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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: poldy  / pixelio.de
87 mal angesehen
15.05.2012, 17.36 Uhr

Mineralöl im Essen

Wenn man sich auch nur ein bisschen mit Umweltfragen auseinandersetzt, dann stößt man unweigerlich auf Berichte darüber, wie uns Plastik krank macht. In dem Film „Plastic Planet“ wurd eindrucksvoll geschildert, wie Plastik uns krank macht und sogar unser Erbgut schädigt. Vor allem die Verpackungen um Lebensmittel sind nicht ohne, weil wir dadurch über das Essen noch mehr von den krankmachenden Stoffen aufnehmen. Wer noch mal meinen Blogeintrag nachlesen will: [www.landlive.de]

Der Film war dann durchaus ein Grund Plastik in unserem Leben zumindest zu reduzieren. Also Gemüse lose kaufen und Joghurt lieber im Glas. Auch achtete ich mehr auf Verpackungen aus Karton, möglichst ohne extra Plastiktüte im Inneren. Schließlich dünstet da ja nix aus wie beim Plastik und am Ende kann es sogar relativ problemlos recycelt werden. Alles prima, oder?

Tja, schon wieder mal falsch gedacht. Eigentlich sollte ich inzwischen wissen, dass es keine idealen Lösungen gibt. Und inzwischen durfte ich lernen, dass Karton-Verpackungen – vor allem die recycelten!- alles andere als gesundheitsfreundlich sind. Denn beim Recycling werden alle Papierarten verwendet, natürlich auch Bedrucktes. Und darin liegt das große Problem: die Mineralöle in der Druckerschwärze sind auch im neuen Karton enthalten. Dazu kommt die neue Druckerfarbe auf der Packung. In einem durschnittlichen Recyclingkarton befinden sich immerhin 4 Tropfen Öl.

Die Öle können dann im Laufe ausgasen und sich in den Lebensmitteln anreichern. Etwa 3 der 4 Tropfen schaffen es so vom Karton auf und in das Essen. Auch Papier- oder Plastikbeutel im Inneren können das nicht verhindern. Verschärft wird das Problem dadurch, dass Kartons oft für lange haltbare Lebensmittel verwendet werden, die dann so auch noch über Monate oder gar Jahre in der Verpackung lagern.

Die Folgen sind noch nicht absehbar. Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt aber: „Mineralöle können negative Langzeitwirkungen im Körper haben und treiben den Experten die Sorgenfalten ins Gesicht. So können in der Leber, in Lymphknoten oder in den Herzklappen Entzündungen ausgelöst werden, ein Krebsrisiko ist nicht auszuschließen.“

Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Die Recyclingindustrie schiebt das Problem auf die in Zeitungen verwendeten Druckfarben. Verleger und Druckereibranche geben an, dass das nicht so leicht zu ändern wäre. Maschinen, Papier und Farbe sind genau aufeinander abgestimmt. Farbe ohne Mineralöle ist zu teuer. Da sie gesetzlich auch nicht dazu verpflichtet sind, sehen sie keinerlei Anlass, irgendetwas zu ändern.
Eine ausschließliche Verwendung von Frischfasern würde zwar die Mineralölbelastung erheblich mindern, aber die Holzrohstoffe der Welt empfindlich belasten. Hier prallt Verbraucherschutz auf Umweltschutz.

Was bisher aber schon herausgefunden wurde ist, dass Aluminium vor den Ausgasungen schützen. Beruhigenderweise sind viele Babylebensmittel ja schon in solchen Aluminium-Beuteln innerhalb der Kartons verpackt. Eine weitere Möglichkeit wäre die Reinigung des Altpapiers, wie es für die so genannten Hygienepapiere (Toilettenpapier, Küchenrollen…) ja bereits getan wird. Wobei man sich ja schon fragt, warum das bei solchen Papieren schon normal ist und bei Lebensmittelkartons nicht…

Bis das soweit ist, hat die Verbraucherzentrale Hamburg noch ein paar Tipps gegeben. Hier mal die, die ich am sinnvollsten gefunden habe:
1. Je dunkler der Karton, umso höher der Recycling-Anteil. Diese daher besser meiden.
2. Keine Produkte kaufen, die noch mal extra in diesen Wellpappenkartons stehen. Diese sind immer aus Altpapier und dünsten hochgradig aus.
3. Tiefkühlkost immer außerhalb der Verpackung auftauen
4. Aber an sich ist Tiefkühlkost in Ordnung, denn tiefgefroren kann Karton nicht ausdünsten.
5. Trockene Lebensmittel in andere Behälter umfüllen. Wahrscheinlich wäre hier Glas die beste Wahl.
6. Verpackungen mit Aluminiumbeutel halten zumindest das Mineralöl im Karton ab

Aber ganz ehrlich, mir bleibt ein sehr übler Nachgeschmack. Man bekommt Reis, Nudeln, Müslis etc. nun mal entweder in Kartons oder in Plastik verpackt. Wenn aber beides gesundheitsschädliche Stoffe von sich gibt, bei denen die Langzeitwirkungen nicht abzusehen sind, dann frage ich mich ganz ernsthaft, was da noch die bessere Alternative sein soll?

Hier zum Weiterlesen:
[www.vzhh.de]
[www.bfr.bund.de]
[www.geo.de]
[www.dradio.de]
[www.fr-online.de]

Foto: poldy / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

18.05.2012 12:27 blane
Die Herstellung von einem kg Aluminium benötigt etwa 15 Kilowattstunden .... riesige Flächen werden für die Gewinnung benötigt. Interessante Literatur im Wiki . Schön wärs wenns die ultimativ "richtige" verpackung gäbe - gibts wohl aber nicht . . Selbst das selbstgemachte landet ja in der Frischhaltefolie ,- wird eingeschweisst und eingefroren - ect... locker bleiben
18.05.2012 14:34 kruemel
blane schrieb:
Schön wärs wenns die ultimativ "richtige" verpackung gäbe - gibts wohl aber nicht . . Selbst das selbstgemachte landet ja in der Frischhaltefolie ,- wird eingeschweisst und eingefroren - ect... locker bleiben


Ja, das hast du wahrscheinlich Recht!
19.05.2012 05:48 Seppel2
Hallo
Fakt ist aber auch, daß sich unsere mittlere Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten stark
erhöht hat. Jetzt aber nicht Augen zu und durch, aber Panik bringt auch nix. Eins ist aber ganz sicher,
das Leben endet immer tödlich.
Gruss
Seppel
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