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Ein Waisenkind Waisenkinder Auf Thronen
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10.10.2011, 17.35 Uhr

Ein Waisenhaus

Unsere Zeit in Äthiopien ist zu Ende. Wir sind seit drei Wochen wieder in Deutschland. Ich werde noch ein paar Berichte von hier aus schreiben. Die letzten Wochen waren etwas hektisch und über manche Themen wollte ich von dort aus nicht schreiben.
Wir wurden angesprochen, ob wir ein Waisenhaus ansehen könnten, um es einer deutschen Organisation zu empfehlen. Man brauche dringend Geld. Das Waisenhaus würde von Spenden leben. Die Gemeinde hätte das Grundstück zur Verfügung gestellt und würde auch kostenlos gute Ratschläge geben. Kommunales Geld gäbe es nicht.
Im Waisenhaus leben 30 Kinder. Es gab 5 Säuglinge, 8 Kleinkinder und 17 Schulkinder bis 19 Jahre. Wir sahen nur die kleineren Kinder, die älteren werden in den Ferien zum Arbeiten zu befreundeten Unternehmern geschickt. Die Kleinsten hatte man für unseren Besuch ins Bett gesteckt. Für uns waren die Kleinkinder ein trostloser Anblick. Sie saßen apathisch in ihren Bettchen oder schaukelten hin und her. Ein Kind wollte sofort auf meinen Arm und weigerte sich, wieder ins Bett gesetzt zu werden.
Für die 30 Kinder sind 23 Angestellte da. Nicht alle kümmern sich um die Kinder. Es wird Landwirtschaft betrieben. Wir sahen fünf Langhornrinder und ein Kalb. Ganz neu war eine Legebatterie mit wenigstens hundert Hühnern. Es werden Bananen, Kaffee und Gemüse angebaut. Aus der Gülle wird Biogas hergestellt. Jede äthiopische Einrichtung, und sei sie noch zu klein, braucht eine mehrköpfige Verwaltung. Die Gehälter sind überdurchschnittlich. Unsere Frage, ob es konstante Bezugspersonen für die Kinder gäbe, wurde nicht verstanden. Die Kinder werden körperlich gepflegt, sie sahen auch gut genährt aus. Mehr hält man generell nicht für nötig.
Wir sagten unserer Kontaktperson, dass wir die Einrichtung niemanden empfehlen könnten, die Kinder seien nicht angemessen betreut, sie zeigten deutliche Anzeichen von Hospitalismus. Das sei verwunderlich bei dem vielen Personal und den hohen Personalkosten. Wir würden trotzdem gerne etwas für die Kinder tun. Nach unserer Abreise würden wir unsere Maid, die eine Ausbildung als Kindergartenhelferin hat, vorerst für ein halbes Jahr weiterbezahlen. Sie solle sich ausschließlich mit den acht Kleinkindern beschäftigen, mit ihnen spielen, singen, tanzen usw., sie waschen, frisieren, mit ihnen essen, alles das, was eine Mutter tut. Damit sollte versucht werden, eine familienähnliche Struktur herzustellen. Wir würden auch Einrichtungsgegenstände bringen und Spielsachen aus Deutschland kommen lassen. Danach hörten wir wochenlang nichts. Zufällig traf mein Mann in den letzten Tagen unseres Aufenthaltes einen engeren Berater des Waisenheimes. Unser Vorschlag sei eine gute Idee. Wir gingen wieder zum Waisenhaus, diesmal mit Vubit, unserer Maid. Sie liebt Kinder über alles. Sie war einverstanden, dort zu arbeiten. Eine Deutsche, die noch länger in Adama bleibt, erklärte sich bereit, sich um das Projekt zu kümmern und das Gehalt auszuzahlen. Vubits Mann, der bei uns hin und wieder als Gärtner arbeitete, wurde von uns beauftragt, die Kinderzimmer zu streichen. Heute sind Freunde von uns mit viel Spielzeug in Äthiopien gelandet. Unser ehemaliger Fahrer hat es in Addis Abeba abgeholt.
Wir warten jetzt auf einen Bericht.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 74 Jahre,
aus Frankfurt
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Kommentare

10.10.2011 20:16 kruemel
Ich hoffe der Bericht fällt gut für die Kleinen aus!
11.10.2011 09:04 Paradiesgarten
Schließe mich krümel 100% an !
11.10.2011 12:09 Katalin
Toi toi auch von mir
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