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Lagerbeuten - unfrisierte Ged...

Paar Vor- und Nachteile v. Lagerbeuten. (23 Einträge)

1690 mal angesehen
04.12.2011, 10.26 Uhr

9 Ergänzungen zum bisher dazu Gesagten. Teil I

Im Vordergrund stehen, hier in diesem Blog, die Seitenlagerbeuten nach Golz oder Bremer.
Auch die Seitenlagerbeuten haben für den Markt nur Nischenbedeutung. Zusätzlich reduziert die Bedarfsstückzahlen die Tatsache, dass sich den Markt zwei Konstruktionen teilen. Die Vermarktung ist wenig lohnend. Es gibt kaum noch Produzenten dieser Beuten. Trotz vorhandenem Bedarf sinkt das Angebot. Die Preise sind entsprechend. Der Trend zur Eigenfertigung ist traditionell hoch und er ist im wachsen. Das alles vermindert den Druck auf die Anbieter diese Beuten an neue Anforderungen anzupassen, diese weiter zu entwickeln, preiswerter herzustellen.

Es gibt andere Gründe dafür, doch man erklärt die Verwendung von zwei Beutetypen gerne damit, dass Kalt- oder Warmbau für die Bienen einen Unterschied macht. Wenn man der heutigen Sicht auf Kalt und Warmbau folgt so beruht diese alte Erklärung eher auf einem Missverständnis.

Laut dem Buch von G. Liebig (Einfach Imkern) gibt es Gravierenderes bei der Bienenhaltung.
Dazu zitiere ich Herrn G. Liebig aus folgender Quelle:
[www.imkerverein-tempelhof.de]

“Für die Entwicklung der Bienenvölker spielt es keine Rolle, ob sie auf Kalt- oder Warmbau sitzen. Völker im Warmbau lassen sich leichter von hinten bearbeiten. Völker im Kaltbau besser von der Seite. Das ist bei der Aufstellung der Völker zu bedenken”.

Nicht mehr und nicht weniger! Dazu weiter folgendes (aus gleicher Quelle):

“Es fällt den Bienenvölkern im Kaltbau wesentlich leichter, die Ameisensäure in der Stockluft zu regulieren. Der Imker kann gefahrlos so hoch dosieren, dass eine gute Wirkung gewährleistet ist, ohne die Verträglichkeit für die Bienen aufs Spiel zu setzen.”

Damit wäre manchmal Kaltbau, manchmal wieder Warmbau die bessere Wahl!

Für Golz- und Bremerbeuten gibt es keine gemeinsame oder nur anerkannte Lösung für den heute üblichen Gitterböden unter den Beuten. Und es gibt ein weiteres seitenlagerbeutenspezifisches Problem.

Der Mülltransport aus dem HR durch das Gitterwand zum Ausflug im BR ist nicht optimal.
Das ist Anfängern, Umsteiger nicht immer bewusst darum soll es hier ruhig mal gesagt werden.

Der Honigraumboden, besonders der von Golzbeuten neigt zum "verkrümeln". Den reinigt man am besten mit einem Staubsauger! Der Gitterrahmen, der wie ein Deich auf dem Beutenboden steht, behindert die Bienen bei Transport von Toten und dem Müll (durch das Absperrgitter).

Die Bremerbeute ist in dieser Hinsicht eine etwas bessere Lösung. Man kann hier von Zeit zu Zeit den Flugspalt vom HR öffnen. Dann ist der Boden meist schnell sauber.

Doch man sollte, eigentlich wegen der Lüftung und zur der Kontrolle des Milbenabfalls, ein Gitter unter BR und HR haben.

Herr Dr. G. Liebig sagt dazu, für Magazine, die bei ihm als Beuten im Vordergrund stehen, in seinem Buch folgendes
“Der Gitterboden ist für die Haltung von Bienen wesentlich besser geeignet als der geschlossene Unterboden. Er macht das Imkern einfacher. Es verschimmeln keine Waben, wenn die Völker ganzjährig, also auch im Winter und im Frühjahr, über offenem Gitterboden sitzen.........

Die Völker können, bodennah oder auf einem niedrigen Bock aufgestellt, ganzjährig über offenem Gitterboden geführt werden, ohne dass ihre Entwicklung zu irgendeinem Zeitpunkt gestört wird; auch im Frühjahr nicht, wenn es zu lang anhaltenden Kälteeinbrüchen kommt. Das schadet den Völkern nicht, wenn sie über ausreichende Futtervorräte verfügen. Auf diese sind die Völker immer angewiesen, unabhängig davon, in welcher Beute bzw. über welchem Boden sie gehalten werden.

Im Zeitalter der Varroamilbe sollte jede Beute mit einem Gitterboden ausgerüstet sein, der sich von hinten (und unten) mit einer Schublade verschließen lässt. Der Imker kann so leicht und ohne Störung des Bienenvolkes den Milbenfall untersuchen. Der natürliche Milbenfall (ohne Behandlung zustande gekommen) gibt einen Anhalt über den Befallsrate des Bienenvolkes und mit dem Milbenfall nach einer Behandlung lässt sich ihr Wirkungsgrad beurteilen.
Die Gemülldiagnose lässt sich sehr einfach durchführen: Man schiebt die Schublade (Windel) ein und zieht sie nach einigen Tagen, um sie nach herabgefallenen Varroamilben abzusuchen. Je nach Jahreszeit und Gemüllanfall des Bienenvolkes lässt man die Windel 3 bis 14 Tage unter dem Bienenvolk”

Der Gitterboden reicht als Wanderbelüftung aus. Er macht die relativ teure Wanderfront oder andere Wandervorrichtungen überflüssig. Die Vorbereitung der Völker zum Wandern ist mit wenigen Handgriffen erledigt: Das Flugloch wird mit einem passenden Schaumstoffstreifen verschlossen, ein Wandergurt um die Beute gespannt, fertig.”

Eines der Argumente von Herrn Liebig ist in Seitenlagerbeuten weniger stichhaltig. Die Lüftung hat nicht den selben Stellenwert, die Dringlichkeit, wie in Magazinen.
Denn sie ist, besonders bei Golzbeuten, konstruktionsbedingt anders, besser gelöst.

(wird fortgesetzt)
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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Schlagwörter

bodengitter, bremerbeute, gitterboden, golzbeute, kaltbau, oberbehandlung, seitenlagerbeute, warmbau

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