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Lagerbeuten - unfrisierte Ged...

Paar Vor- und Nachteile v. Lagerbeuten. (23 Einträge)

1742 mal angesehen
08.08.2011, 21.04 Uhr

7 Nachteile, oft genannte, eventuelle, potentielle von Lagerbeutekonstruktionen.

Um Missverständnissen vorzubeugen wiederhole ich: Altersbedingt halte ich seit Jahren nur noch Bienen in Lagerbeuten. Mit guten Erträgen, ohne Verluste oder Probleme.
Die Vorteile der Beuten wurden beschrieben. Doch es gibt auch Nachteile.

Wenn man als Bienenbehausung eine Lagerbeute ins Auge fasst sollte man in jeweils konkretem Falle diese Vorteile gegen die Nachteile abwägen.

Für Einsteigerinnen / Einsteiger in die Bienenhaltung gilt das gleichfalls. Wenn man sich ein Tier (den Bien) anschafft, wird man sich im Vorfeld mit seiner Pflege und der dazu gehörende Verantwortung auseinander zu setzen haben. Vernünftigerweise. Tierheime nehmen keine Bienen an!

Auch wenn man mal später grundlegend die Bedingen, unter denen man ein Tier halten will, ändert ist jeder Schritt zu überlegen.
Sonst kommt es zu wenig elegantem Beuten-Hopping. Dieses gilt zu vermeiden. Zudem kann das ins Geld gehen.

Auch einige Einfachbeuten kann man als Lagerbeuten ansehen. Besonders für diese Beuten gilt, dass sie konstruktiv nicht variabel sind. Legt man sich auf eines der Konzepte fest, so kann man dieses wenig oder gar nicht variieren! Hat man noch wenig Erfahrungen so ist mit Einfachbeuten ein Misserfolg wahrscheinlicher als mit anderen, herkömmlichen, die mehr Möglichkeiten offen lassen!

Nicht ganz so festgelegt ist man mit anderen Lagerbeuten, doch ist auch mit ihnen die Zugabe oder Wegnahme von Zargen nicht möglich.
Damit sind sie in Sache „Wohnraumgestaltung“ den Magazinen immer unterlegen. Magazine sind flexibler. Sie lassen sich in der Vertikalen äußerst vielfältig aus Baugruppen zusammenstellen.

Beim Bau, beim Kauf einer Lagerbeute kommt es nicht nur auf die Betriebweise, die man im Auge hat, an sondern auch auf die richtige Einschätzung der Trachten die am Aufstellungort zu erwarten sind.

Konstruktionstechnisch sind Lagerbeuten für feststehende, maximale Zahlenn von Waben ausgelegt oder optimiert. Diese festgelegte Zahl lässt sich nachträglich nicht mehr vergrößern.

Das bedeutet: Lagerbeuten, die gut an einen Standort angepasst sind lassen sich an einem neuen Ort oft nicht mehr wirklich optimal einsetzen. Das ist auf jeden Fall ein Nachteil.

Zusätzlich ist nachteilig, dass es aus gleichen Gründen unterschiedliche Ausführungen der gleichen Beute geben kann oder wird.
Also Untervarianten gleicher Konstruktionen. Die Beute sehen gleich aus
doch die Ausführungen werden aufgeteilt in Beuten für 18, 20, 24, 28, 32, 36, 40 Waben (z.B.).
Die Zersplitterung auf verschiedene Größen reduziert die Stückzahl jeder Ausführung, vermindert also die Produktivität bei der Herstellung.
Für dem Imker bedeutet - er zahlt höhere Kaufpreise.

Kauft man eine kleinere Ausführungen und hat später Raumnöte (z. B. nach Standortwechseln) so flickt man gerne einen Honigraumaufsatz drauf. Mit den Honigräumen oben drauf hat man keine Lagerbeuten mehr.
Man verliert gewisse Vorteile und der Aufbau kostet wieder was.

Oft bekommt man im Einkauf nur Lagerbeuten die vorsorglich größer sind, also geeignet auch für beste Gegenden. An schlechteren Standorten hat dann damit Anschaffungskosten, denen keine Vorteile gegenüber stehen.

Dass die Festlegung der maximalen Wabenflächen in BR und HR, vor der Herstellung der Beute erfolgen muss ist nachteilig. Man versucht das zu umgehen indem man eine möglichst große Beute baut oder kauft. Doch wenn am konkreten Aufstellort sich ihre maximale Bestückung nicht ausschöpfen lässt ist das Vergeudung von Geld, Raum und Aufstellfläche.

Mehr wiegt noch, dass bei manchen Lagerbeuten, die "Schnittstelle" zwischen Brut- und Honigraum (die Wand mit dem Absperrgitter), eines besonders gekonnten Managements bedarf.

Das gilt besonders für Seitenlagerbeuten (nach Golz oder Bremer). Bei diesen ist der Umgang mit der im Laufe der Bienenjahres variierenden Zahl von Rähmchen anfangs oft eine Herausforderung. Keinesfalls nur für Einsteiger.

Seit paar Jahrzehnten ist bei unserer heutigen Art der Bienenhaltung, aus vielerlei Gründen ein Gitterboden angezeigt, angesagt. Bei Lagerbeuten manchmal besonders weil konstruktionsbedingt die Bienen dort nur mit Schwierigkeiten den Müll vom Honigraumboden durch das Absperrgitter bringen können.

Herkömmliche Lagerbeutekonstruktionen haben einem fest mit der Beute verbundenen Boden der dem Ganzen die notwendige Stabilität verleiht. Deswegen haben / hatten alle alten, schon vorhandenen Lagerbeuten keine Gitterböden. Und neue herkömmliche Lagerbeuten haben häufig weiter keinen!

Will oder braucht der Bienenhalter einen Gitterboden, um zum Beispiel den natürlichen Fall von Varroamilben zu erfassen, so bastelt er an Notlösungen.

Seit einigen Jahren gibt es vereinzelt Beuten mit von Herstellern eingesetzten Bodengittern.
Mit einem Nachteil. Diese Lösungen sind weder einheitlich noch allgemein bekannt oder akzeptiert. So überwiegen. immer noch Notlösungen oder Basteleien einzelner Bienenhalter.

Für Lagerbeuten ist Freiaufstellung die sinnvollste. Weil man nur so zu allen Waben von oben leicht Zugang hat. Ihr Stellplatzbedarf liegt also über dem Durchschnitt fast aller übrigen Beuten. Sie sind als Gebilde „aus einem Stück“ sperrig, von hohem Gewicht. Auch schwerer zu transportieren.

Lagerbeuten sind in Bienenhäusern, die im deutschen Sprachraum weiter ihren traditionellen Platz haben, nicht sinnvoll verwendbar weil für die Freiaufstellung konzipiert. Es ist schwierig sie übereinender zu stellen.

Weil heute die Lagerbeute nicht mehr im Fokus einer entsprechend großen Zahl von Bienenhaltern liegt gilt das arbeiten damit als Nischenbetriebsweise. Es gibt wenig neues darüber zum lesen. Viel weniger als zu Magazinbeuten. Kaum aktuelle Informationen und Aufmerksamkeit in Büchern, Zeitschriften oder neuen Medien.

Es scheint mir manchmal, das die Bieneninstitute sie bei ihren Arbeiten oder Empfehlungen als praktisch nicht existent betrachteten. So sind einige Arten der Behandlungen gegen die Varroamilben für Lagerbeuten nie getestet oder angepasst worden. Manches an Magazinen getestetes verursacht in Lagerbeuten Überraschungen.

Überzeugende Lösungen für Verwendung von Bienenfluchten gibt es eigentlich nur für klassische Lagerbeuten, also für Trogbeuten mit allen Waben in einer Reihe. Für andere Lagerbeuten kenne ich keine Konzepte wie die vom Handel zu angebotenen Bienenfluchten zu verwenden wären. Mir bekannte sind umständlich oder gar untauglich.

Falls man beim imkern mit Lagerbeuten mal Brutwaben in den Honigraum umhängen möchte ist, selbst bei bewerten Konstruktionen, mit Problemen durch "einsperrte" Drohnen zu rechnen.

Wird fortgesetzt-
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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bremerbeute, cityimker, golzbeute, kaltbau, lagerbeute, stadtimker, trogbeute, warmbau

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