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"Auf Motivsuche"

Interessantes mit der Kamera festhalten (78 Einträge)

Mutter und Kind? Verschiedene Futterquellen Unsere Igel-Winterunterkunft
135 mal angesehen
29.10.2011, 20.08 Uhr

Igel Nr.9

Bisher hatten wir ja vergeblich gehofft, dass sich auch mal ein junger Igel zu unseren allabendlichen Igeltreffen einfindet. Es kamen aber lediglich nur zwei weitere erwachsene Igel dazu. Da ich langsam den Überblick verlor, hab ich angefangen, meine Gäste mit Tipp-Ex zu kennzeichnen. Madam (die falsche), Willi und NoName brauchte ich nicht markieren. Madam hatte sich in der Zwischenzeit einen so großen Bauch angefressen, dass sie schon allein durch ihre Körperfülle eindeutig markiert war. Wir nannten sie deswegen einfach die Dicke. NoName war wegen seines auffallenden dunklen Gesichtes und Willi wegen seiner Narbe auf der Nase unverwechselbar gekennzeichnet.

Herrmann sollte einen Punkt in Rückenmitte bekommen. Es wurde aber ein Strich draus, weil er weglief. Madam (die echte) bekam einen Tipp-Ex-Punkt auf die Stirn, Igel Nr. 6 einen auf den Rücken. Von den beiden neuen (Nr.7 und Nr.8) erhielt der eine zwei Punkte im Nackenbereich und der andere einen Punkt am Hintern.

In den letzten Wochen ist es etwas ruhiger um unsere Igel geworden. Vor 20 Uhr kommt zurzeit überhaupt kein Igel mehr. Madam (die Dicke), Willi, NoName und Herrmann bleiben anscheinend ganz weg. Bei der Dicken haben wir schon gelästert, ob sie nicht vor lauter Faulheit ihren Winterschlaf schon angefangen hat, oder ob sie beim Überqueren der Straße zu langsam war.

Zu Gesicht bekamen wir also in letzter Zeit von den ursprünglich acht nur noch drei Igel. Von ihnen brauchen Aabunkt und Zwaabunkt (fränkisch für Einpunkt und Zweipunkt) eigentlich keine Zusatzkost mehr. Sie sind schon ganz schön fett. Hinterpunkt ist eigentlich der einzige, der noch gefüttert werden müsste, d.h. er war es, denn seit Mittwoch ist Igel Nr. 9 dazugekommen. Im Vergleich zu den anderen ist er so klein, dass wir annehmen müssen, dass er wohl aus einem diesjährigen Wurf stammt. Normalerweise hätte ich ihn gar nicht markieren müssen, aber vielleicht hat er ja noch Geschwister . . .? Jedenfalls hab ich ihm schon mal einen Tipp-Ex-Punkt auf dem Rücken (genauso wie bei der größeren Nr. 6) verpasst. Im linken Bild ist er zusammen mit Madam (vielleicht seiner Mutter. . ?) zu sehen. Hier hält er sich ausnahmsweise zusammen mit ihr am Futternapf auf, obwohl, man sieht schon deutlich, dass er die Nacken und Stirnstacheln hochstellt. Normalerweise flüchtet er oder kommt schon gar nicht näher, wenn ein anderer Igel in der Nähe ist. Auf dem mittleren Foto ist zusätzlich Hinterpunkt zu sehen. Er ist ebenfalls sehr scheu, frisst aber überhaupt kein Dosenfutter, sondern ausschließlich seine Stängchen aus dem zu einem Vorratsmagazin umfunktionierten Kabelrohr.

Letzte Woche musste ich einen ganz gehörigen Schock verarbeiten. Mein Nachbar hatte einen Großteil seiner Bäume gefällt und die Äste auf den Laubhaufen geworfen, unter dem ich mehrere Igel vermutete. Auf die Frage, was er jetzt mit dem Haufen macht, sagte er: Der kommt weg, der wird geschreddert. Er muss mir wohl meine Angst um die Igel angemerkt haben, denn am nächsten Tag kam er und beruhigte mich. Geschreddert werden nur die Äste. Der Laubhaufen bleibt erst mal liegen.

Ich hatte trotzdem vorsorglich eine Igel-Unterkunft gebaut, eine umgestülpte Holzkiste mit Eingangsöffnung, gefüllt mit zusammengeknülltem Zeitungspapier. Zum Anlocken lege ich jeden Tag ein Stängchen rein, das am darauffolgenden Tag dann auch immer weg ist. Eine Katze wird’s wohl nicht sein, denn dafür ist das Eingangsloch zu klein. Außerdem waren eines Tages ein langer, verzweigter Ast und eine Menge Laub drin. Der Ast ist so lang, dass er noch zum Eingangsloch herausschaut (Bild rechts).

Heute dann die Überraschung: Ich hatte Laub gesammelt und wollte es über dem Igelhaus weiter anhäufen. Vorsichtig inspizierte ich das Innere (das Dach kann man noch anheben), und siehe da. Die Unterkunft ist bewohnt. Ich konnte nicht erkennen welcher Igel es war, denn aus dem Laub in der Ecke schaute nur das Hinterteil heraus. Eines ist aber sicher. Der Hinterpunkt ist es nicht.

So nett wie Igel auch sind, ihr soziales Verhalten stimmt mich trotzdem sehr nachdenklich. Mit Ausnahme der Zeit, wo sie sich um ihren säugenden Nachwuchs kümmern, sind sie überhaupt nicht für andere Igel da. Igel sind Einzelgänger. Und wenn man sich das linke Bild anschaut und dann auch noch daran denkt, dass es sich dabei vielleicht wirklich um Mutter und Kind handelt, dann fragt man sich schon, warum Igel so lange (seit über 50 Millionen Jahren) auf dieser Erde überlebt haben. Ist das vielleicht das Erfolgsrezept ? Einigeln, Einzelgängertum und asoziales Verhalten?
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heini

heini

Alter: 70 Jahre,
aus Holzkirchen

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tauben

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Kommentare

31.10.2011 11:43 Paradiesgarten

Wieder wunderschöne Neuigkeiten vom Igelfachmann.
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