
(10) Kalkbrut und Steinbrut [www.llh-hessen.de]
(10a) Kalkbrut bestimmen [www.llh-hessen.de]
(11) Amerikanische Faulbrut [www.llh-hessen.de]
(11a) Untersuchung auf Faulbrutsporen [www.llh-hessen.de]
(11b) Untersuchung auf Faulbrutsporen [www.llh-hessen.de]

(12) Jahresablauf des Imkers [www.llh-hessen.de]
(13) Maßnahmen im Jahresablauf [www.llh-hessen.de]

Die gesamten Arbeitsblätter findet man in der Übersicht hier:
[www.llh-hessen.de]
offline

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Austeja

Austeja

Alter: 37 Jahre,
aus Rosenheim

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Kommentare

16.04.2011 11:30 Honigfuchs
Smoker mit Spiritus anzünden?! Das hab ich jetzt noch nie gehört... wer macht denn sowas?
16.04.2011 16:54 Austeja
Honigfuchs schrieb:
Smoker mit Spiritus anzünden?! Das hab ich jetzt noch nie gehört... wer macht denn sowas?


Bisher hab ich das so gemacht: Etwas Holzwolle mit wenig Spiritus beträufeln, anzünden und die Bude brennt binnen weniger Minuten
Ohne Spiritus ist es aber praktischer, ein Teil weniger rumzuschleppen.
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