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Bauernhütte in Äthiopien Bäuerliches Anwesen in Äthiopien Kaffeezeremonie: Rösten des Kaffees
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19.07.2011, 08.22 Uhr

Leben auf dem Lande

Die Mutter unserer Maid hatte uns eingeladen. Wir unternahmen diese Reise im Winter nach der Teffernte, vorher hätten wir nicht mit dem Auto hinkommen können. Wir fuhren zunächst eine Stunde bis zur nächsten Stadt, dann ging es auf einer Piste weiter zu einer Ansiedlung, wo wir die Schwester der Maid besuchten. Danach gab es keine Piste mehr, wir fuhren über Wege und die abgeernteten Felder. Ein Junge und ein Mädchen liefen den ganzen Weg zu Fuß, um uns oben wieder zu begrüßen.
Es waren einige Leute gekommen, vor allem Kinder. Die Hütte, eine rechteckige Konstruktion, war sehr schlicht. Innen und außen gab es nur rohen Lehm. Lehmbänke, auf denen Plastiksäcke lagen, liefen an den Wänden entlang, sonst gab es keine Möbel. Auf dem Lehmboden lagen Kuhfladen. Ein Teil der Hütte war mit einem Vorhang abgetrennt, dahinter verbargen sich wohl einige Habseligkeiten. Unsere Gastgeberin war vor einigen Monaten Witwe geworden. Ihr Mann war nach einem Unfall (Arbeitsunfall? Er arbeitete in einer Zuckerfabrik.) querschnittsgelähmt. Es gibt kein Krankenhaus in der Region, wo er hätte behandelt werden können. Wie konnte er unter diesen Umständen gepflegt werden? Es gibt keinen Strom und das Wasser muss von weit hergeholt werden.
Die Witwe lebt nun mit einer Tochter zusammen auf dem Hof. Die Landwirtschaft besteht aus sechs Schafen. Immerhin konnte die rechteckige Hütte gebaut werden. Die alte, halb verfallene Rundhütte dient jetzt als Vorratsraum. Die Zäune bestehen aus Succulenten, sie bilden mit der Zeit hohe dichte Wände.
Unsere Gastgeberin bewirtete uns mit Injeras (Fladen aus Sauerteig) und einer Gewürzmischung. Danach gab es die übliche Kaffeezeremonie. Das alles fand im Freien statt. Wir saßen auf Steinen. Alle bemühten sich sehr, dass wir es angenehm hätten.

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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

19.07.2011 10:14 Paradiesgarten

Da weiss man wieder, wie gut wir es in Deutschland haben...
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