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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Nie wieder keine Ahnung
102 mal angesehen
04.05.2011, 17.38 Uhr

Nie wieder keine Ahnung

Gerade habe ich auf den Seiten des SWR eine sehr interessante Sendereihe zum Thema Kunst und Architektur entdeckt. Die Ausstrahlung der Sendungen ist zwar bereits abgeschlossen, aber die Inhalte wurden mit sehr aufwändig und vor allem unterhaltsam auf einer eigenen Internetseite noch einmal aufbereitet. Die beiden Themenbereiche sind dabei komplett voneinander getrennt, was sie jedoch gemein haben ist, dass in einem großen Rundumschlag alle wichtigen Epochen anhand von einzelnen Beispielen vorgestellt werden.

Für die Kunst sieht das dann so aus, dass einzelne Bilder im wahrsten Sinne des Wortes begangen und natürlich auch erklärt werden. Damit das alles nicht zu steif wird, spielt Enie van de Meiklokjes nimmt die Rolle des unbedarften Zuschauers ein und stellt genau die blöden Fragen, die mir auch in den Sinn gekommen wären . Oft steht man ja vor so einem Bild und hat nicht die leiseste Ahnung, was es darstellen oder ausdrücken soll. Und dank Enies lockerer Art macht das alles sehr viel Spaß und man bleibt ganz schnell länger als geplant vor dem Rechner sitzen (zumindest ging es mir so).

Was ich noch besonders interessant fand war, dass man Bilder aus einem bestimmten Blickwinkel, mit einer bestimmten „Brille“ betrachten kann. Da ist zum Beispiel die „Schönheitsidealbrille“, mit der man die sich verändernden Schönheitsideale im Laufe der Jahrhunderte nachvollziehen kann. Die „Stadtforscherbrille“ mit der der Wandel einer Stadt auf Gemälden nachvollzogen werden kann.

Als weiteres Beispiel wurde hier außerdem eine „Ökobrille“ genannt, mit der man klimatische und landschaftliche Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte auf Bildern erkennen kann. So gab es im 16. Jahrhundert viele Winterbilder (sogar mit den schlittschuhfahrenden Menschen) aus den Niederlanden – das heute auch eher mildes regnerisches Winterwetter hat. Ein Zeugnis der damaligen kleinen Eiszeit. Ein zweites Bild zeigt eine Landschaft in Oberbayern im 19. Jahrhundert: das Besondere – es gibt kaum Bäume auf dem Bild, nur riesige Wiesenflächen. Das Gemälde stammt aus einer Zeit, als es noch keine Kohle zum heizen gab und die Wälder in Massen abgeholzt wurden.

Ähnlich funktioniert der Architekturbereich: alle wichtigen Architekturstile werden vorgestellt. Zu jeder Epoche gibt es ein Beispiel – eine Kirche, ein Schloss oder ein Palast – das dann ausführlich vorgestellt und auch wieder regelrecht „begangen“ wird. Natürlich wird jeweils hervorgehoben, was einen Stil besonders ausmacht - so kann man dann beim nächsten Urlaub ganz easy mit seinem neuen Wissen angeben *lacht*.

Dazu gibt’s noch in ganz komprimierter Form die historischen Hintergründe, damit man versteht, was zu der Zeit überhaupt in Europa passiert und weshalb gerade solche Gebäude gebaut werden. Weiterhin werden die wichtigsten Rohstoffe und die berühmtesten Bauherren und Architekten vorgestellt. Auch wenn sich das irgendwie wieder sehr trocken anhört, alles ist sehr kreativ und absolut unterhaltsam vorgestellt worden.

Lieber SWR: ich bin begeistert, ganz großes Kino! Mehr davon!

[www.swr.de]

Foto: Screenshot von [www.swr.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

05.05.2011 09:44 Katalin
klingt wirklich toll!!!!!
05.05.2011 11:02 Paradiesgarten
Hört sich interessant an.
06.05.2011 00:38 Lifehouse
Katalin schrieb:
klingt wirklich toll!!!!!


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Danke Krümel!
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