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Imkermonatslexikon

(6 Einträge)

Bartblume Malve
425 mal angesehen
04.07.2011, 13.21 Uhr

Imkermonatslexikon Juli

Der Höhepunkt der Volksentwicklung ist mit der Sommersonnenwende (24.Juni) bereits überschritten. Die Schwarmstimmung der Völker flacht stark ab, ist so gut wie vorbei.

Über vorbeugende Maßnahmen zur Schwarmverhinderung wurde im Hinblick auf die Bildung von Ablegern und Sammelbrutablegern bereits im Juni geschrieben.

Was wird aber, wenn doch einige Völker schwärmen, sich teilen wollen? Oder was ist, wenn ein Imker gar nicht vermehren will, aus welchen Gründen auch immer? Wenn das Bienenvolk im Schwarmdusel ist, kostet es den Halter viel Honig. Die Bienen werden dann absolut sammelfaul. Hier lässt sich auf einfache Art Abhilfe schaffen.

Das erlösende Wort heiß Brutscheune (anwendbar für Hinterbehandler und Magazinimker. In der Regel ist damit die Schwarmstimmung für die laufende Saison überwunden. Bienenfreunde, die mit Dreietage-Beuten imkern, können ebenfalls mit der Brutscheune arbeiten. Sie müssen halt einmal öfter die Brut umhängen.

In unserem Trachtgebiet, wo die Linde die letzte Tracht ist, wird Mitte des Monats an die Abschleuderung der Völker gemacht. Zur biologischen Varroa-Reduzierung wird acht Tage vor Trachtschluss die Brutscheune angewendet.

Nun gilt es auch die Brutableger mit den Jungwieseln in die Wirtschaftsvölker Überwinterungsvölker einzustellen. Dazu sollte man die Lindentracht noch nutzen, weil bei Trachtwetter die Annahme der Jungwiesel garantiert ist. Dafür sollte man das umzuweiselnde Volk auf den Wabenbock stellen und den Ableger mit Jungwiesel (gekäfigt unter Zuckersteigverschluss) an das Flugloch hängen um das alte Volk hinten anzuhängen. Wer ganz sicher gehen will, kann beim Einsetzen der Lindentracht die alte Weisel neun Tage käfigen, damit alle Brut verdeckt ist.

Der Weiser der Wirtschaftsvölker sollte alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Wer in seinem Trachtgebiet noch weitere Trachten hat wie Sonnenblume, Senf, Phazelia usw., muss die Umweiselung in seine Betriebsweise einarbeiten.

Nach der letzten Abschleuderung kann man den Abbau der Völker vor dem Flugloch beobachten, es beginnt mit dem Austrieb der Drohnen. Es wird empfohlen, die aus geschleuderten Waben in einen Eimer mit Wasser zu tauchen und erst dann wieder in den leeren Honigraum einzuhängen, um eine Räuberei durch Nachbarbienen zu vermeiden.

Der geerntete Honig sollte auf jeden Fall in geeignete Lebensmittel gerechte Kunststoffkübel (Hobbocks) abgefüllt werden. Bei vorerst kleinerer Menge reichen auch 12 1/2-Kilo-Eimer. Sie sollten unbedingt geruchsfrei sein.

Das Rühren des Honigs ist unbedingt zu beachten.
Den Honig rührt man einmal täglich während der Kandierungsphase, die Kristalle werden dabei zerschlagen, und der Honig wird fein steif. Das geht beim Rapshonig sehr schnell, zumal er bei kühlerer Temperatur dickflüssiger ist. Rapshonig hat einen hohen Glucosegehalt, er kandiert deshalb relativ schnell, ebenso wie Löwenzahn- oder Himbeerhonig.

Über den medizinischen Wert des Honigs wird oft und viel geschrieben. Seine Bedeutung ist ja den Menschen eigentlich schon seit Jahrtausenden bekannt. Als Heilmittel darf er heute nach gesetzlicher Bestimmung zwar nicht benannt werden, jedoch als Hausmittel ist sein gesundheitlicher Wert unbestritten, besonders zur „Vorbeugung von vielen Erkrankungen und zur Unterstützung der zahlreichen Funktionen der Organe“. Die neben anderem im Honig enthaltenen Zuckerarten sollte man nicht die bakteriziden Inhibine vergessen, die Lebensnotwendiges für unseren menschlichen Körper bewirken.

Es hat auch aus imkerlicher Sicht seinen Grund, dass ich noch mal den hohen Wert des leider nicht überall zügig absetzbaren Rapshonig hervorhebe: Sein Glucosegehalt besonders fördert die Durchblutung des Gewebes, lindert damit die Insuffizienz und verbessert die Leistung gerade des Herzens.

Im Juli werden bereits die ersten Winterbienen erzeugt. Der Honigraum wird Ende Juli (spätestens Anfang August) abgenommen, und die Behandlung gegen parasitäre Varroa-Milben beginnt. Bei späterer Behandlung wurde immer wieder beobachtet, dass die Anzahl der Bienen im Volk stark abnimmt und die Völker z. T. den Herbst nicht überleben.
Die Leerwaben bewahrt man in einem bienendichten Wabenschrank auf. Eine vorbeugende Bekämpfung der Wachsmotten (Waben schwefeln)
ist nötig. Die Ableger werden kontrolliert und gegebenenfalls mit Leerwaben oder auch Futterwaben erweitert.

Abschließend möchte ich meine Anregungen und Hinweise mit einem landwirtschaftlichen Aspekt noch abrunden: Haben die Bienen viel Honig eingetragen – nach unserem Thema hier vom Raps, später ggf. Wicke, Klee, Linde und von anderen Kulturen –, dann hat auch der Landwirt eine gute Samenernte. So ergänzt sich unser beider Mühe und Arbeit zu beider Vorteil.

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Bienenwelt

Bienenwelt

Alter: 81 Jahre,
aus Reichenbach
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Kommentare

25.07.2011 11:09 Bienenwelt
Wichtig ist es die Varroabehandlung korrekt durch zu führen, denn es gibt allerhand dieser V: M:
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