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Über Rauch. Qualmt er noch, de...

Schätzen Sie Rauch? Biene und Mensch. (14 Einträge)

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05.03.2012, 09.58 Uhr

Ein altbekannter, doch heute ungewöhnlicher, Rauchstoff als Bienenrepellent.

Die beruhigende Wirkung von Tabakrauch auf die Bienen ist gut bekannt.
Ein zweiter, ähnlicher Rauch ist weniger bekannt, auch wenn ihm manche gleich gute Wirkung bescheinigen.

Es geht um Hanfstrohrauch. Genau gesagt den von Cannabis sativa var. sativa, also dem Nutzhanf. Davon gibt es EU-weit ca. 40 zugelassene Sorten.
Die Hanfpflanze galt in der bäuerlichen Tradition immer schon als natürliches Vergrämungsmittel gegen Insektenbefall. Man verwendete die Pflanzen um schädliche Insekten von anderen Kulturpflanzen ferngehalten.
Normale (nicht spezialisierte) Insekten meiden den Hanf.
Genetisch bedingt "erkennen sie" am Geruch, dass die Pflanze nicht gut tut.
In der Ukraine, in Teilen von Südosteuropa wurden / werden? Bauerngärten und sensible Feldfrüchte oft mit Hanfpflanzen und Sonnenblumen umsäumt. Nicht nur der Schönheit wegen.

Damit komme ich zu Bienen, zum Hanfstroh als Smokerbrennstoff, auf den manche im Forum, schwören.
In „alten Zeiten“ gab in vielen ländlichen Haushalten Hanfstroh in Mengen. Auch andere Teile der Hanfpflanze. Meist zerbröselt oder als Spreu.
Aus den Körnern presste man Öl und aus den Stängeln gewann man Fasern zur Herstellung von Seilen für den eigenen Bedarf.
Früher auch Fasern zur Eigenherstellung von Garnen, Geweben.

Dort wo notorisch Holzmangel herrschte arbeiteten auch Imker damit.
Alle Dorfbewohner sammelten, meist auf den Gemeindeviehweiden, 1 bis 2 jährige Kuhfladen als Brennmaterial. Wegen dem Brennstoffmangel.
Iin kälteren Jahreszeiten heizte man mit Getreidestroh, Hanfabfällen und Kuhfladen.
Zwangsläufig kamen die gleichen Materialien auch in Rauchfässer oder Rauchtöpfe, die man beim arbeiten mit Bienen verwendete.
Übrigens, anders als im Forum vermutet wurde, stinken Kuhfladen die mindestens 1 Jahr auf der Weide gelegen und staubtrocken sind, beim Verbrennen nicht. Der Rauch ist nicht unangenehm. Besonders wenn Regen und Schnee die Fladen 2 Jahre lang gut ausgelaugt haben.
Dieses Material glüht dann im Smoker ähnlich wie Zunder. Die Rauchentwicklung ist eher gering. Darum wohl mischte man für Rauchtöpfe gut trockne Kuhfladen mit Hanfabfällen. Das eine war ein Glühmittel, das andere war für den angenehmen Rauch zuständig.

Wer in Notjahren zwischen 1939 bis 1950 Ministrant war, der könnte sich erinnern, dass man damals den Weihrauch für die Rauchfässer in den Gottesdiensten mit allerlei zugänglichen Materialien streckte.
Da kam auch eine Menge an Hanf-Anteilen rein.

Auf der Internetseite [www.stroeh.de] erfährt man, dass es heute einen neuen Hanfstrohmarkt für die Kleintierhaltung gibt.
Weil Hanfstroh (Abfall von Nutzhanf!) Haus oder Heimtiere und ihre Umgebung vor Insekten und Schädlingsbefall schützen kann.
So die Meinung der Käufer jedenfalls.

Warum der Hinweis auf diese Seite? Hanfstroh ist, so scheint es mir, der einzige Teil der Hanfpflanze den man (neben Körnern als Vogelfutter) unbehandelt und frei kaufen kann.

Warum verwenden manche dieses Einstreu-Stroh im Smoker?
Weil sie der Meinung sind, dass die vergrämende Wirkung von Hanfstroh eingeschränkt auch für den Rauch von Hanfstroh gilt. Bei Imkerarbeiten.

Ich verwende Hanfstroh nicht. Sein Gehalt an Insektiziden ist unklar, dürfte aber kaum als bienengefährdend gelten.
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg

Schlagwörter

brennstoff, cannabis sativa var. sativa, hanf, hanfstroh, räuchern, smoker

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