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Spielstunde Waisenkind Spiele
525 mal angesehen
23.11.2011, 16.31 Uhr

Weiter im Waisenhaus

Vor einigen Wochen hatte ich über ein Waisenhaus berichtet, dessen Leitung uns um Geld anging. Weil wir der Überzeugung waren, dass mehr Geld die Situation der Kinder nicht verbessern würde, haben wir Sachleistungen angeboten. Unsere Maid Vubit hat dort nach unserer Abreise zu arbeiten begonnen (wir zahlen ihr Gehalt), Spielzeug aus Deutschland ist angekommen.
Es war keine Zeit mehr, über angemessene Entwicklungsbedingungen zu diskutieren. Ich habe Vubit an jedem der verbleibenden Tage gesagt, was ihre Aufgaben seien. Da sie ein Herz für Kinder hat, glaubte ich, damit etwas zu bewirken. Vubit soll für die acht Kleinkinder zuständig sein. Die Heimleitung stellte sich vor, dass Vubit sich auch um die fünf Säuglinge kümmern sollte. Das lehnten wir ab, sie kann nicht für mehr als acht Kinder eine stabile Bezugsperson sein. Es gibt keinen Personalmangel; für die Säuglinge sind 5 überdurchschnittlich bezahlte Krankenschwestern da. In einer Arbeitsplatzbeschreibung wurden Vubits Aufgaben genau festgelegt.
Wir haben uns über die traditionellen Vorstellungen zur Kindererziehung hinweggesetzt, weil wir das Wohlergehen der Kinder für höherrangig halten.
Als unsere deutsche Vertrauensperson das erste Mal vormittags das Waisenhaus besuchte, fand sie die Kinder (Alter 1 bis 4 Jahre) im Bett vor. Auf ihre Frage, warum die Kinder nicht beschäftigt wären, antwortete man, sie hätten morgens von 8: 30 bis 9:30 Uhr Spielstunde und danach müssten sie ins Bett. Der Besuch unserer Vertrauensperson fand das nächste Mal während der Spielstundenzeit statt. Die Kinder spielten mit Vubit, die auch sehr liebevoll mit ihnen umging. Nach der Spielstunde wurden die Kinder wieder ins Bett gesteckt, sie bräuchten den Schlaf. Auf den Vorschlag, Bewegungsspiele mit den Kindern zu machen, antwortete man, dass man dazu erst mal einen CD-Player brauche.
Beim nächsten Besuch war Vubit während der Spielstundenzeit damit beschäftigt, den Säuglingen Fläschchen zu geben.
Wir sagen uns, dass eine Spielstunde besser sei als gar keine, dass Vubit doch immerhin kontinuierlich für die Kinder da sei. Das ist besser als nichts; aber es wäre doch viel mehr möglich.
(Die Fotos hat unsere Vertrauensperson gemacht. Sie hat mir erlaubt, sie für den blog zu verwenden.)
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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

23.11.2011 18:12 kruemel
Ich finds toll wie sehr ihr euch gegen alle Widerstände kümmert!!
23.11.2011 19:55 leola
Ach, man kann nur Hoffen, dass so wenigstens diese Kinder eine schönere Zeit haben. Und auf dem ersten Bild macht es ja schon so den Anschein, als würden die Kinder in Vubit eine liebevolle Vertrauensperson finden. Die meißten sitzen und toben ja um sie herum!
24.11.2011 10:49 Paradiesgarten
Wenn es nur mehr Menschen wie Dich dort gäbe...
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