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"Supermarkt" Metzger Mein "Schneideratelier"
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21.08.2011, 09.53 Uhr

Mein Supermarkt, mein Metzger, mein Schneider

Ich brauche nur einige Schritte zu gehen, um auf die breite „Geschäftsstraße“ zu kommen, wo ich mich mit dem eindecken kann, was Äthiopier so kaufen. Es gibt unzählige Buden, die Lebensmittel anbieten. Ich bevorzuge die auf dem Foto, weil das Angebot ziemlich breit ist und weil der Besitzer einige Worte Englisch versteht. Man wird überall überaus freundlich und zuvorkommend bedient. Die Händler achten sehr darauf, nur einwandfreie Ware zu verkaufen. Man kennt sich und freut sich, wenn man sich sieht.
Metzger haben je nach Größe zwei oder mehrere Rinderhälften in ihrer Bude hängen. Davon wird dann ein Stück heruntergeschnitten. Egal, was man für ein Stück kauft, es gibt nur einen Preis. In kleineren Metzgereien wird das Hackfleisch mit einem Messer gehackt. Die Äthiopier essen gerne rohes Fleisch in großen Brocken, das ist mir dann doch zu riskant. Mittwochs und freitags sind die Metzgereien geschlossen, das sind Fastentage der äthiopisch-orthodoxen Kirche. Fünfzig Tage vor Ostern und 16 Tage im August sind die Metzgereien auch geschlossen. Auch evangelische Christen verkaufen nicht. Man muss weit gehen, um eine moslemische Metzgerei zu finden, die haben auch während des Ramadan geöffnet.
Überall auf den Straßen und auch in den Stoffgeschäften sitzen Schneider, ganz, ganz selten Frauen, mit ihren Nähmaschinen. Zu denen auf der Straße kommen Frauen, die irgendetwas zu flicken haben. (Meine Maid besaß keine Nähnadel.) Zum Schneider kommt man auch, um zu plauschen. So sitzen oder stehen dort immer einige Frauen und Männer. Ich habe Vorhänge, Kissenbezüge usw. nähen lassen. Um mich verständlich zu machen, habe ich die Säume mit Stecknadeln abgesteckt. Die sind hier unbekannt. Eine Frau wunderte sich, dass ich sie aufsammelte und wieder mitnahm. Normalerweise sind die Nähte nicht so gerade. Als es mir bei Vorhängen mal sehr wichtig war, dass sie exakt genäht wurden (ein Besucher des „Ateliers“ hat es freundlicherweise übersetzt), waren sie dann auch einwandfrei. Das versprochene Aufgeld wollte der Schneider erst gar nicht annehmen. Die Preise sind so niedrig, ich weiß gar nicht, wie die Leute davon leben können.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

28.08.2011 17:50 wihu
sehr eindrucksvoll, kann man sich schwer vorstellen, ohne es gesehen zu haben
28.08.2011 17:50 wihu
sehr eindrucksvoll, kann man sich schwer vorstellen, ohne es gesehen zu haben
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