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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

 Foto: Johann Bletgen  / pixelio.de
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22.06.2011, 20.17 Uhr

Seniorenheim für Kinder

In einem Altenheim sind Kinder ja normalerweise nicht sehr häufig anzutreffen – wenn sie nicht gerade ihre Großeltern besuchen. Dabei können beide Altersgruppen sehr voneinander profitieren, findet Agnes Behringer, die 2008 die Leitung eines Seniorenzentrums übernahm. Sowohl die Jungen als auch die Alten haben viel gemeinsam: Ihr Lebensrhythmus ist sehr ähnlich ist, nämlich viel langsamer als der der arbeitenden Generation. Schlaf- und Essenzeiten sind nahezu identisch. Beide Generationen brauchen Unterstützung im Alltag und können vieles (noch nicht / nicht mehr) so gut. Großeltern sind außerdem oft geduldiger und nachsichtiger mit den Kleinen als die gestressten Eltern. Ganz abgesehen davon, dass alle viel voneinander lernen können.

Als Frau Behringer das Seniorenheim übernahm, war der Garten ungenutzt und ein Großteil der Aktivitätsräume stand einfach leer. Um Kinder in die Stätte zu bekommen, nahm sie zuerst zu einem Hort Kontakt auf und schon bald waren 120 Kinder jeden Tag zum Mittagessen da. Nachdem das prima funktionierte und alle gut miteinander auskamen, genehmigte die Stadt eine eigene Kindertagesstätte im Seniorenheim.

Heute werden hier jeden Tag 30 Kinder vom Baby- bis zum Vorschulalter betreut. Doch sie sind nicht einfach nur „anwesend“ und ansonsten getrennt von den älteren Herrschaften. Nein, es gibt jeden Tag generationsübergreifende Angebote: egal ob kochen, basteln, musizieren oder spielen. Die Kinder lernen viel von und bei den Senioren, die Älteren werden wieder mit allen Sinnen gefordert und üben selbst wieder schon fast verlernte Handgriffe. Sie genießen es, wieder Leben um sich zu haben und auch wieder gebraucht zu werden.

Dabei entstehen richtige Freundschaften, ähnlich wie Großeltern-Enkel-Beziehungen. In Zeiten, wo viele Familien weit auseinander leben und sich nur selten sehen, eine tolle Möglichkeit des Zusammenlebens von Generationen, von dem alle etwas haben.

Natürlich gibt es auch Senioren, denen die Kinder zu laut und zu trubelig sind. Aber es gibt immer Möglichkeiten sich zurückzuziehen. Und die allermeisten Senioren wollen nach einem erfüllten Leben voller Arbeit gar nicht herumsitzen und nichts tun. Und dass Spaß haben und gebraucht werden gut für die Gesundheit ist, dürfte ja auch klar sein

Die AWO im Rheinland plant übrigens das Konzept auch noch an weiteren Standorten umzusetzen.

[www.daserste.de]
[www.awo-journal.de]
[www.awo-bv-ld.de]
[www.awo-rheinland.de] (über die Tabs gibt’s mehr Infos!)

Foto: Johann Bletgen / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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