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Über Rauch. Qualmt er noch, de...

Schätzen Sie Rauch? Biene und Mensch. (14 Einträge)

Nelkenöltuch, Blechbüchse
1082 mal angesehen
06.03.2012, 17.32 Uhr

Über zwei rauchlose Vergrämungsmittel für Bienen.

Vom frühen Industriezeitalters bis in die Jahre 1930/40 verwendeten viele Imker, im mir bekannten Umfeld, den Karbollappen um die Bienen bei Eingriffen ins Volk aus dem Arbeitsfeld zu vertreiben.
Ein mit Carbolineum getränktes Tuch mit penetrantem Geruch und von erschütternder Wirkung auf Bienen. Doch auch auf Mensch wie Honig.

Carbolineum (Patent von ca. 1838) war als Holzschutzmittel bekannt. Es ist als solches bis heute von noch unübertroffener Effizienz.

Es bestand aus einem Gemisch von vielen äußerst gefährlichen Sachen die Krebs erregten. Dazu enthielt es eine Reihe von Beistoffen (Verunreinigungen) z. B. viele Dioxine.
Eben wegen dieser Beistoffe wirkte es so gut gegen jede Fäulnis wie auch Tierfraß.

Gott sei Dank ist das Mittel, trotz enormer Widerstände, seit 1991 im privaten Bereich und seit 2002 auch im gewerblichen Bereich, bis auf Ausnahmen, die es weiter gibt, verboten worden.

Dieser Hintergrund sagt uns, dass man von den Fluchtinstinkten der Bienen einiges lernen kann!
Je abstoßender ein Mittel auf Bienen wirkt um so gefährlicher ist das, was drin zu vermuten ist.

Wer sich umfassender über Stoffe informieren möchte die auf Bienen abstoßend wirken (könnten) findet unter: [de.wikipedia.org] einen Abschnitt über Repellentien die auf Gliederfüßer wirken.

Zu den den Imkern bekannten Substanzen, die dort angeführt sind, gehört auch das Nelkenöl. Man verwendet es z.B gegen Mücken.
Nelkenöl kann man in jeder Apotheke preiswert erwerben.
Es liefert den Wirkstoff für das Nelkenöltuch, dass ich auch heute noch im Einsatz habe. Will man spotten, so kann man es als biologisch angehauchten Nachfolger des Karbollappen bezeichnen.

Es ist ein nach Nelkenöl duftendes Tuch, dass man in einer Blechbüchse aufbewahrt. Vorzugsweise ist es eine Mullwindel.
Ich verwende so ein Tuch bei Bedarf. Bei Eingriffen ohne Rauch, wenn mir dabei zu viele der Bienen oben aus den Wabengassen entgegen quellen.
Das Tuch trage ich im Nacken, auf den Schultern.
Man legt es für eine Minute oder zwei auf den Bereich der bienenfrei werden sollte.
Es wirkt nicht besonders schnell. Aber ausreichend um besser zu sehen oder eine fast freie Fläche zu bekommen.
Ich halte es im Nacken weil es diesen wie den Kopf vor einzelnen Bienen schützt. Es verwirrt die Bienen, wenn sie versuchen, wegen den blinkenden Brillengläsern, mich bevorzugt von vorne an zufliegen.
Es gibt Gegner der Nelkenölverwendung.
Diese glauben eine Gesundheitsgefährdung für den Imker zu erkennen.
Solange aber das gleiche Nelkenöl d.h. seine Verwendung in der Lebensmittelindustrie, für Kosmetika und in der Medizin nicht beanstandet wird, sehe ich kein vernünftigen Grund es beim imkern zu verbannen.
Das Tuch ist unter manchen Gegebenheiten auch ein nützliches Werkzeug. Dann wenn man am Bienenstand Gäste hat.
Wenn man so ein Tuch einem Gast über den Nacken legt wirkt das auf Gast und Bienen beruhigend. Warum, das bleibt mal offen.
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Heckenimker

Heckenimker

Alter: 82 Jahre,
aus Regensburg
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Schlagwörter

karbollappen, nelkenöl, repellentien, vergrämungsmittel

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Kommentare

08.03.2012 10:14 Bienenfreund
Ein super Beitrag, der von Weisheit und Lebenserfahrung zeugt
15.01.2015 22:32 Stachel
Nelkenöltücher benutze ich seit Jahren.
Einen Smoker habe ich seitdem nicht mehr gebraucht.

Wenn die Ladys sehr aufmüpfig sind, decke ich 2 Tücher drauf und lasse nur den "wandernden Arbeitsspalt" frei.
Die Tücher stammen bei mir von einem alten Kissenbezug. Hauptsache, es ist ein glatter Stoff.
16.01.2015 09:06 Heckenimker
Stachel schrieb:
Nelkenöltücher benutze ich seit Jahren.
........
Wenn die Ladys sehr aufmüpfig sind, decke ich 2 Tücher drauf und lasse nur den "wandernden Arbeitsspalt" frei.
.........

Danke STACHEL.
Ist ein guter Hinweis. Besonders wenn man in Lagerbeuten arbeitet.
Leider feht dieser Hinweis im Blog. Manchmal mache ich es Dir gleich!
Habe immer ein Vorrat mehrerer Nelkenöltücher in Dosen.
Schon allein wegen ihrer (im Blog beschriebenen) Wirkung bei Gästen am Bienenstand.
Grüße!
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