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Maryan Alber Text zu Alber, Die Biene 1/1975, S. 17
425 mal angesehen
08.10.2007, 11.18 Uhr

Imker beherrschte 22 Sprachen

Maryan Alber (1898 – 1980) war Bienenzüchter und unterstützte die Bienenforschung seiner Zeit. Er arbeitete auch mit Bruder Adam, der im Benediktiner-Konvent von Buckfast Abbey in England die Bienenzucht leitete, über Jahre zusammen. In den 1950er Jahren ist er häufiger Autor der deutschen Bienenpresse. Er war gebildet und las die meisten Bienenzeitungen der Welt im Original. Die wichtigsten waren nach seiner Meinung, neben den Fachblättern in deutscher Sprache, die amerikanischen „Gleanings in Bee Culture“ und „American Bee Journal“ sowie die russische „Ptschelowodstwo“, die einzige Imkereizeitung der Sowjetunion, die damals mit einem Umfang von 64 Seiten und einer Auflage von 400.000 Exemplaren erschien.

Friedrich Ruttner sprach in der ADIZ in seinem Nachruf auf Maryan Alber (dieser war am 23. Dezember 1980 im Alter von 82 Jahren verstorben) von der „genialen Sprachbegabung“ Albers, der 22 Sprachen beherrscht habe. „Seine Leidenschaft für die Bienenzucht, seine weitreichenden internationalen Verbindungen wie sein vulkanisches Temperament machten Alber zu einer einmaligen Erscheinung (...). Geboren in Smyrna (Izmir), Kindheit in Athen, Schule und Studium in Wien und Graz (...). Alber benötigte sein eigenes, rundum verteidigtes Revier, das er erst in der zweiten Lebenshälfte mit seiner Familie in einer professionell geführten Imkerei in Sizilien fand.“

Bekannt wurden die Versuche von Vulcano 1954 über Mehrfach-Paarungen der Bienenkönigin. Auf der 25 km nördlich von Sizilien liegenden Insel, die zu den Liparischen Inseln gehört, haben die österreichischen Bienenforscher Ing. R. Jordan, Dr. F. Ruttner und Ing. H. Ruttner (die beiden waren Brüder) zusammen mit Maryan Alber nachgewiesen, dass sich die Ansicht vom „einmaligen Hochzeitsflug der Königin“ nicht mehr halten ließ, sondern dass die seit den 1940er Jahren beschriebene Mehrfachpaarung der Königin auch biologisch wirksam war. Die Nachkommen ein und derselben Königin, die Arbeitsbienen, waren eindeutig verschiedene Typen von Halbgeschwistern, da sie von verschiedenen Drohnen-Vätern stammten. Dieser Nachweis war ein Meilenstein in der Bienenforschung, an dem Maryan Alber auch durch jahrelange Vorarbeiten beteiligt war. Er hatte auf die bienenfreien Inseln 100 durch Zucht ausgelesene einheitliche Bienenvölker gebracht, eine unabdingbare Voraussetzung für die Versuche. Diese Zeit wurde für Maryan Alber der Höhepunkt seiner fachlichen Arbeit.

Die bemerkenswerte Geschichte vom Honigschwein, die Maryan Alber 1954 veröffentlicht hat, steht im vorherigen Blogeintrag.

Verwendete Quellen:
ADIZ 1981, S. 170f.
Deutsche Bienenwirtschaft, Jg.1954, S. 111f. und S. 188ff.

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Geschrieben von

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Kommentare

09.10.2007 00:38 Waldimker
Lieber Bienenfreund aus Saarbrücken,
mal wieder ein gelungener Beitrag. Ich stelle mir öfters die Frage, welche Mühe und Zeit Du daran hängst, diese Sachen zu finden.
Für mich eine Erbauung, Deine Beiträge zu lesen.
Danke und Grüße
Waldimker
09.10.2007 09:03 Bienenfreund
Lieber Waldimker,
vielen Dank für Dein Lob. Das tut auch mal gut.

Ja stimmt schon, es hängt viel Zeit drin, aber es gefällt mir auch, in alten Zeitschriften, Büchern, Akten zu schmökern.

Besonders interessant finde ich dabei den "Zeitraffer-Effekt".

Ich kann zehn Jahrgänge einer Bienenzeitung in ein paar Tagen durcharbeiten, so schnurrt der imkerliche Weltengang zusammen.


Das weitet den eigenen Blick und macht das Leben leichter.

Liebe Grüße vom Bienenfreund
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